Auftritt in Dresden
Grönemeyer protestiert gegen Pegida-Demo
Dresden/Hamburg - "Es wird bei uns eine wahltaktische Asylhysterie geschürt, die einen unverträglichen rassistischen Geist hervorruft." So wurde Herbert Grönemeyer vor wenigen Wochen von dem Verein Stimme für Menschlichkeit zitiert. Nun positioniert er sich erneut deutlich: Zusammen mit anderen deutschen Prominenten wird Grönemeyer am kommenden Montag gegen die islamkritische Pegida-Bewegung in Dresden protestieren.
Dazu soll es eine Großkundgebung vor der Frauenkirche geben, bei der neben Grönemeyer auch Jan-Josef Liefers, die Rockband Silly und Jeanette Biedermann ("Rock My Life") auftreten wollen. Statt Reden von Politikern sind kurze Statements geplant. Wie die genau aussehen sollen, blieb allerdings offen. Organisiert hat die Aktion das Bündnis "Offen und bunt - Dresden für alle". "Wir hoffen auf ein tausendfaches Bekenntnis für Weltoffenheit und Toleranz", sagte Mitinitiator Gerhard Ehninger.
Am kommenden Montag wollen auch die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) in Dresden wieder demonstrieren. Wenngleich sich die Islamkritiker-Bewegung derzeit eher im Abwind befindet. Erst am Mittwoch hatte der Rücktritt von Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann nach einem Skandal um ein Hitler-Selfie und ausländerfeindliche Facebook-Kommentare international Schlagzeilen gemacht. Von dem radikaleren Leipzig-Ableger distanzierten sich die übrigen Pegida-Vorsteher wenige Stunden später.
Nun wollen die Organisatoren des prominent besetzten Gegenprotests noch eine andere Nachricht aus Dresden senden: "Toleranz und Mitmenschlichkeit in einem Dresden, in dem wir gemeinsam die Zukunft positiv gestalten!", dazu rufen sie auf der Facebook-Seite aus. Fast 1800 Menschen haben für die Kundgebung bereits zugesagt. "Da kann man wieder Hoffnung schöpfen: Dresden ist wunderbar", ist ein Kommentar unter dem Facebook-Eintrag der Veranstalter.
vks/dpa




