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Kultur

"Lang lebe die Königin"

Letzter Film mit Hannelore Elsner wird fertiggestellt

Im April ist Hannelore Elsner gestorben, ihr letzter Film wird 2020 in der ARD ausgestrahlt. Die Szenen, die Elsner nicht mehr selbst spielen konnte, übernehmen fünf Kolleginnen, darunter Iris Berben.

Andreas Rentz/ Getty Images

Iris Berben und Hannelore Elsner 2006 in Berlin. Berben übernimmt für eine ARD-Tragikomödie die Rolle ihrer verstorbenen Freundin

Freitag, 23.08.2019   15:52 Uhr

Die Dreharbeiten zu der Tragikomödie "Lang lebe die Königin" musste Hannelore Elsner wegen ihrer schweren Krebserkrankung abbrechen, am 21. April starb sie im Alter von 76 Jahren. Nun soll der unvollendete Film doch noch fertiggedreht und ausgestrahlt werden.

Wie die ARD mitteilte, ging der Nachdreh in dieser Woche zu Ende. Als Hommage an ihre verstorbene Kollegin übernahmen fünf Schauspielerinnen ihre Rolle: Iris Berben, Hannelore Hoger, Eva Mattes, Gisela Schneeberger und Judy Winter spielten an je einem Drehtag eine Szene. Die Ausstrahlung des Films ist für 2020 geplant.

Diese Vorgehensweise erinnert an den Film "Das Kabinett des Doktor Parnassus", dessen Hauptdarsteller Heath Ledger 2008 verstarb, bevor das Fantasydrama fertiggestellt war. Ihn ersetzten damals die Kollegen Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell.

In "Lang lebe die Königin" spielte Elsner die Mutter von Nina Just (Marlene Morreis), Moderatorin bei einem Verkaufssender, die machen kann, was sie will, aber nie deren Anerkennung bekommt. Dann erfährt sie, dass ihre Mutter Krebs hat und eine Spenderniere braucht. Offen bleibt, ob Nina und ihre Mutter sich aussöhnen.

Hannelore Elsner hatte den Großteil des Films bereits abgedreht. Fünf Szenen seien übrig geblieben, in denen sich Mutter und Tochter in unterschiedlichen Situationen begegnen, erläuterte Claudia Simionescu, Redaktionsleitung Fernsehfilm beim Bayerischen Rundfunk. "So kam die Idee auf, die Rolle der Mutter auch mit fünf unterschiedlichen Schauspielerinnen zu besetzen." Inhaltliche Änderungen am Drehbuch habe es nicht gegeben. "Wir wissen, wie wichtig es Hannelore Elsner gewesen ist, dass dieser Film fertiggestellt wird."

kae/dpa

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