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"Aloha"-Schriftzug auf dem Unterarm

Tattoo-Streit eines Polizisten kommt vor Bundesgericht

Ein Polizist will sich ein Tattoo stechen lassen, seit sechs Jahren streitet er mit seinem Dienstherrn darüber. Jetzt ist der Fall vor dem Bundesverwaltungsgericht gelandet.

Westend61/ Getty Images

Vorerst weiter verboten: Tattoos auf den Armen bayerischer Polizisten

Montag, 26.08.2019   21:02 Uhr

Der jahrelange Streit eines bayerischen Oberkommissars mit seinem Arbeitgeber um ein Tattoo geht in die nächste Runde. Jürgen Prichta, 43, kämpft seit sechs Jahren darum, das Wort "Aloha" auf dem Unterarm tragen zu dürfen. Nun hat er Revision gegen das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs eingelegt - dieses hatte zuletzt gegen Prichta entschieden. Das bestätigte das Bundesverwaltungsgericht, vor dem der Fall nun verhandelt wird (Az.: BVerwG 2 C 13.19), dem SPIEGEL.

Das Wort, das Jürgen Prichta gern als Tattoo tragen will, soll eigentlich für Freude und Harmonie sorgen: "Aloha" ist der hawaiianische Gruß der Liebe. Prichta lernte ihn in den Flitterwochen mit seiner Frau kennen. In Erinnerung an diese Zeit will er sich tätowieren lassen, den Antrag reichte er vor inzwischen sechs Jahren ein. Doch das Polizeipräsidium lehnte ab: Wenn der Polizeioberkommissar die Sommeruniform mit den kurzen Ärmeln trage, dann wäre "Aloha" ja für jeden sichtbar.

Grundlage für das Verbot ist der Artikel 75 des Bayerischen Beamtengesetzes. "Soweit es das Amt erfordert, kann die oberste Dienstbehörde nähere Bestimmungen über das Tragen von Dienstkleidung und das während des Dienstes zu wahrende äußere Erscheinungsbild der Beamten und Beamtinnen treffen", heißt es darin. "Dazu zählen auch Haar- und Barttracht sowie sonstige sichtbare und nicht sofort ablegbare Erscheinungsmerkmale."

Bereits 2016 war Jürgen Prichta mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Ansbach gescheitert. Das Gericht lehnte den Antrag unter Berufung auf das Bayerische Beamtengesetz ab. Besonders problematisch ist demnach, dass das Tattoo eine Botschaft transportiert. Obwohl "Aloha" für Liebe, Freundlichkeit und Mitgefühl stehe, könne der Schriftzug "zu einer Minderung des Ansehens" führen, "gerade bei Einsätzen, bei denen Ge- oder Verbote zwangsweise durchgesetzt werden müssen".

lmd/dpa

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