Schrift:
Ansicht Home:
KarriereSPIEGEL

Tarifstreit an kommunalen Krankenhäusern

Ärzte streiken für bessere Arbeitsbedingungen

Mehr Gehalt und weniger Bereitschaftsdienste: Deutschlandweit haben Ärzte an kommunalen Krankenhäusern ihre Arbeit niedergelegt. Patienten müssen mit Einschränkungen rechnen.

Kai Pfaffenbach / REUTERS

Großkundgebung am 10. April 2019 in Frankfurt

Mittwoch, 10.04.2019   15:24 Uhr

Sie wollen mehr Gehalt, zwei freie Wochenenden pro Monat und eine klare Höchstgrenze für Bereitschaftsdienste: Mit Beginn der Frühschicht haben am Mittwochmorgen deutschlandweit Ärzte an kommunalen Kliniken ihre Arbeit niedergelegt, um für bessere Bedingungen im Job zu streiken.

Die Patientenversorgung sei dennoch gesichert, so ein Sprecher der Gewerkschaft Marburger Bund in Nordrhein-Westfalen. Allerdings könnten verschiebbare Operationen oder Therapiesitzungen ausfallen.

Insgesamt rechne er damit, dass sich in seinem Bundesland 800 Ärzte an dem Streik beteiligten, 76 Kliniken seien betroffen. In Hamburg, Berlin und Brandenburg blieben Streiks aus, da die kommunalen Kliniken in diesen Bundesländern nicht dem Tarifverbund angehören. Bei der Hauptkundgebung in Frankfurt am Main waren laut Angabe der Polizei 5000 Teilnehmer anwesend.

Vorab waren die Tarifverhandlungen gescheitert. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte zuletzt ein Angebot vorgelegt, das die Ärzte als unzureichend abgelehnt hatten. Beim Gehalt hätten die Arbeitgeber nur 1,4 Prozent mehr Lohn für 2019 und 0,83 Prozent für 2020 angeboten.

Ein Sprecher des Kommunalen Arbeitgeberverbands Nordrhein-Westfalen bezeichnete die Warnstreiks als "kaum nachvollziehbar". Man habe ein Angebot vorgelegt, das auf viele Wünsche der Ärzte eingegangen sei.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Meldung war von 800 Ärzten die Rede, die sich am Streik beteiligten. Diese Zahl bezieht sich nur auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Wir haben die Stelle entsprechend ergänzt.

lmd/dpa

Verwandte Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP