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Kultur

Abba-Film "Mamma Mia!"

The Sounds of Sommer

Löcher im Drehbuch? Schlichte Dialoge? Egal! Die Kinoversion des Musical-Hits "Mamma Mia!" ist genauso wie die Abba-Lieder, auf denen sie basiert: manchmal peinlich, immer ein Riesenspaß, stets gut gelaunt - ein perfekter Film für den Sommer.

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Donnerstag, 17.07.2008   08:43 Uhr

Wer Abba-Lieder nicht mag, hat in diesem Film nichts zu suchen, so einfach ist das. Regisseurin Phyllida Lloyd hätte sich noch so sehr um cineastische Finesse für ihre Kinoversion des Bühnenmusicals "Mamma Mia!" bemühen können, und trotzdem könnte man keinen echten Abba-Gegner davon überzeugen, sich knapp zwei Stunden mit Schauspielern auseinanderzusetzen, die sich alle paar Minuten diverse Heuler der schwedischen Popper entgegenschmettern.

Nun gibt es allerdings viele Leute, die genau das ganz großartig finden – wenn man die Besucherzahlen der weltweit insgesamt 20 Produktionen von "Mamma Mia!" seit 1999 in London, New York oder Berlin nimmt, sind es über 30 Millionen.

In Deutschland haben sich die Menschen nicht einmal davon abhalten lassen, dass die Abba-Lieder für die Bühne einfach eingedeutscht wurden, wodurch so reizvolle Titel wie "Der Sieger hat die Wahl" statt "The Winner takes it all" entstanden sind.

Für die Filmversion hat man sich in Deutschland letztlich gegen eine komplett eingedeutschte Version entschieden (in der Frage gab es bis vor kurzem noch einige Missverständnisse), was eine gute Idee war. Denn wenn schon Meryl Streep die weibliche Hauptrolle spielt, dann will man sie auch original singen hören, die kann das nämlich.

Als leicht verbitterte Hippie-Überlebende Donna betreibt sie auf der fiktiven griechischen Insel Kalokairi eine heruntergekommene Herberge und bereitet sich widerwillig auf die Hochzeit ihrer Tochter Sophie (souverän: Amanda Seyfried) vor, die heimlich ihre drei potentiellen, aber ahnungslosen Väter eingeladen hat: den Abenteurer Bill (gut aufgelegt: Stellan Skarsgård), den Bankier Harry (charmant: Colin Firth) und den Geschäftsmann Sam (hat sich stets bemüht: Pierce Brosnan).

Von denen hat Sophie im Tagebuch ihrer Mutter gelesen und findet nun, dass die eigene Hochzeit der geeignete Rahmen wäre, endlich zu klären, wer sie nun gezeugt hat. Das ergibt als Handlung zwar nicht viel Sinn, dient aber sowieso nur als Entschuldigung, in mehr oder weniger geeigneten Momenten auf die unvermeidlichen Abba-Hits überzuleiten. Donna erklärt ihre finanziellen Probleme: "Money, Money, Money". Donna erschreckt sich, als sie ihre drei Ehemaligen entdeckt: "Mamma Mia!" Das junge Brautpaar erklärt sich zwischendurch noch mal seine Liebe: "Lay all your Love on me". Und so weiter.

An dieser Stelle könnte man sich aufregen über die Löcher im Drehbuch, die immer noch eher bühnenhafte Inszenierung oder ein paar allzu schlichte Dialoge.

Aber warum sollte man? Meryl Streep ist toll, die anderen Darsteller halten meist gut mit, die Lieder sind nun einmal wunderbar, alles ist bunt und aufgekratzt und gut gelaunt, ein Film für den Sommer. Oft am Rande der Peinlichkeit, manchmal mit brillanten Momenten und immer ein Riesenspaß. So wie Abba eben.

insgesamt 8 Beiträge
Carrie 17.07.2008
1. Naja...
ich höre ABBA zwar ganz gerne - mich als Fan zu bezeichnen wär übertrieben, aber ab und an mal geb ich mir die durchaus. Aber was ich bisher an Vorschauen über den Film gesehen habe, macht mich eher skeptisch. Musicalfilme [...]
ich höre ABBA zwar ganz gerne - mich als Fan zu bezeichnen wär übertrieben, aber ab und an mal geb ich mir die durchaus. Aber was ich bisher an Vorschauen über den Film gesehen habe, macht mich eher skeptisch. Musicalfilme sind eh nicht sooo sehr mein Ding, und dann noch geballte ABBA-Power über 2 Stunden - ich glaub, das ist wirklich nur was für ganz harte Fans;) Ich finde, auf der Bühne kommt sowas einfach besser rüber - zum mitjaulen ist der Film allerdings durchaus geeignet:)
rgh55 17.07.2008
2. Original Texte
Bislang hatten mich die deutschen Texte von einem Besuch des Musicals abgehalten. Von der CD mit dieser Version war ich nicht sonderlich begeistert. Aber wenn im Film die Hits mit den Origibnal-Texten zu hören sind, könnte das [...]
Bislang hatten mich die deutschen Texte von einem Besuch des Musicals abgehalten. Von der CD mit dieser Version war ich nicht sonderlich begeistert. Aber wenn im Film die Hits mit den Origibnal-Texten zu hören sind, könnte das ein kurzweiliger Kinobesuch werden! (Trotzdem eine Re-Union mit Live-Konzertten wäre um Klassen besser, denn singen und spielen können die immer noch.)
Shayla 17.07.2008
3. Musical
Die deutsche CD gibt auch nicht die Stimmung richtig wieder. Ich habe das Musical "Mamma Mia" vor einem halben Jahr gesehen. Ich dachte natürlich, es ginge um die Gruppe Abba, aber das Musical hatte seine eigene [...]
Zitat von rgh55Bislang hatten mich die deutschen Texte von einem Besuch des Musicals abgehalten. Von der CD mit dieser Version war ich nicht sonderlich begeistert. Aber wenn im Film die Hits mit den Origibnal-Texten zu hören sind, könnte das ein kurzweiliger Kinobesuch werden! (Trotzdem eine Re-Union mit Live-Konzertten wäre um Klassen besser, denn singen und spielen können die immer noch.)
Die deutsche CD gibt auch nicht die Stimmung richtig wieder. Ich habe das Musical "Mamma Mia" vor einem halben Jahr gesehen. Ich dachte natürlich, es ginge um die Gruppe Abba, aber das Musical hatte seine eigene Geschichte. Dazu kam die deutsche Version der grossen Abba-Hits. Das Publikum war begeistert, und ich auch. Die Stimmen der Musical-Darsteller waren wirklich super, die Geschichte hatte viel Witz und Charme. Ich beobachtete, wie meine Freunde und ich pausenlos grinsend dasassen und irgendwie uns einfach nur super gut fühlten. Das haben die Darsteller dem Publikum wirklich klasse vermittelt. Ich kann dieses Musical nur empfehlen!
iLady 17.07.2008
4. Open Air Sommerkino...
Ich denke der Film ist eine nette Popcorn Unterhaltung und er wird seinen Stammplatz in den Open Air Sommerkinos finden… Eine größer Diskussion über wenn und aber und sollte man…. ist hier eigentlich zu viel des [...]
Ich denke der Film ist eine nette Popcorn Unterhaltung und er wird seinen Stammplatz in den Open Air Sommerkinos finden… Eine größer Diskussion über wenn und aber und sollte man…. ist hier eigentlich zu viel des Aufwandes…
Werwölfin 17.07.2008
5. Prima Gute-Laune-Macher
Habe den Film gestern in einer Vorab-Premiere gesehen und für durchaus ansehnlich befunden. Auch wenn die Grenze zur Peinlichkeit meiner Meinung nach öfters überschritten wird - wann habe ich das letzte Mal 90 Minuten lang [...]
Habe den Film gestern in einer Vorab-Premiere gesehen und für durchaus ansehnlich befunden. Auch wenn die Grenze zur Peinlichkeit meiner Meinung nach öfters überschritten wird - wann habe ich das letzte Mal 90 Minuten lang pausenlos gegrinst? Kleiner Tipp: Wenn Pierce Brosnan zum Singen ansetzt, besser Ohropax rein, das tut wirklich weh. Meryl Streep ist dafür grandios und lässt die verkorkste Inszenierung öfter mal vergessen.
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