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Kultur

Acadamy Award 2015

Oscars verlieren Zuschauer

Lag es an Neil Patrick Harris als Gastgeber, dem Rassismus-Vorwurf im Vorfeld oder doch an den nicht ganz so erfolgreichen Filmen? Die Oscar-Show verzeichnet nach dem Rekordjahr 2014 einen deutlichen Zuschauerverlust.

AFP

Gastgeber Neil Patrick Harris: 36,6 Millionen Zuschauer verfolgten die Oscar-Verleihung im US-Fernsehen.

Montag, 23.02.2015   23:00 Uhr

Los Angeles - Auf den Zuschauerrekord folgt die Flaute: Die Übertragung der Oscar-Verleihung hat die niedrigste Zuschauerzahl seit sechs Jahren geholt. 36,6 Millionen Zuschauer sahen nach Angaben der der Marktforscher der Nielsen Company die von Neil Patrick Harris moderierte Galain der Nacht von Sonntag auf Montag. Es war laut Nielsen-Marktforschern die niedrigste Zahl seit 2009. Damals wurde "Slumdog Millionär" bester Film.

Im vergangenen Jahr hatten noch 43,7 Millionen eingeschaltet - so viele wie nie zuvor. Damals führte Ellen DeGeneres als Gastgeberin durch die Preisverleihung.

Traditionell ist die Oscar-Verleihung in den USA die meistgesehene Sendung des Jahres - nach dem Superbowl. Zum Football-Großereignis schalten weltweit um die 100 Millionen Zuschauer ein. In Deutschland hingegen sehen jedes Jahr nur ein paar Hunderttausend die Oscar-Gala live bei ProSieben.

Das auffällige Minus 2015 könnte unter anderem daran gelegen haben, dass unter den als "Bester Film" nominierten Werken - bis auf "American Sniper" - kaum Kinokassenknüller waren. Außerdem hatte es im Vorfeld eine Rassismus-Debatte gegeben. Der Academy war vorgeworfen worden, eine zu "weiße" Show zu bieten, da nur wenige Afroamerikaner unter den Nominierten waren.

Sänger John Legend (bester Filmsong "Glory" aus dem Bürgerrechtsdrama "Selma") nahm das Thema in seiner Dankesrede wieder auf und setzte sich für die Rechte von Schwarzen ein: "Es sind heute mehr Schwarze unter Kontrolle der Justiz als zu Zeiten der Sklaverei 1850", sagte er.

Moderator Neil Patrick Harris blieb meist unpolitisch, aber auch er versuchte sich mit einem Gag über die "weißesten, äh, hellsten Sterne Hollywoods" - angesichts der wenigen Nominierungen für Schwarze.

Für Aufsehen und zahllose Twitter-Reaktionen sorgte Harris mit einem kurzen Auftritt in weißer Unterhose - als Anspielung auf eine "Birdman"-Szene, in der Hauptdarsteller Michael Keaton halbnackt am Broadway herumläuft, weil sein Bademantel in einer Raucherpause in einer schweren Feuertür klemmen bleibt.

In Deutschland verpassten die Fans kurz nach dem Start der Live-Übertragung die Ehrung von Nebendarsteller Simmons. Etwa sieben Minuten lang sahen sie nur das Oscar-Logo. Der Sender ProSieben teilte zur Begründung mit: "Leitung abgerauscht."

brk/AP/dpa/Reuters

insgesamt 14 Beiträge
derpublizist 23.02.2015
1. Gähnend langweilige Oscar-Veranstaltung,...
...in der meist mittelmäßige amerikanische Filme überschwenglich gefeiert werden. Seit Jahren nur noch eine Marketing-Veranstaltung mit zähnefletschenden, jubelnden Selbstdarstellern. Einziger Lichtblick 2015: Der deutsche [...]
...in der meist mittelmäßige amerikanische Filme überschwenglich gefeiert werden. Seit Jahren nur noch eine Marketing-Veranstaltung mit zähnefletschenden, jubelnden Selbstdarstellern. Einziger Lichtblick 2015: Der deutsche Beitrag über Snowden...
2wwk 23.02.2015
2. Der Grund ist die Politisierung
Ich habe kein Interesse zu hoeren was die "Kuenstler" auf der Buehne politisch denken. .. Solange das Ohnesorg Theater keine Oscar bekommt bin ich NICHT dabei!
Ich habe kein Interesse zu hoeren was die "Kuenstler" auf der Buehne politisch denken. .. Solange das Ohnesorg Theater keine Oscar bekommt bin ich NICHT dabei!
tommahawk 23.02.2015
3. Albernes Kasperletheater
Die ganze Veranstaltung ist schon ziemlich verlogen. Der alterne Nacktauftritt des Showmasters, die Heuchelei der Verlierer, die albernen Dankesreden der Gewinner und pseudopolitische Aussagen zu Themen wie Snowdon, Lohn gür [...]
Die ganze Veranstaltung ist schon ziemlich verlogen. Der alterne Nacktauftritt des Showmasters, die Heuchelei der Verlierer, die albernen Dankesreden der Gewinner und pseudopolitische Aussagen zu Themen wie Snowdon, Lohn gür Frauen - einfach albern.
KJB 23.02.2015
4. Rassismus?
Wenn nur wenige afroamerikaner nominiert waren kann das vlt. auch daran liegen das diese in den USA eine Minderheit noch nach den Hispanics und nur knapp über den Asiaten darstellen wohingegen weiße in den USA immer noch die mit [...]
Wenn nur wenige afroamerikaner nominiert waren kann das vlt. auch daran liegen das diese in den USA eine Minderheit noch nach den Hispanics und nur knapp über den Asiaten darstellen wohingegen weiße in den USA immer noch die mit Abstand häufigste Ethnie ist. Wenn 63% der Bevölkerung aus weißen besteht dann werden die auch bei statistischer Gleichverteilung des Schauspieltalents häufiger Oscars gewinnen als die 13% afroamerikanischer Abstammung. Genauso könnte man sagen Schauspieler der Ethnien Hispanics und Asiaten würden diskriminiert weil sie nicht oft genug nominiert wurden. Teilweise nehmen diese Rassismus Vorwürfe schon kuriose Züge an ohne simple statistische Gegebenheiten zu berücksichtigen.
rakatak 24.02.2015
5.
Ich finde diese Selbstfeierei stinklangweilig. Diese Schnarchevents haben wir im deutschen Fernsehen ebenfalls mit etlichen Bambi- und anderen Filmpreisen. Entsetzlich ist anderen beim Latschen über rote Teppiche zuschauen zu [...]
Ich finde diese Selbstfeierei stinklangweilig. Diese Schnarchevents haben wir im deutschen Fernsehen ebenfalls mit etlichen Bambi- und anderen Filmpreisen. Entsetzlich ist anderen beim Latschen über rote Teppiche zuschauen zu sollen. Vielen anderen wird es ebenso ergehen und das Wunder ist eher, warum es immer noch so viele Zuschauer gibt.

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