Schrift:
Ansicht Home:
Kultur

Ehrungen für Maren Ade

"Toni Erdmann" Film des Jahres für internationale Kritiker

Der Siegeszug von "Toni Erdmann" geht weiter: Nun führt die Tragikomödie die Jahresbestenlisten der zwei renommiertesten Filmzeitschriften der Welt an. Auch Regisseurin Maren Ade wurde eine besondere Ehre zu teil.

NFP marketing & distribution

Peter Simonischek in "Toni Erdmann"

Freitag, 02.12.2016   14:21 Uhr

Als Adele vor knapp einem Jahr ihr neues Album "25" veröffentlichte, verging kaum ein Tag, an dem man nicht einen neuen Rekord vermelden konnte, den das Album aufgestellt hatte. Ähnlich verhält es sich mit Maren Ades "Toni Erdmann": Seitdem in den USA die sogenannte Awards Season begonnen hat, Jurys ihre Nominierungen bekannt geben und Kritikervereinigungen ihre Jahresbestenlisten veröffentlichen, häufen sich fast täglich neue Ehrungen für den Überraschungserfolg des Jahres an.

Allein in dieser Woche wurde die Tragikomödie vier Mal in großem Stile gewürdigt: Soeben haben ihn sowohl die britische Filmzeitschrift "Sight & Sound" als auch ihr französisches Pendant "Cahiers du cinéma", mithin die zwei renommiertesten Filmmagazine der Welt, zum besten Film des Jahres gewählt. Bei "Sight & Sound" verwies "Toni Erdmann" Barry Jenkins' schwule Coming-of-Age-Geschichte "Moonlight" (deutscher Kinostart: 9. März 2017) und Paul Verhoevens Vergewaltigungs-Farce "Elle" (2. Februar 2017) auf die Plätze. Bei den "Cahiers du cinéma" erhielt er vor "Elle" und "The Neon Demon" von Nicolas Winding Refn den Vorzug (die Top Ten der beiden Zeitschriften finden Sie am Ende des Artikels.)

Außerdem wurde "Toni Erdmann" bei den New York Film Critics Circle Awards, den Preisen der New Yorker Filmkritikerinnen und Filmkritiker, zum besten Auslandsfilm des Jahres gekürt. Maren Ade, 39, wurde zudem vom angesehenen US-Branchenmagazin "Variety" auf die Liste der "10 Directors to Watch" gesetzt worden. Damit zähle sie zu einer Gruppe von zehn talentierten Regisseuren, auf die Hollywood besonders achten solle. Mit dabei sind unter anderem "Moonlight"-Regisseur Jenkins, der britische Dokumentarfilmer Otto Bell und die französische Filmemacherin Julia Ducournau ("Grave"). Die zehnköpfige Gruppe soll Anfang Januar beim Filmfest im kalifornischen Palm Springs und mit einem "Variety"-Sonderheft gewürdigt werden.

Vergangene Woche erhielt "Toni Erdmann" bereits den Lux-Filmpreis vom Europaparlament und wurde als bester internationaler Film für den Independent Spirit Award nominiert. Wenn am 12. Dezember die Nominierungen für die Golden Globes verkündet werden, dürfte der Film ebenfalls dabei sein, und auch bei den Oscars gilt eine Nominierung für "Toni Erdmann" als so gut wie sicher.


Die Top Ten von "Sight & Sound"

1. "Toni Erdmann" - Maren Ade

2. "Moonlight" - Barry Jenkins

3. "Elle" - Paul Verhoeven

4. "Certain Women" - Kelly Reichardt

5. "American Honey" - Andrea Arnold6. "I, Daniel Blake" ("Ich, Daniel Blake") - Ken Loach

7. "Manchester by the Sea" - Kenneth Lonergan

8. "L'Avenir" ("Alles was kommt") - Mia Hansen-Løve9. "Paterson" - Jim Jarmusch

10. "The Death of Louis XIV" - Albert Serra

Die Top Ten von "Cahiers du cinéma"

1. "Toni Erdmann" - Maren Ade

2. "Elle" - Paul Verhoeven

3. "The Neon Demon" - Nicolas Winding Refn

4. "Aquarius" - Kleber Mendonça Filho

5. "Ma Loute" ("Die feine Gesellschaft") - Bruno Dumont

6. "Julieta" - Pedro Almodóvar7. "Rester Vertical" - Alain Guiraudie

8. "La Loi de la Jungle" - Antonin Peretjatko

9. "Carol" - Todd Haynes

10. "Le Bois dont les Rêves sont faits" - Claire Simon

hpi/dpa

Newsletter
Neu im Kino: Tops und Flops

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP