Schrift:
Ansicht Home:
Kultur

Österreichische Sopranistin

Hilde Zadek stirbt mit 101 Jahren

Die Kammersängerin Hilde Zadek ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Der Direktor der Wiener Staatsoper würdigte die Sopranistin als bedeutende Künstlerin und Pädagogin, die Generationen prägte.

DPA

Hilde Zadek 2017

Freitag, 22.02.2019   19:12 Uhr

Die Kammersängerin Hilde Zadek ist tot. Wie die Wiener Staatsoper mitteilte, starb Zadek am Donnerstag im Alter von 101 Jahren in Karlsruhe. Zadek gehörte zu den größten Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts. Bei der Wiener Staatsoper war sie Ehrenmitglied.

"Mit ihr hat uns nun eine weitere Staatsopernikone des 20. Jahrhunderts verlassen, eine bedeutende Künstlerin, die das Nachkriegsensemble der Staatsoper repräsentierte wie wenige, eine legendäre Pädagogin, die Generationen prägte", sagte Staatsoperndirektor Dominique Meyer. "Wir werden Hilde Zadek - unseren Sonnenschein, wie ich sie nennen durfte - vermissen."

39 Rollen in 37 verschiedenen Opern

Hilde Zadek wurde am 15. Dezember 1917 in Bromberg (Provinz Posen, heute Bydgoszcz) geboren und verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Stettin. Sie ließ sich zunächst in Berlin zur Kinderkrankenschwester ausbilden. 1935 musste die jüdischstämmige Zadek nach Palästina emigrieren. Am Konservatorium in Jerusalem absolvierte sie eine Musik- und Gesangsausbildung.

Sie debütierte am 3. Februar 1947 als Aida in einer Aufführung der Wiener Staatsoper im Theater an der Wien und wurde rasch zu einer wichtigen Säule des Ensembles. Zwischen 1947 und 1971 sang Hilde Zadek 39 Rollen in 37 verschiedenen Opern. Zu ihren glanzvollsten Partien zählten neben der Aida die Tosca und die Ariadne in Richard Strauss' "Ariadne auf Naxos". 1971 verabschiedete sie sich von der Bühne. Seitdem war sie in Österreich und international als Gesangslehrerin tätig und leitete unter anderem bis 1978 die Gesangsabteilung am Konservatorium der Stadt Wien.

apr/dpa

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP