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Kultur

Abgehört - neue Musik

Abenteuer am Gummiband

Ein verschollenes Album von Miles Davis muss doch toll sein! Oder auch nicht. Außerdem: identitätspolitische R&B-Epik von Sampa The Great, freidrehender Jazz von Iggy Pop und federnder Techno aus Berlin.

Von und
Dienstag, 10.09.2019   17:34 Uhr

Miles Davis - Rubberband
(Rhino/Warner, seit 6. September)

Miles Davis hat seine Kritiker oft irritiert, aber meistens hat die Geschichte ihm Recht gegeben. Das stimmt sogar für die Zeit nach seinem fünfjährigen Loch, als er 1980 in die Musik zurückfand und mit dem Live-Album "We Want Miles" 1982 tatsächlich einen Meilenstein veröffentlichte. Es war der Beweis, wie offen Fusion-Jazz sein konnte. Seine Platten aus den Achtzigerjahren bis "Tutu" (1986) haben einen höchstens mittelguten Ruf - zu Unrecht. Davis vollzieht da, längst in seinen Fünfzigern, abermals atemberaubende Entwicklungen. Er findet seinen Ton wieder, entwickelt fantastische Bands mit Musikern wie Marcus Miller, Al Foster, Mike Stern, Marilyn Mazur, Darryl Jones, John Scofield, die, obwohl viele von ihnen gereift waren, bei Miles zur Meisterschaft fanden.

Deshalb war die Spannung umso größer, als nun ein "verschollenes" Miles-Album von Ende 1985 veröffentlicht werden sollte. Fusion ist heute zurück, und die Zeit wäre richtig. Doch falscher als "Rubberband" kann ein Album kaum sein.

Am schlimmsten sind die nachträglichen Aufnahmen und Mixe der Musiker Randy Hall, Zane Giles und von Vince Wilburn Jr., dem Neffen von Davis. Sie haben dieses Album zu verantworten. Zumindest im Fall des Titelstücks kann man das Original mit der neuen Version vergleichen. 2019 klingt das wie urheberrechtsfreie Musik, die man im Kino vor der Werbung hört. Eine abgehangene Idee von generischem R&B mit verhallten Trompetenstößen und einer Frauenstimme. Das Original klang Ende 1985 immerhin ein bisschen wie das Album "Tutu", aber ohne die sublime Produktion von Marcus Miller.

Andreas Borcholtes Playlist KW 37

SPIEGEL ONLINE

Playlist auf Spotify

 1. Iggy Pop: Glow In The Dark

 2. Grimes: Violence

 3. FKA Twigs: Holy Terrain

 4. Sampa The Great: Final Form

 5. Danny Brown: Dirty Laundry

 6. LIUN + The Science Fiction Band: Kiddo

 7. Fieh: Samurai/When The Summer Is Through

 8. Barker: Posmean

 9. Celeste: Strange

10. The White Screen: Mami

"Rubberband" versucht aus dem Toten einen Act zu basteln, der auch im US-amerikanischen Mainstream greifen soll. Das war zwar der Traum von Miles Davis, gelang ihm aber nur in Europa und Japan. "Paradise", der allerschlimmste Track, präsentiert diese Radiosehnsucht als Grauen der Mittelmäßigkeit: lahmer Groove, Steeldrums, Huh und Hah im Chor und eine akustische Gitarre, die auf World Music macht, wie man schon eine Weile nicht mehr sagt. Grotesk.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch die historischen Sessions in einer Zeit der Schwäche stattfanden. Die alte Band flog damals auseinander, Darryl Jones ging mit Sting auf Tournee (heute spielt er seit 25 Jahren bei den Rolling Stones), John Scofield startete seine Solokarriere. Die Plattenfirma Columbia ging Miles nach Jahrzehnten der Treue auf die Nerven, weil sie den blutjungen Wynton Marsalis besser betreute als den Meister. Marsalis verkaufte mit seinem Museumsjazz mehr Einheiten und griff Davis' elektrische Fusion in Interviews aggressiv an. Auf seiner letzten Platte für Columbia, "You're Under Arrest", coverte Miles auf coole Art Michael Jackson und Cindy Lauper. Bei "Rubberband" hört man das gewagte Spiel, wie Prince zu klingen (klappte nicht). Die Nachlassverwalter verzerren den gescheiterten Versuch nun zur lächerlichen Parodie.

Bei der Lektüre von Ian Carrs Miles-Biografie fällt auf: Bei "Rubberband", damals wie heute, sitzen jene Leute am Regler, die bei Miles stets die B-Band waren. Es waren junge Musiker um seinen Neffen aus Chicago, die Miles zu Beginn des Jahrzehnts wieder auf die Beine halfen, die er aber ersetzte, als die ersten Konzerte folgten. Dieses Album wirkt wie die Rache der zweiten Garde, das Resultat jenseits jeder Klassifizierung. (ohne Wertung) Tobi Müller

Preisabfragezeitpunkt:
10.09.2019, 12:45 Uhr
Ohne Gewähr

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Miles Davis
Rubberband

Label:
Rhino (Warner)
Preis:
EUR 11,07

Sampa The Great - "The Return"
(Ninja Tune/Rough Trade, ab 13. September)

"I found myself again", singt Sampa Tembo im ersten Stück ihres epischen neuen Albums. Der gemächliche, aber stetig vorantreibende Rhythmus von "Mwana" (Kind) erinnert an einen Pop-Klassiker, dessen Einfluss immer noch nicht hinreichend gewürdigt wurde: "State Of Independence" in der Donna-Summer-Version von 1982, von Quincy Jones produziert, mit Michael Jackson, Stevie Wonder und Lionel Richie im Backgroundchor. "Spiritual High" lautete ein alternativer Titel dieser ursprünglich von Vangelis komponierten Nummer, und in solch einem Hoch der Inspiration befand sich auch die erst 26-jährige Sängerin und Rapperin Tembo, als sie sich nach langer Zeit endlich traute, in ihr Geburtsland Sambia zurückzukehren. Sie wuchs in Botswana auf, ging mit 19 nach Los Angeles und San Francisco, um schließlich 2013 in Sydney Musikproduktion zu studieren und in Rap-Clubs aufzutreten.

"The Return" handelt von ihrer Heimkehr aus der Diaspora, der Wiederaneignung ihrer afrikanischen Identität unter Beibehaltung und Verarbeitung aller angeeigneten kulturellen Einflüsse. Das Album ist eine Unabhängigkeitserklärung, die Sampa The Great zu einer der wichtigsten Stimmen einer spirituell und identitätspolitisch erwachten R&B-Szene macht. Aber wie es bei gewichtigen Proklamationen leider oft ist: Es ist viel zu lang.

Mit rund 70 Minuten Spielzeit ist "The Return" noch einmal 20 Minuten länger als Sampas letztes Album "Birds And The Bee9", mit dem sie vor zwei Jahren die Aufmerksamkeit von Kendrick Lamar und Lauryn Hill erregte - und das australische Pendant des britischen Mercury Prize gewann. Das Aufregende daran war, wie musikalisch souverän und schonungslos politisch sich die junge Künstlerin gab - und dabei, zum Beispiel in "Black Girl Magik", immer einer aus Soul, Jazz und G-Funk generierten, sehr abgeklärt wirkenden Sanftheit verhaftet blieb.

In eigener Sache: Start für das soundlab vom SPIEGEL

Auch auf "The Return" braucht es erst den Pep-Talk einer Freundin im Anrufbeantworter-Interludium "Wake Up", bis sich im Rap-Battle mit dem afrikanischen Hip-Hopper Krown über Frauenfeindlichkeit und Diskriminierung im Musikbusiness eine gewisse Dringlichkeit einstellt.

In der Mitte des chronologisch aufgebauten Selbstfindungs-Albums finden sich die stärksten Stücke: der feministische G-Funk "Any Day" (mit Soulsänger Whosane), der nervöse Jungle-Stomp "OMG" und das zentrale "Final Form", das Sampas Emanzipationsanspruch mit Fanfaren und Funk-Grooves eindrucksvoll geltend macht: "Black Power" ruft ein Chor immer wieder - 2019 verschmilzt mit 1969.

Die glitzernde, mit säuselnden (Synthie-)Streichern garnierte Rap-Ballade "Heaven" schließt eine Lücke zwischen dem Heritage-R&B von Jamila Woods und dem Space-Funk von Solange. "Diamond In The Ruff" ist dann mit seinem Neunziger-Vibe leider genau das, und "Leading Us Home" verschnarcht auf halbem Wege im allzu entspannten Jazzgitarren-Twang. Wäre "The Return" tighter und kompakter, es wäre ein Meisterwerk.

Aber wenn Sampas Reise sich mit dem Titeltrack ihrem Ende nähert, ist man fast schon zu erschöpft für eine neunminütige, musikalisch vielschichtige Meditation über Blackness-Bedingungen in Afrika, Australien und Amerika mit insgesamt vier Feature-Gästen. Und danach geht es noch mit zwei nicht minder langen Stücken weiter. "Don't Give Up" heißt eines davon mit ungewollter Ironie. Aber Spannungsbrüche hin oder her: Man wird zu diesem majestätischen "Return", der eigentlich eine Ankunft ist, noch oft und gerne zurückfinden. (8.0) Andreas Borcholte

Preisabfragezeitpunkt:
10.09.2019, 12:41 Uhr
Ohne Gewähr

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Sampa the Great
The Return (Digipack)

Label:
Ninja Tune (Rough Trade)
Preis:
EUR 14,99

Iggy Pop - "Free"
(Loma Vista/Caroline/Universal, seit 6. September)

Was der große Vorteil ist, wenn man Iggy Pop ist? Man kann ein Album einfach mal so "passieren" lassen. Nach seinem überraschend hohen Charts-Eintritt mit dem schön retro-lärmigen "Post Pop Depression" (2016) und der zugehörigen Tournee fühlte sich James Osterberg noch einmal spät bestätigt. Und warum auch nicht? Pop ist einer jener wenigen Überlebender aus der Rock'n'Roll-Hallo of Fame, der sich nicht damit begnügt, alte Klassiker noch mal über die Bühne zu schieben. Der 72-Jährige ist auch im sehnigen Greisenalter noch für jeden neuen Spaß zu haben. Ob er nun, wie zuletzt, in Jim Jarmuschs "The Dead Don't Die" als kaffeesüchtiger Zombie auftritt oder jetzt eine Art Jazz-Album herausbringt: Der Mann lebt das, was sich die Rock'n'Roller aller Jahrzehnte immer erträumt haben: unverschämte Freiheit.

"Free" ist deshalb auch ein passender Titel für diese unterhaltsame halbe Stunde neuer Pop-Musik. "This album just kind of happened to me, and I let it happen", sagt der Künstler über die zehn Stücke, die er hauptsächlich von dem Jazz-Trompeter Leron Thomas und der Gitarristin Sarah Lipstate (Noveller) instrumentieren ließ. Pop selbst leiht ihren ambient dahinlichternden Soundflächen lediglich die tiefergelegte, brummelnde Stimme.

Abgehört im Radio

Mittwochs um 23 Uhr gibt es beim Hamburger Web-Radio ByteFM ein Abgehört-Mixtape mit vielen Songs aus den besprochenen Platten und Highlights aus der persönlichen Playlist von Andreas Borcholte.

Das hat vor allem in der zweiten Hälfte von "Free" ganz schöne Effekte, wenn er sich in "Glow In The Dark" zu atmosphärischem Klimpern, Tuten und Klampfen als levitierenden, im Dunkeln leuchtenden Alternative-Guru inszenieren lässt, der pamphletartige Sätze aneinander reiht: "Positive thoughts make a brighter you" zum Beispiel. Im Spoken-Word-Track "We Are The People" erinnert er an den brüchigen Johnny Cash der "American Recordings"-Ära und erzählt von freigeistigen Hofnarren wie ihm selbst, die in der "berzerk nation" USA Heimat und Gemeinsamkeit suchen.

Im schon fast zu Tode zitierten Dylan-Thomas-Gedicht "Do Not Go Gentle Into The Good Night", das er danach über Space-Sounds rezitiert, verrutscht ihm die Gravitas in der Stimme dann doch ein wenig ins unfreiwillig komödiantische William-Shatner-Terrain, aber in der schlaflosen Mondsonate "The Dawn" hat er sich dann wieder gefangen.

Die "Rage", die Wut also, zu der Dichter Thomas seinen sterbenden Vater ermahnte, dem Tod zu begegnen, findet man hier seltener als bei der "Post Pop Depression", allerdings kräht sich Pop schön kregel durch die Mariachi-Punk-Nummer "Dirty Sanchez" und hat mit "Love's Missing" auch einen klassisch groovenden Rocksong im Angebot, Fan-Baiting halt.

Höhepunkt ist aber das mokant Nick-Cave-artige "James Bond", in dem Pop schon mal charmant eine weibliche 007 vorwegnimmt. Eine Bond-Hymne, die tatsächlich als Titelsong eines neuen Films dient, das wäre, nach Stooges-Fame, Bowie-Kollabos, französischen Chansons und Jazz-Experimenten, nun wirklich die Krönung dieser unwahrscheinlichen Freigeist-Karriere. Never going to happen? Bei Iggy Pop weiß man bekanntlich nie. (7.5) Andreas Borcholte

Preisabfragezeitpunkt:
10.09.2019, 12:37 Uhr
Ohne Gewähr

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Iggy Pop
Free (Mint Pack)

Label:
Caroline (Universal Music)
Preis:
EUR 8,56

Barker - "Utility"
(Ostgut Ton, seit 6. September)

Ein Technoalbum ist schon deswegen interessant, weil es mit der Praxis des Auflegens im Club wenig zu tun hat. Es will (und muss) eine neue Geschichte erzählen. In der Nacht regieren die Kick-Drum und der Viervierteltakt, im Studio aber fällt das Tanzregime. Sam Barker, ein Brite in Berlin, legt regelmäßig im Berghain auf, dem Rathaus des hauptstädtischen Nachtlebens. Er gestaltet dort eine Partyreihe mit, die "Leisure System" heißt. Im britischen Begriff Leisure schwingen mehr Stil und Eleganz mit als in der deutschen Freizeit, gerade in der Arbeiterklasse. Und so hört sich Barkers erste Soloplatte eben auch an: Das Album "Utility" bietet neun Tracks, die den Club vom proletarischen Salon aus betrachten, als ein psychedelisches, aber wortloses Gespräch danach, allein mit erlesenen Maschinen, hervorragenden Ingenieuren und teuren Boxen.

"Paradise Engineering" nimmt uns sanft an der Hand auf die andere Seite des Horizonts, wo die Klänge wie Perlen purzeln und vieles nach Trance duftet. Ob da süßes Gift oder ein reinigendes Ritual auf dem Dancefloor wartet? Schon mit "Posmean", dem zweiten Track, beginnt das große Federn: Präzise Delay-Effekte stanzen einen leichten Funk in die Synthie-Mitten, aber alles bleibt warmschattig. Man hört das britische Hardcore-Kontinuum, das den Funk in den Breakbeats sucht und die Deepness in analogen Klängen findet. "Experience Machines" gleitet von anfänglichem Stolpern in einen Future Funk, der aber noch immer ohne Viertel im Bass auskommt - ein Versprechen aus der Zukunft.

"Gradients of Bliss" fliegt zum Runterkommen in den Weltraum, wo der Hall lang und die Sounds dumpf sind. Auf einmal schweben rasselartige Klangkörper vorbei, deren Bahnen rhythmisch asynchron zum Betrachter verlaufen. In der "Hedonic Treadmill" läuft das globale Hamsterrad dann wieder sachte an. Es ist der lieblichste Track von allen, das liegt auch an den für das Genre unüblich vielen Akkordwechseln, die hier allzu vorhersehbar sind. Doch jeder Track erzählt etwas: Das Prinzip modularer Synthesizer, das auf "Utility" auch im Einsatz ist, ist ja die stete Entwicklung des Klangs, und nicht die saubere Wiederholung eines Loops. Der Titeltrack, "Utility", stellt federnd und ohne Worte die drängende Frage: wieder tanzen oder nach Hause? Ach, erstmal eine rauchen. (8.3) Tobi Müller

Preisabfragezeitpunkt:
02.09.2019, 09:16 Uhr
Ohne Gewähr

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Barker
Utility

Label:
Ostgut Ton (Rough Trade)
Preis:
EUR 16,99
insgesamt 13 Beiträge
hard_frost 10.09.2019
1. Präzise Delay-Effekte?
Dieses "Herausstanzen" sind keine Delay-Effekte, das erreicht man zB mit einem Gate oder Kompressor, der über die Side-Chain gesteuert wird. Das steuernde Signal kann zB ein Drumtrack sein, welcher aber wiederum im Mix [...]
Dieses "Herausstanzen" sind keine Delay-Effekte, das erreicht man zB mit einem Gate oder Kompressor, der über die Side-Chain gesteuert wird. Das steuernde Signal kann zB ein Drumtrack sein, welcher aber wiederum im Mix selbst nicht zu hören ist. Und was genau daran präzise ist... das hört sich immer irgendwie gut an, weil neu und rhythmisch interessant. Der Effekt wird in dieser Form relativ selten gebraucht, weil er so destruktiv wirkt. Raketenwissenschaft ist das nicht. Kommen wir zum Begriff "Future Funk": ich rate ab, diesen als Genre- oder Style-Bezeichnung innerhalb der Techno-Welt zu benutzen, weil er bereits für ein Sub-Genre von Vaporwave in Beschlag genommen wurde - obwohl er mit "Future" nun nicht allzuviel zu tun hat. Aber da gibt es jede Menge Sidechain-Pumping _auf_ den Vierteln, also eigentlich das Gegenteil, was hier beschrieben wird. Für mich fällt das weitgehend unter "Intelligent Techno", wenn man so will. Für das Attribut "Funk" scheint mir das Ganze viel zu kopflastig zu sein. Aber mit Sicherheit die interessanteste Platte aus der 4er-Gruppe.
ambulans 10.09.2019
2. der
einzige, ders diesmal reißt, ist der godfather of punk (james bond als hymne für die 1. weibliche darstellerin - das hätte schon was). obwohl - was macht dann idris elba? irgendwie ist alles so ungerecht ... dr. ambulans (alle [...]
einzige, ders diesmal reißt, ist der godfather of punk (james bond als hymne für die 1. weibliche darstellerin - das hätte schon was). obwohl - was macht dann idris elba? irgendwie ist alles so ungerecht ... dr. ambulans (alle kassen)
butzibart13 10.09.2019
3. vor 50 Jahren
Iggy Pop klingt in der Tat sehr gereift, sonor, jazzig, also ungewöhnlich, aber nicht schlecht, wenn man das mal mit dem Klassiker "1969" von den Stooges vergleicht.
Iggy Pop klingt in der Tat sehr gereift, sonor, jazzig, also ungewöhnlich, aber nicht schlecht, wenn man das mal mit dem Klassiker "1969" von den Stooges vergleicht.
freddykruger 10.09.2019
4. @ambulans
Hallo Doc. Auferstanden aus Ruinen, oder was? Da sind wir wohl nach langer Zeit mal wieder einer Meinung. Die neue Iggy Pop ist sehr gut und vor allem abwechslungsreich. Über die Laufzeit von etwas über 30 Minuten kann man [...]
Hallo Doc. Auferstanden aus Ruinen, oder was? Da sind wir wohl nach langer Zeit mal wieder einer Meinung. Die neue Iggy Pop ist sehr gut und vor allem abwechslungsreich. Über die Laufzeit von etwas über 30 Minuten kann man streiten. Mir ist so ein kurzes Album auf jedenfall lieber, als ein Album mit 70 Minuten und davon 30 Minuten Füllmaterial. James Bond ist der Song auf dem Album. Über Miles Davis schweig ich besser. Freitag morgens gekauft, Mittags gehört und voreillig für sehr gut befunden. Hab sie schließlich verschenkt. Miles Davis würde sich wohl im Grabe umdrehen wenn er hört wie die Nachbearbeitung seine Musik kaputt gemacht hat. mfg freddykruger elm st Privatpatient
Papazaca 11.09.2019
5. Endlich: Interessanter Mix aus "alter und neuer Musik"
Wobei diese Zuordnung schon problematisch ist. Die neue Miles ist für mich zu mindestens ein guter Grund, mir seine alten Alben aus dieser Zeit anzuhören. Damals fand ich auch nicht alles aus seiner "Endzeit" gut. Auf [...]
Wobei diese Zuordnung schon problematisch ist. Die neue Miles ist für mich zu mindestens ein guter Grund, mir seine alten Alben aus dieser Zeit anzuhören. Damals fand ich auch nicht alles aus seiner "Endzeit" gut. Auf dem vorgestellten "Give it up" jedenfalls spielt die Rhymusgruppe "Funky-Stereotypen" und Miles bläst quasi ein langes Solo. Nicht gerade interessant. Von den "Eingriffen" ganz abgesehen. Sampa the Great ist eher schwer zu beurteilen, ich muß mehr von ihr hören. Was in ihrer Musik noch an Sambia erinnert? Schwer zu sagen. Musikalische Immigranten verlieren oft schnell den musikalischen Touch zu ihrer Heimat. Und heraus kommt öfters eine nicht immer überzeugende "Fusion-Music". Iggy Pop's Scheibe macht Spass: Der minimalistische Anfang von "James Bond" führt dann zu voller "Hofkapelle". Ein guter Grund, mehr zu hören und die Scheibe vielleicht zu kaufen. Auch Barker's Utility gefiel mir. Nichts einmaliges, aber gut anzuhören. Diesmal macht mir "Abgehört" wirklich Spass: Altes, quasi Reissues und der überlebende Iggy, aber auch "World Musik" - wobei niemandem der Begriff gefallen kann - und Techno aus dem Berghain. Diesmal habe ich wirklich Lust, mich in jede der Scheiben reinzuhängen, bin wirklich neugierig, sie vollständiger zu hören. Und der Mix ist auch gut. So müßte es immer sein.
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