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Kultur

Nach Todesfall in Talkshow

Britisches Parlament will Reality-TV prüfen

Der britische Sender ITV hat seine Sendung "The Jeremy Kyle Show" nach einem Todesfall abgesetzt. Jetzt will das britische Parlament prüfen, wie die Programmmacher mit Gästen in Reality-Formaten umgehen.

AFP

Studios des Fernsehsenders ITV in Großbritannien: Folge nicht ausgestrahlt

Mittwoch, 15.05.2019   18:00 Uhr

Die "Jeremy Kyle Show" ist in Großbritannien eine bekannte, seit 14 Jahren laufende Talkshow - jetzt hat der ausstrahlende Sender ITV sie abgesetzt.

Grund dafür ist der Todesfall eines Gastes, der in der Show, in der die Gäste ihre Beziehungskonflikte vor Publikum austragen, einen Lügendetektor-Test nicht bestanden hatte. Der 63-Jährige sollte so beweisen, dass er seine Verlobte nicht betrogen hatte. Später war bekannt geworden, dass der Mann verstorben war. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt. Der Polizei berichtete jedoch, der Tod sei nicht verdächtig; eine Obduktion soll noch erfolgen. Die Folge wurde nicht ausgestrahlt.

Der Tod des Mannes hatte in Großbritannien eine Debatte um den Stress für die Menschen, die im Reality-TV auftreten, und die ethische Verantwortung von Programmmachern aufgeheizt.

Nachdem ITVs Geschäftsführerin das Produktionsende der "Jeremy Kyle Show" am Mittwoch verkündete, reagierte auch das britische Parlament. Das Komitee für Kultur, Medien und Sport will demnach eine Untersuchung von Reality-Formaten einleiten. Dabei soll unter anderem untersucht werden, ob den Gästen während und nach den Dreharbeiten genügend Unterstützung geboten wird.

Der Komitee-Vorsitzende Damian Collins sagte dem "Guardian": "Sendungen wir die 'Jeremy Kyle Show' stellen Menschen, die verletzlich sein können, zu einem Zeitpunkt ihres Lebens in die Öffentlichkeit, an dem sie nicht in der Lage sind, die Konsequenzen für sich selbst oder für ihre Familie abzusehen."

mal/AP/Reuters

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