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Kultur

Berlin

René Pollesch wird neuer Intendant der Volksbühne

Sein Vorgänger gab nach nicht mal einer Spielzeit auf - nun hat die Berliner Volksbühne einen neuen Leiter gefunden: René Pollesch soll das Theaterhaus ab 2021 übernehmen.

Paul Zinken / dpa

Das "Räuberrad" vor der Volksbühne: Die Berliner Institution hat unruhige Zeiten hinter sich

Dienstag, 11.06.2019   21:19 Uhr

Seit dem umstrittenen Rückzug von Chris Dercon war die Berliner Volksbühne auf der Suche nach einer neuen Leitung - nun steht nach übereinstimmenden Medienberichten fest: Der Dramatiker und Regisseur René Pollesch wird Intendant des Theaterhauses. Zuerst hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) darüber berichtet.

Soeren Stache / dpa

René Pollesch (Archivbild): Mann der Castorf-Ära

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) wollte die Meldung zunächst nicht kommentieren. Die Senatskulturverwaltung kündigte aber für diesen Mittwoch um 12 Uhr eine Pressekonferenz in der Volksbühne an, um über die Zukunft des Theaters zu informieren.

Die Volksbühne hat turbulente Zeiten hinter sich. Ein Vierteljahrhundert hatte Frank Castorf das Haus geleitet. Seinem Nachfolger Chris Dercon schlug viel Skepsis aus der Berliner Kulturszene entgegen. Im Frühjahr 2018 gab Dercon den Posten nach nicht mal einer Spielzeit wieder auf. Bis zum Sommer 2021 leitet nun Klaus Dörr das Haus.

Pollesch, 1962 im hessischen Friedberg geboren, gilt als prägender Mann der Ära Castorf. Seit 2001 war er als Autor und Regisseur an der Volksbühne tätig, bis 2007 leitete er die "kleine Volksbühne" Prater. In den vergangenen Jahren inszenierte Pollesch regelmäßig an großen deutschsprachigen Bühnen, darunter das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, das Stuttgarter Staatstheater und das Zürcher Schauspielhaus. In Berlin hatte er zuletzt am Deutschen Theater gearbeitet, an dem für die kommende Spielzeit zwei Pollesch-Premieren geplant sind.

mkl

insgesamt 7 Beiträge
kaltmamsell 11.06.2019
1. Pollesch? Da darf die Volksbühne froh sein
sich gar überaus glücklich schätzen, meine ich.
sich gar überaus glücklich schätzen, meine ich.
piamaria 11.06.2019
2.
Hätte es nicht endlich mal eine Frau an der Spitze der Volksbühne sein können?
Hätte es nicht endlich mal eine Frau an der Spitze der Volksbühne sein können?
konterspieler 12.06.2019
3. Rücksturz in die Vergangenheit...?!
Jetzt also soll ein namhafter "Alter Ritter" aus Castorf's Tafelrunde die Volksbühne in die angekündigte "diversere Zukunft" führen? Von Klaus Lederer hätte man mehr Mut und strategische Fantasie erwartet, [...]
Jetzt also soll ein namhafter "Alter Ritter" aus Castorf's Tafelrunde die Volksbühne in die angekündigte "diversere Zukunft" führen? Von Klaus Lederer hätte man mehr Mut und strategische Fantasie erwartet, nachdem das "Pop-Bürschen" Tim Renner die Volksbühne kürzlich erst "ruinbesetzt" hatte. Nur einmal zur Erinnerung an unsere prominenzversessenen Politiker: als Castorf die Volksbühne übernahm, war er nahezu unbekannt. Als man Peter Stein die Leitung der "Schaubühne am Halleschen Ufer" übertrug, war er nur ein namenloser Regisseur aus der Bremer Theater-Provinz, bekannt nur unter Fachleuten. usw.usf. Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Im heutigen Berlin dagegen flüchtet sich die Politik bei Berufungen aller Art regelmäßig in die "Prominenz", aus lauter Angst, etwas falsch zu machen. Und dabei gibt es die absurdesten Fehlbesetzungen: Dercon war ja gerade auch wegen seiner Prominenz berufen worden. Warum zur Hölle, hätte Lederer an die Volksbühne nicht ein Tandem von noch unbekannten (das heisst nicht automatisch jungen!) Theatermachern deutscher Sprache berufen können, die vom Theater besessen sind und dafür neue Ideen mitbringen, statt wieder nur auf die prominenten "alten Gäule" zu setzen?! Und damit endlich das zu tun, was man schon vor vier Jahren hätte tun sollen. Denn es gibt in Deutschland genug gut ausgebildete Theatermacher (Frauen und Männer), die eine solche Chance verdient gehabt hätten und die ein neues, erfindungsreiches Theater an der Volksbühne hätten kreieren können, ebenso wie es Castorf Anfang der Neunziger Jahre gemacht hat, aber mit neuen Ideen, die das Theater immer braucht, auch die Volksbühne.
sapiens-1 12.06.2019
4. Nein!
Solange es keine bessere Kandidatin gibt nicht. Frau sein ist keine Qualifikation! Mann sein übrigens auch nicht.
Zitat von piamariaHätte es nicht endlich mal eine Frau an der Spitze der Volksbühne sein können?
Solange es keine bessere Kandidatin gibt nicht. Frau sein ist keine Qualifikation! Mann sein übrigens auch nicht.
robinato 12.06.2019
5. Hurra!
Und hurra!
Und hurra!

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