Schrift:
Ansicht Home:
Kultur

Podcast SPIEGEL Live

Italien und die Deutschen - eine Beziehung zwischen Sehnsucht und Misstrauen

Renaissance und Dolce Vita, die Mafia und der Faschismus: Das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien ist vielschichtig und wechselhaft. Woran liegt das? Antworten darauf gibt der Historiker Volker Reinhardt im Podcast.

Montag, 30.09.2019   18:36 Uhr

SPIEGEL live - Das Gespräch: Italien und die Deutschen

Schon Deutschlands größte Denker hat es vor Jahrhunderten nach Italien gezogen, nicht nur Goethe ging dort auf Bildungsreise. Italien war und ist eines der beliebtesten Ferienziele der Deutschen, ein Sehnsuchtsort zwischen Mittelmeer und Alpen. Ein Land, das für Tradition und Geschichte steht - und, ja natürlich, für gutes Essen.

Aber dann sind da auch die üblen Geschäfte der Mafia, der Massentourismus und nicht zuletzt das düstere Kapitel des Faschismus: Die Beziehung zwischen Deutschland und Italien ist vielschichtig und wechselhaft. Seit Jahrhunderten changiert das Verhältnis zwischen Sehnsucht und Misstrauen - und doch fühlen sich beide Länder tief verbunden.

Wie ist das enge Verhältnis zustande gekommen? Welche Traditionslinien verbergen sich hinter der bis heute verbreiteten Sehnsucht nach dem Süden?

Darüber spricht SPIEGEL-Redakteurin Eva-Maria Schnurr mit dem Historiker Dr. Klaus Bergdolt. Das Gespräch wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Spiegel Live" im Juni im Hamburger Bucerius Kunst Forum aufgezeichnet.

Wie abonniere ich den Podcast?

Sie können SPIEGEL Live entweder über den Player in diesem Artikel hören oder ihn herunterladen auf Ihr Smartphone, Tablet oder Ihren Computer. So können Sie ihn jederzeit abspielen - selbst wenn Sie offline sind.

Sie finden SPIEGEL Live auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Google Podcasts, Spotify, Deezeroder Soundcloud. Unterwegs, auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport: Sie können unser neues Audioformat hören, wo Sie wollen und wann Sie wollen. Abonnieren Sie unseren kostenlosen Podcast SPIEGEL Live, um keine Folge zu verpassen.

Falls Sie diesen Text auf einem iPhone oder iPad lesen, klicken Sie hier, um direkt in die Podcast-App zu gelangen. Klicken Sie auf den Abonnieren-Button, um gratis jede Woche eine neue Folge direkt auf Ihr Gerät zu bekommen.

Falls Sie ein Android-Gerät nutzen, können Sie SPIEGEL Live auf Google Podcastshören oder sich eine Podcast-App wie Castbox, Pocket Castsoder andere herunterladen und dort SPIEGEL Live zu Ihren Abonnements hinzufügen.

Diese Folge ist entstanden in Kooperation mit dem Bucerius Kunst Forum.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung wurde versehentlich der Historiker Volker Reinhardt als Gesprächspartner im Podcast angekündigt.

insgesamt 16 Beiträge
tempus fugit 30.09.2019
1. Ich versuch's mal auf einen kleinen Nenner...
...zu bringen: Deutsche sehnen sich nach dem 'lass die drei - oder die Rote Ampel - auch mal grade sein' aber dann im eigenen Land doch nicht möchte. Und die Italiener hätten gern 'deutsche Ordnung' gegenüber diesem [...]
...zu bringen: Deutsche sehnen sich nach dem 'lass die drei - oder die Rote Ampel - auch mal grade sein' aber dann im eigenen Land doch nicht möchte. Und die Italiener hätten gern 'deutsche Ordnung' gegenüber diesem italienischen 'lascia fare/andare...' aber bei den eigenen Interessen - und oft notwendigen Schummeleien - bleibt's bei der Theorie. Typisch das hier: https://www.spiegel.de/wirtschaft/italien-staat-geht-gegen-steuerbetrueger-vor-und-beschenkt-ehrliche-a-1289176.html Ich hab' mir sagen lassen, dass diese - beschriebene - 'Notwehr' der Italiener mit eine der Grundlagen für Wirtschaft und gesellschaftliches Miteinander sind, dass Italien entgegen aller Vorhersagen und seit Jahren ganz ordentlich funktioniert. Und da sind die Italiener richtig pragmatisch und demokratisch!
siryanow 30.09.2019
2.
Deutsche leben gern Stabilität ( 16 Jahre Kohl und evtl. auch Merkel ) Italiener kommen damit klar ca. alle 1 1/2 Jahre eine neue Regierung zu haben . Sie lieben schöne Frauen, gutes Essen , Sonne und Meer und das "dolce [...]
Deutsche leben gern Stabilität ( 16 Jahre Kohl und evtl. auch Merkel ) Italiener kommen damit klar ca. alle 1 1/2 Jahre eine neue Regierung zu haben . Sie lieben schöne Frauen, gutes Essen , Sonne und Meer und das "dolce Vota" Es ist kein Zufall dass Italien immer noch das Lieblingsland der Deutschen ist. Sollte sich durch Wandel das sonnige Klima bis nach Deutschland bewegen , wär es zu wünschen dass es dann auch in Deutschland mehr " dolce Vita" zu genießen gibt.
datanific 30.09.2019
3.
Ach ja, die Deutschen und die Italiener! Man sagt ja das die Deutschen die Italiener lieben, aber nicht achten. Die Italiener hingeben die Deutschen achten, aber nicht lieben. Das dürfte im Kern auch stimmen, ist allerdings [...]
Ach ja, die Deutschen und die Italiener! Man sagt ja das die Deutschen die Italiener lieben, aber nicht achten. Die Italiener hingeben die Deutschen achten, aber nicht lieben. Das dürfte im Kern auch stimmen, ist allerdings nicht nur auf Nationen sondern ebenso auch auf Regionen gezogen. So unterscheidet der neapoletanische Autor De Crescenzo in seinem Roman "Cosi parlò bellavista" in die "Menschen der Liebe" und die "Menschen der Freiheit", stellvertretend für die Süd- und die Norditaliener, gleichsam aber auch für die Italiener und die Deutschen. Trotz dieser kulturellen Unterschieden können jedoch Freundschaften entstehen die für alle bereichernd sind.
bloßmolwassage 30.09.2019
4. Meine Frau
und ich kommen seit über 15 Jahren nach Ischia. Im ersten Jahr war das Hotel, das wir gewählt hatten leider, oder zum Glück, überbucht. Der Reiseveranstalter hat uns dann in einem anderen Haus untergebracht. Und da fühlen [...]
und ich kommen seit über 15 Jahren nach Ischia. Im ersten Jahr war das Hotel, das wir gewählt hatten leider, oder zum Glück, überbucht. Der Reiseveranstalter hat uns dann in einem anderen Haus untergebracht. Und da fühlen wir uns seither sauwohl. Buchen mittlerweile direkt bei der Familie, die einen erstklassigen Transfer Flughafen Napoli-Hafen Napoli-Überfahrt Ischia-Hafen Ischia Porto-Hotel organisiert. Das Hotel hat sehr viele deutsche und italienische Stammgäste, die wir immer wieder gerne sehen. Beim Schriftverkehr mit unseren italienischen Freunden hilft unterm Jahr oft Google-Übersetzer, vor Ort manchmal englisch, oder Hand und Fuß. Wir haben diese Insel, auf die uns eigentlich der Film "Avanti" von Billy Wilder gebracht hat, einfach liebgewonnen. Die Zimmer natürlich Landestypisch klein, würde man in der Türkei, oder Spanien wohl niemals so antreffen, aber seit einigen Jahren immerhin klimatisiert. Wir lieben einfach die italienische Mentalität. Und haben den Eindruck, auch von unseren Gastgebern geliebt zu werden.
spaceagency 30.09.2019
5. Dolce Vita Mafia Mandolinen
interessant ist auch das Italienbild vieler Deutschen. Dass in Italien gearbeitet wird, das Land ein G7 Staat ist, führend in verschiedensten Branchen, Nettozahler usw. wird so gerne ausgeblendet. Das Land und Volk entweder in [...]
interessant ist auch das Italienbild vieler Deutschen. Dass in Italien gearbeitet wird, das Land ein G7 Staat ist, führend in verschiedensten Branchen, Nettozahler usw. wird so gerne ausgeblendet. Das Land und Volk entweder in die Ecke gestellt der Steuerbetrüger, Mafiosi, Korruption, Mord, Faul, Falsch, Betrügerisch oder sonst verklärt mit Mandarinen, Mandolinen, Honig, Dolce Vita, Bella Italia (das gramatikalisch total falsch ist), Sand und Meer und was sonst noch alles. Trotz gefühlten 100 Jahre deutschem Tourismus gibt es nur sehr selten eine normale Betrachtungsweise des Landes. Selbst Korrespondenten triefen nach Jahren in Italien immernoch mit den typischen Stereotypen. Das ist schade, oberflächlich und auch entwertend. Das konnte man gut sehen beim Titelblatt mit dem Spaghettigalgen vor etwa einem Jahr. Es kam exakt am italienischen Nationalfeiertag raus....der ja den Deutschen nicht bekannt ist trotz aller liebe......es ist eben keine echte Liebe sondern eine Idealisierung oder Verteufelung.....und genau das merken Italiener sehr genau.....sie werden meist von vielen Deutschen NICHT ernst genommen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP