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Lukas Bärfuss erhält Georg-Büchner-Preis

Er ist eine der renommiertesten literarischen Auszeichnungen in Deutschland: Den Georg-Büchner-Preis bekommt in diesem Jahr der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss verliehen.

Paula Ribas/ picture alliance/ DPA

Lukas Bärfuss: "Das ist der Engelskuss, der einen da trifft"

Dienstag, 09.07.2019   09:39 Uhr

Der Schweizer Schriftsteller und Dramatiker Lukas Bärfuss, 47, wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Er wird am 2. November in Darmstadt verliehen.

"In einer distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf, durchdringen sich nervöses politisches Krisenbewusstsein und die Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse am exemplarischen Einzelfall, psychologische Sensibilität und der Wille zur Wahrhaftigkeit" - so begründete die Jury die Wahl des Dramatikers, Erzählers und Essayisten. Seine Dramen und Romane erkundeten stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens. "Das ist der Engelskuss, der einen da trifft", kommentierte Bärfuss die Auszeichnung.

Lukas Bärfuss wurde 1971 im schweizerischen Thun geboren. Er begann 1998 als Dramatiker und avancierte zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Theaterautoren. Sein Stück "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" (2003) wurde in zwölf Sprachen übersetzt. Sein neuestes Drama, "Der Elefantengeist", wurde im September 2018 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt.

An Prosa veröffentlichte er bislang seine Debüt-Novelle "Die toten Männer" (2002), den Roman "Hundert Tage" (2008) über den Völkermord in Ruanda, "Koala" (2014) über den Suizid seines Bruders und "Hagard" (2017), dessen Geschichte um einen erfolgreichen Geschäftsmann kreist, der sich durch obsessives Begehren aus allen sozialen Bindungen löst. "Die Schwäche und die Stärke des Schriftstellers Lukas Bärfuss ist es, dass er sehr viel geschickter mit Gedanken jongliert als mit Emotionen", schrieb der LiteraturSPIEGEL über "Hagard".

Als vollendet sieht er seine Arbeiten nicht an. "Ich habe nie ein Buch fertig geschrieben, man hat es mir immer entrissen", sagt Bärfuss. Das seien dann die Momente gewesen, wenn die Arbeiten zum Drucker mussten. "Deshalb habe ich irgendwie nicht das Gefühl, dass ich meine Bücher fertiggeschrieben hätte." Dann gebe es eine Leere, weil man nichts mehr daran arbeiten, nichts mehr ändern könne. Da habe er sich auch schon mal gesagt, dass er kein Buch mehr schreiben werde. "Und dann dauert es eine Woche und ich setze mich an das Nächste."

Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als einer der wichtigsten Literaturpreise Deutschlands . Preisträger waren unter anderem Erich Kästner (1957), Günter Grass (1965), Sarah Kirsch (1996), Volker Braun (2000) und im vergangenen Jahr die Schriftstellerin Terézia Mora.

Alle Gewinner seit 2010:

2019: Lukas Bärfuss

2018: Terézia Mora

2017: Jan Wagner

2016: Marcel Beyer

2015: Rainald Goetz

2014: Jürgen Becker

2013: Sibylle Lewitscharoff

2012: Felicitas Hoppe

2011: Friedrich Christian Delius

2010: Reinhard Jirgl

cpa/dpa

insgesamt 1 Beitrag
Hexavalentes Chrom 09.07.2019
1. Wünschen wir ihm alles Gute!
Nun, ganz offensichtlich eine Nachricht ohne jegliche Relevanz. Leider ist die Ignoranz mit diesem Preisträger völlig verschwendet. Er ist wirklich nichts, was man ganz für sich behalten wollte. Wünschen wir ihm das Publikum, [...]
Nun, ganz offensichtlich eine Nachricht ohne jegliche Relevanz. Leider ist die Ignoranz mit diesem Preisträger völlig verschwendet. Er ist wirklich nichts, was man ganz für sich behalten wollte. Wünschen wir ihm das Publikum, das er verdient. Wünschen wir ihm Heerscharen. Wünschen wir ihm alles Gute.

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