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Kultur

Goldene Kamera

Sonderpreis für Klimaaktivistin Greta Thunberg

Nicht nur Laudator Michael "Bully" Herbig zeigte sich begeistert von "Fridays for Future"-Initiatorin Greta Thunberg. Bei der Verleihung der Goldenen Kamera bekam die junge Schwedin stehende Ovationen.

Foto: Hannibal Hanschke / REUTERS
Samstag, 30.03.2019   22:40 Uhr

Greta Thunberg hat bei der Goldenen Kamera einen flammenden Appell für die Rettung des Weltklimas gehalten. "Wir stehen jetzt an einem Scheideweg unserer Geschichte", sagte die 16-jährige Aktivistin am Samstagabend in Berlin. Sie rief Prominente auf, ihre Stimme zu erheben, da sie Einfluss auf Milliarden Menschen weltweit hätten.

Thunberg, die zur Symbolfigur einer Protestwelle geworden ist, weil sie immer freitags für einen beherzteren Kampf gegen den Klimawandel demonstriert, statt zur Schule zu gehen, wurde mit einem Sonderpreis Klimaschutz ausgezeichnet.

"Die Schülerin aus Schweden hat uns aufgerüttelt", sagte Laudator Michael "Bully" Herbig bei der Gala im stillgelegten Flughafen Tempelhof. Thunberg sei ein "echtes Phänomen". Mit Hass und Häme werde man sie nicht aufhalten. Von den Zuschauern im Saal gab es Standing Ovations für Thunberg. Den Preis widmete sie denjenigen, die den Hambacher Forst schützten und die fossile Energie im Boden beließen.

Rund 1200 Gäste waren zur Verleihung des Film- und Fernsehpreises eingeladen. Steven Gätjen moderierte den Abend. Das ZDF übertrug die Preisverleihung, die von der Funke-Mediengruppe veranstaltet wird. Zur Eröffnung sang die Boygroup Westlife. Im Publikum saßen unter anderem Schauspieler Jan Josef Liefers, Moderator Kai Pflaume und die US-Schauspielerin Jessica Chastain.

Auf dem pinkfarbenen Teppich erschien auch der österreichische Künstler Tom Neuwirth, bisher bekannt als Conchita Wurst. Zuletzt zeigte er sich auf Bildern eher maskulin und nannte sich "Wurst". In Berlin erschien er mit dicker Metallkette und schwarzer Corsage.

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Goldene Kamera 2019: "Das nächste Mal spiele ich wirklich was Lustiges, Papi."

Über die Verleihung mehrerer Preise entschied eine Jury, zu der auch die Schauspieler Nadja Uhl und Richy Müller ("Tatort") gehörten. Geehrt wurde etwa die Schauspielerin Anna Schudt. Die 45-Jährige bekam eine Goldene Kamera als beste Darstellerin für ihre Rolle im ZDF-Film "Aufbruch in die Freiheit". Das Familiendrama über die Lage von Frauen in den Siebzigerjahren wurde auch als bester Fernsehfilm prämiert. "Ich bin so stolz auf diesen Film", sagte Schudt. Und fügte hinzu: "Das nächste Mal spiele ich wirklich was Lustiges, Papi."

Bereits bekannt war, dass die britische Schauspielerin Vanessa Redgrave für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden sollte. Sie konnte aber nicht selbst kommen. "Sie hatte letzte Woche einen Unfall. Obwohl es ihr jeden Tag besser geht, haben ihr die Ärzte striktes Reiseverbot erteilt", hatten die Veranstalter erklärt.

kry/dpa

insgesamt 85 Beiträge
konterspieler 31.03.2019
1. Greta Thunberg hat schon wieder alle überrascht!
Wer irgendwie geglaubt hatte, das sich Greta Thunbergs Potenzial mit zwei Reden in Kattowice und Davos erschöpft hätte, der sah sich eines besseren belehrt: was die "Kleine" da in ihrer "Dankesrede" [...]
Wer irgendwie geglaubt hatte, das sich Greta Thunbergs Potenzial mit zwei Reden in Kattowice und Davos erschöpft hätte, der sah sich eines besseren belehrt: was die "Kleine" da in ihrer "Dankesrede" ablieferte, verschonte weder die Promis im Saal noch die Zuschauer "draußen im Lande"! So manchem Promi im Saal fiel sichtbar die Kinnlade runter und so mancher Zuschauer auf dem Sofa zuhause dürfte sich innerlich am "Kopf gekratzt" haben bei dem Versuch, sich zu erklären wie es möglich ist, das erst ein gerade sechzehn Jahre alt gewordenes Mädchen kommen muss, um wieder mal dem staunenden Publikum zu erklären, das es doch bitteschön Verantwortung zu übernehmen hätte für den Erhalt des einzigen Planeten, auf dem es gerade auf dem Sofa sitzt und Chips verputzt. Bravo, Greta, Bravo!
steveleader 31.03.2019
2. Nicht aufstehen und klatschen,...
sondern Auto mit Verbrennungsmotoren verkaufen und eAutos anschaffen. Das wäre ein erstes konkretes Zeichen das Greta ernst genommen wird. Ein Zeichen welches schnell und schmerzlos zu erbringen wäre.
sondern Auto mit Verbrennungsmotoren verkaufen und eAutos anschaffen. Das wäre ein erstes konkretes Zeichen das Greta ernst genommen wird. Ein Zeichen welches schnell und schmerzlos zu erbringen wäre.
wassolldasdenn52 31.03.2019
3. Greta hat's verdient!
So engagiert, wie sich das Mädel ernstzunehmend einsetzt, mit einer hochachtungsvollen Hingabe ohne wenn und aber, hat sie den grössten Respekt, den es auf diesem Globus gibt, verdient. Und damit auch diesen ehrenvollen Preis! [...]
So engagiert, wie sich das Mädel ernstzunehmend einsetzt, mit einer hochachtungsvollen Hingabe ohne wenn und aber, hat sie den grössten Respekt, den es auf diesem Globus gibt, verdient. Und damit auch diesen ehrenvollen Preis! Ihre Unnachgiebigkeit und ihr Wille, sich den dreisten und verlogenen Politikern entgegen zu stellen, ist wohl einmalig auf der Welt und viele der Zuschauer haben begriffen, dass es so nicht weitergehen darf. Ich hoffe und wünsche, dass sie viel Unterstützung aus dem Kreise der Prominenten ernten wird, denn es geht auch um deren Nachkommen. Die Politik scheint zu korrupt zu sein, als das echte Unterstützung zu erwarten wäre. Daher muss nun die Prominenz aktiv werden, denn die Gierschlunde hat sie leider ja offensichtlich als Feinde, die sie nur allzu gerne diskreditieren wollen, wie auch schon zu lesen war. Ich Danke Greta sehr für ihre absolut ernst zu nehmende Initiative. Gib nicht auf und mache unbedingt weiter so, wie auch alle anderen, die sich ihrer Initiative angeschlossen haben. Vielen Dank!!!
HH1960 31.03.2019
4. Bambi für Greta!
Ich finde es angemessen, denn sie hat in ihrer kurzen Aktivistinnenlaufbahn schon viel mehr bewirkt als viele Vollprofis in ihren Jahrzehnten langen politischen Laufbahnen. Eine sehr gute Entscheidung der Jury!
Ich finde es angemessen, denn sie hat in ihrer kurzen Aktivistinnenlaufbahn schon viel mehr bewirkt als viele Vollprofis in ihren Jahrzehnten langen politischen Laufbahnen. Eine sehr gute Entscheidung der Jury!
claus7447 31.03.2019
5. Es ist gut,
Wenn man sieht, dass auch die Welt der Filmgeschichte sich des Themas annehmen und unterstützen. Es gibt bedauerlicherweise eine genügend Grösse Anzahl von Menschen die verleugnen das wir einen Klimawandel eingeleitet haben, an [...]
Wenn man sieht, dass auch die Welt der Filmgeschichte sich des Themas annehmen und unterstützen. Es gibt bedauerlicherweise eine genügend Grösse Anzahl von Menschen die verleugnen das wir einen Klimawandel eingeleitet haben, an dem wir selbst die ursachen gelegt haben. Dies Menschen werden wir nicht ändern können, den sie haben im Hinterkopf: ICH müsste mich ja dän ändern. ICH müsste von geliebten Gewohnheiten Abstand nehmen oder reduzieren. Ihnen ist egal was unsere Kinder Enkel oder danach kommende Generationen vorfinden. Sie pflegen das Privileg des Egoismus. Das mag dumm sein, schlimmer es wird nicht helfen, die Auswirkungen zu mildern (von stoppen spreche ich nicht mehr). Noch schlimmer, das Politiker entweder genau so denken (Trump), oder aus lauter populismus und mangelndem Rückgrat es ignorieren, weil es einfacher ist nichts zu tun. Jeder Demokrat hat die Wahl.
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