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Kultur

Starschwund

Jude Law sagt Berlinale-Eröffnung ab

Überraschend hat nun auch der britische Schauspieler Jude Law seinen Auftritt bei der Berlinale abgesagt. Damit fehlen heute Abend gleich beide Hauptdarsteller des Eröffnungsfilms "Cold Mountain" auf dem roten Teppich. Nicole Kidman hatte sich bereits vor einigen Tagen gegen einen Berlinale-Besuch entschieden.

Donnerstag, 05.02.2004   18:09 Uhr

Die Absage von Jude Law kommt überraschend und unerwartet. Erst am Donnerstag, wenige Stunden vor der festlichen Eröffnung der Berlinale am Potsdamer Platz, teilte "Cold Mountain"-Produzent Harvey Weinstein den Veranstaltern mit, dass Law zurzeit einen Film drehe und deswegen am Abend nicht anwesend sein könne, um sich den Fotografen auf dem roten Teppich zu stellen. Voraussichtlich werde er aber nächsten Mittwoch nach Berlin kommen.

Zuvor hatte bereits Laws Filmpartnerin ihre Teilnahme an der Berlinale abgesagt. Die australische Schauspielerin verwies auf familiäre Probleme, die eine Reise nach Berlin unmöglich machten.

Weinstein verteidigte die Entscheidungen der beiden Stars. "Wenn ich sie nicht rausholen konnte, kann es niemand", sagte der Chef des Hollywood-Studios Miramax. Die Berlinale sei nach wie vor eines der größten Filmfestivals der Welt, so Weinstein. Es sei jedes Mal eine Freude, hier zu sein.

Bei der Auswahl seiner Stars hat Festivalleiter Kosslick dieses Jahr wenig Glück. Zuerst sagte US-Schauspieler Nick Nolte ("Beautiful Country") ab, dann folgten Kidman und jetzt Jude Law. Damit fehlen heute Abend gleich beide Hauptdarsteller des Eröffnungsfilms von Anthony Minghella. Immerhin: Der Regisseur wird auf dem roten Teppich präsent sein.

Branchenkenner führen für die Absagen der drei Schauspieler immer wieder den gleichen Grund an: die diesjährige Vorverlegung der Oscar-Verleihung um einen Monat auf den 29. Februar. Das traditionelle Dinner der Oscar-Nominierten findet daher bereits am 9. Februar in Los Angeles statt. In den USA noch kurz vor der Vergabe der wichtigsten Kinopreise für ihre Filme zu werben, ist den Schauspielern offenbar wichtiger, als in Berlin für die Fotografen zu strahlen.

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