Schrift:
Ansicht Home:
Kultur

Nominierungen für Deutschen Filmpreis

"Die Blumen von gestern" vor "Toni Erdmann"

Durchmarsch für "Toni Erdmann"? Von wegen: Bei den Nominierungen für den Deutschen Filmpreis haben sich zwei Produktionen vor Maren Ades oscarnominierten Publikumshit geschoben.

Piffl Medien

Adèle Haenel und Lars Eidinger in "Die Blumen von gestern"

Donnerstag, 16.03.2017   14:07 Uhr

Die Kandidaten für den Deutschen Filmpreis 2017 stehen fest - und bieten eine große Überraschung: Mit insgesamt acht Nominierungen geht "Die Blumen von gestern" von Chris Kraus als meistnominierter Film hervor und lässt damit "Toni Erdmann" von Maren Ade mit insgesamt sechs Nominierungen hinter sich. Auch "Wild" von Nicolette Krebitz sticht mit sieben Nominierungen Ades oscarnominierten Publikumshit zahlenmäßig aus. Das gab die Deutsche Filmakademie, die den Preis ausrichtet, am Donnerstagmittag in Berlin bekannt.

Die drei Filme sind jeweils als bester Spielfilm und für die beste Regie nominiert. Da "Die Blumen von gestern" und "Wild" neben den künstlerischen auch in technischen Kategorien wie Szenenbild, Kostümbild und Tongestaltung im Rennen sind, kommen Kraus' umstrittene Erinnerungskultur-Farce und Krebitz' präapokalyptische Romanze auf insgesamt mehr Nominierungen als Ades gefeierte Tragikomödie.

Als bester Spielfilm sind außerdem nominiert: "24 Wochen", "Tschick", "Wild" sowie "Willkommen bei den Hartmanns". Unter die drei Kandidaten für den Preis des besten Dokumentarfilms haben es "Berlin Rebel High School", "Cahier Africain" und "No Land's Song" geschafft, bei den Kinderfilmen sind diesmal nur zwei Filme dabei: "Auf Augenhöhe" , "Timm Thaler".

Eine Besonderheit bietet in diesem Jahr auch die Kategorie "Beste Regie": Hier dominieren diesmal die Frauen. Neben Ade sind noch Anne Zohra Berrached ("24 Wochen") und Nicolette Krebitz ("Wild") nominiert. Chris Kraus ist der einzige Mann in der Runde.

Die Nominierungen in weiteren ausgewählten Kategorien:

BESTES DREHBUCH
Maren Ade, "Toni Erdmann"
Carl Gerber, Anne Zohra Berrached, "24 Wochen"
Chris Kraus, "Die Blumen von gestern"
Lars Montag, Helmut Krausser, "Einsamkeit und Sex und Mitleid"

BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE
Sandra Hüller, "Toni Erdmann"
Julia Jentsch, "24 Wochen"
Lilith Stangenberg, "Wild"

BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE
Lars Eidinger, "Die Blumen von gestern"
Bruno Ganz, "In Zeiten des abnehmenden Lichts"
Peter Simonischek, "Toni Erdmann"

BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE
Fritzi Haberlandt, "Nebel im August"
Eva Löbau, "Einsamkeit und Sex und Mitleid"
Sigrid Marquardt, "Die Blumen von gestern"
Christiane Paul, "Die Welt der Wunderlichs"

BESTE MÄNNLICHE NEBENROLLE
Rainer Bock, "Einsamkeit und Sex und Mitleid"
Martin Feifel, "Die Welt der Wunderlichs"
Georg Friedrich, "Wild"

BESTE KAMERA / BILDGESTALTUNG
Rainer Klausmann, "Tschick"
Frank Lamm, "Paula"
Sonja Rom, "Die Blumen von gestern"
Reinhold Vorschneider, "Wild"

Der Deutsche Filmpreis wird am 28. April in Berlin verliehen. Die Preisträgerin des diesjährigen Ehrenpreises steht bereits fest: Die Cutterin Monika Schindler wird für ihre Arbeit an über hundert Filmen, darunter "Freier Fall" und "Sushi in Suhl", gewürdigt.

hpi

Newsletter
Neu im Kino: Tops und Flops

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP