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Kultur

Fats Domino gestorben

Hören Sie Klassiker des Rock'n'Roll-Pioniers

Er spielte das Boogie-Klavier hart und rhythmisch und wurde so nicht nur in seiner Heimatstadt New Orleans zur Legende: Fünf große Hits zur Erinnerung an Fats Domino (1928-2017).

Getty Images
Mittwoch, 25.10.2017   18:28 Uhr

"The Fat Man" (1949)

Am 10. Dezember 1949 nahm der Pianist Antoine "Fats" Domino in New Orleans diesen Song auf, den er gemeinsam mit seinem Entdecker und Produzenten Dave Bartholomew geschrieben hatte. Man möge ihn den "Fat Man" nennen, aber: "All the Girls they Love me". Bis 1953 hatte das Plattenlabel Imperial Records eine Million Exemplare der Single verkauft.

"Blueberry Hill" (1956)

Der Song stammt aus dem Jahre 1940, wurde für einen Western geschrieben und schon mehrfach als Single erschien. Alles Gründe für den Produzenten Bartholomew, sich gegen eine Aufnahme zu stemmen. Doch Fats Domino bestand darauf, der Song kam auf Platz zwei der Popcharts, nach zwei Wochen waren zwei Millionen Singles verkauft. Es wurde und blieb Dominos größter Hit, der 2004 vom amerikanischen "Rolling Stone" unter die 100 größten Songs aller Zeiten gewählt wurde.

"Ain't It A Shame" (1955)

Pat Boone, der brave, sanfte und vor allem weiße Sänger hatte 1955 einen Nummer-eins-Hit mit dieser Domino/Bartholomew-Komposition - doch auf mittlere Sicht setzte sich das Original aus New Orleans durch; Fats Domino spielte ihn in "Shake, Rattle & Rock!", einem der Filme, mit denen Hollywood vom Rock'n'Roll-Boom zu profitieren suchte. Angeblich das erste Lied, das John Lennon zu spielen lernte, er coverte es 1975.

"Walking to New Orleans" (1960)

Eine Hymne an Dominos geliebte Heimatstadt New Orleans, die Ray Charles 1960 für ihn schrieb. Während der Hurrikan "Katrina" über dem Süden der USA tobte und weite Teile von New Orleans überschwemmt waren, wurde Domino vorübergehend als verschollen gemeldet. Jemand schrieb sogar "RIP Fats" an sein Haus - verfrüht.

"I'm Walkin'" (1957)

In Deutschland dürfte dieser Song zu Fats Dominos bekanntesten Titeln gehören - dank eines Spots, der Anfang der Neunzigerjahren für eine Tankstellenkette warb und mit "I'm Walkin'" unterlegt war. Im Video ein Auftritt von Fats Domino bei einem holländischen Jazzfestival. Wie am Mittwoch bekannt wurde, ist Fats Domino im Alter von 89 Jahren gestorben.

feb

insgesamt 13 Beiträge
Jörgi1980 25.10.2017
1. Seine
Songs sind zeitlos und zaubern auch heute noch ein Lächeln auf die Lippen. RIP
Songs sind zeitlos und zaubern auch heute noch ein Lächeln auf die Lippen. RIP
soul-and-music 25.10.2017
2. Das Ende einer Ära
Fats Domino: Rock'n Roll, Kuschelblues, Colourful Radio Luxemburg, Partymusic, erste Übungen im Projekt "Jugend forscht", freudige Abkehr von der Schullehrerpronunciation (z.B. Lena-English) .... und alles mit max. 4 [...]
Fats Domino: Rock'n Roll, Kuschelblues, Colourful Radio Luxemburg, Partymusic, erste Übungen im Projekt "Jugend forscht", freudige Abkehr von der Schullehrerpronunciation (z.B. Lena-English) .... und alles mit max. 4 Akkorden. Danke Fats!
tueftler 25.10.2017
3. ...
Machs gut "Fat Man". Deine unvergesslichen Songs werden Dich überleben.
Machs gut "Fat Man". Deine unvergesslichen Songs werden Dich überleben.
sven_uhrmann 25.10.2017
4. Gone but not forgotten
Fats, Du wirst uns als Link nach New Orleans fehlen https://www.youtube.com/watch?v=0lMdAsGAvMM die Lohmänner aus Bielefeld
Fats, Du wirst uns als Link nach New Orleans fehlen https://www.youtube.com/watch?v=0lMdAsGAvMM die Lohmänner aus Bielefeld
waldbaer! 25.10.2017
5. Von wegen Co-Autor
Was Dave Bartholomew damals machte war gang und gäbe im amerikanischen Pop-Business: Produzenten waren meist Angestellte mit Festgehalt, aber als "Ko-Autoren" kassierten sie bei den Komponisten-Tantiemen mit und [...]
Was Dave Bartholomew damals machte war gang und gäbe im amerikanischen Pop-Business: Produzenten waren meist Angestellte mit Festgehalt, aber als "Ko-Autoren" kassierten sie bei den Komponisten-Tantiemen mit und sicherten sich so eine Erfolgsbeteiligung. Künstler, zumal schwarze, die ihr eigenes Material schrieben (Bei denen also keine externen Songwriter den Reibach einstrichen), hatten in den fünfziger Jahren oft gar keine andere Wahl, als sich auf solch einen Deal einzulassen, wenn sie überhaupt einen Plattenvertrag bekommen wollten. Wobei die Hautfarbe der Produzenten egal war: Weiße wie schwarze Produzenten standen sich da in nichts nach. Unabhängig davon: Goodbye Fats!

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