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Kultur

Elif Shafak über die Türkei

"Die Repression hat zugenommen"

Elif Shafak ist die bekannteste Autorin der Türkei. Auf der Frankfurter Buchmesse sprach sie über die politische Lage unter Erdogan, die Aufgabe der Literatur - und über Peter Handke.

DER SPIEGEL

Elif Shafak auf der Buchmesse: "Ich bin nicht sehr optimistisch"

Samstag, 19.10.2019   19:35 Uhr

In ihrem aktuellen Roman "Unerhörte Stimmen" erzählt Elif Shafak die beklemmende Geschichte von Leila, einer transsexuellen Sexarbeiterin in Istanbul, deren Leichnam geschändet wurde. "Minderheiten werden in der Türkei heute stärker unterdrückt", sagte die bekannteste Autorin der Türkei jetzt im Gespräch am SPIEGEL-Stand. Die Repression habe zugenommen, auch an öffentlichen Plätzen.

Zudem äußerte sich die 47-Jährige zu ihrer Rolle als Autorin: "Literatur hat die Aufgabe die zu humanisieren, die dehumanisiert wurden", sagte Shafak. Literaten können sich politisch äußern, dabei sei es egal, ob es rechte oder linke Gesinnung wäre. Doch Nobelpreisträger Peter Handke kritisierte sie: "Es bricht mein Herz, wenn ein Literat Genozide leugnet." Gerade in einer Zeit, in der Populismus in Ungarn, Russland, Polen, in der Türkei und anderen Ländern zunehme und dieser mit Homophobie, Rassismus und Sexismus einhergehe.

Zudem sprach sie über ihre eigene Biografie und sich selbst: "Ich bin nicht sehr optimistisch", sagte Shafak, das habe sie von ihrer Erziehung von ihrer türkischen Großmutter. In der Türkei wäre man eher pessimistisch.

Shafak wuchs nach der Scheidung ihrer Eltern bei ihrer Mutter auf, eine Diplomatin und Wissenschaftlerin, und ihrer Großmutter, einer Frau, die sich laut Shafak selbst als "Heilerin" bezeichnete. Sie hätte den beiden Frauen zu verdanken, dass sie einerseits modern und urban erzogen, andererseits türkische Tradition kennengelernt hätte. Dies verarbeite sie auch in ihrer Literatur.

Zwölf Fragen zum Schwerpunktland der Frankfurter Buchmesse

scw

insgesamt 2 Beiträge
christbinder 20.10.2019
1.
Der Autorin/dem Autor dieses kurzen Artikels empfehle ich, das Buch "unerhöhte Stimmen" zu lesen (es lohnt sich) oder sich zumindest die Mühe zu machen, für den einzigen Satz zu dessen Inhalt korrekt zu recherchieren. Ferner [...]
Der Autorin/dem Autor dieses kurzen Artikels empfehle ich, das Buch "unerhöhte Stimmen" zu lesen (es lohnt sich) oder sich zumindest die Mühe zu machen, für den einzigen Satz zu dessen Inhalt korrekt zu recherchieren. Ferner sollte er/sie sich noch einmal über den korrekten Einsatz des Konjunktiv 2 informieren.
ferdl 20.10.2019
2. Ich hätte
darüber hinweggelesen. Respekt.
darüber hinweggelesen. Respekt.

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