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Kultur

"Schlag den Star"

Geschlechterkrampf mit Tomahawk

Sarah Lombardi gegen Eko Fresh: Erstmals trat bei "Schlag den Star" eine Frau gegen einen Mann an. Dass darüber überhaupt Aufhebens gemacht werden musste, war leider trauriger als die Show lang war.

Steffen Z Wolff/ ProSieben

Sarah Lombardi, Elton und Eko Fresh (v.l.r.): Abgezockt und clever ranschmeißerisch

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Sonntag, 09.12.2018   13:08 Uhr

Manchmal kann einen selbst ProSieben noch rühren. Zum Beispiel, wenn Elton knautschjackettig eine harmlose Samstagabendshow als "das ewige Duell" ankündigt - in halbengagiertem Leierton, als würde er selbst fast glauben, was er da gerade behauptet.

Und damit leider nicht meint, dass in den folgenden vier Stunden nun endlich abschließend und ein für alle Mal geklärt werden soll, wer einem Kampf zwischen Braunbär und Gorilla gewinnen würde. Sondern nur die schiere Unglaublichkeit anmoderiert, dass bei "Schlag den Star" gleich erstmals in der Geschichte des Formats ein Mann und eine Frau gegeneinander antreten würden - Rapper Eko Fresh gegen "Deutschland sucht den Superstar"-Zweite Sarah Lombardi nämlich.

ProSieben/Steffen Z. Wolff

Sarah Lombardi und Eko Fresh

Falls so wirklich "das ewige Duell" aussehen sollte, kann man gerade noch auf die Ankunft der apokalyptischen Reiter auf Shetlandponys warten, die gleich zum Soundtrack der "Mädels vom Immenhof" um die Ecke biegen dürften.

Sagen wir es kürzer, als die Show elendslang ist: Ego Fresh gewinnt, haushoch.

Interessanter ist allerdings der Umstand, dass es durchaus auch andersrum hätte ausgehen können. Denn Lombardi führte bei einigen Spielen zuerst, um sie dann doch zu versemmeln. Etwa beim Tomahawk-Beil-Wettwerfen. Bei einem Vierkampf auf dem Eis, wo beide etwa gleich ungelenk Bälle auf eine Blechdose warfen. Oder im Schlammparcours, der auf einem Ziesel (das Mini-Kettenfahrzeug, leider nicht das gleichnamige erdhörnchenartige Tier) zurückgelegt werden musste.

Wer ist denn dieser Friedrich Merz?

Was sehr schnell die Frage aufwarf, warum es denn bitte so lange gedauert hat, bis man produktionsseitig das Hasardeurenstück wagte, ein gemischtgeschlechtliches Kandidatenduo ins Rennen zu schicken. Dümmlichkeiten wie das Nichterkennen relevanter aktueller Figuren, in diesem Fall Friedrich Merz, sind schließlich absolut genderübergreifend, wie vorausgegangene Sendungen bewiesen.

Gestern war es Eko Fresh, der den gescheiterten CDU-Vorsitz-Aspiranten beim Bilderrätsel erkannte, was Sarah Lombardi mit einem staunenden "Da hat sich aber einer vorbereitet!" bedachte.

Dagobert Duck immerhin erkannten beide.

Dass das Duell nicht sonderlich spannend ausfiel, war auch der Tatsache geschuldet, dass Fresh mit 35 Jahren und reichlich Battle-Erfahrung deutlich abgeklärter war als seine neun Jahre jüngere Gegnerin.

Als die beiden bei einer sonderbaren Neuerung in einer Spielrunde drei vorbereitete Lieder ansingen beziehungsweise -rappen mussten, um dann die Gunst der zahlungspflichtig anrufenden Zuschauer über den Sieger entscheiden zu lassen, performte er abgezockt und clever ranschmeißerisch ein Cover von "Wadde hadde dudde da?" - ausgerechnet den ESC-Beitrag des von vielen Zuschauern immer noch schmerzlich vermissten "Schlag den Star"-Erfinders Stefan Raab.

Auch in den anderen Runden wirkte er schlicht nervenstärker, während Lombardi auf ihrer Selbstauspfeife-Orgel nur zwischen den Pedalen "Mist!", "Mann!" und "Shit!" variierte. Am Ende bedankte er sich höflich bei ihr für den fairen "Fight" und würdigte ihren Mut, gegen einen Mann anzutreten. Wahrscheinlich war das nett gemeint, es klang trotzdem antiquiert gönnerhaft.

Aber wer weiß, vielleicht ebnet dieser hochemanzipatorische Abend ja wirklich den Weg für eine "Schlag den Star"-Ausgabe mit Bär gegen Gorilla, so in zehn, zwanzig Jahren, wenn die Zeit dafür reif ist.

insgesamt 26 Beiträge
hexagon7467 09.12.2018
1.
Mann gegen Frau - sowas kann man sich sparen. In solchen Wettkämpfen gewinnen Männer immer. Muskelkraft ist stärker beim Msnn nun mal stärker ausgeprägt. Frauen haben Vorteile in puncto emotionaler Intelligenz. Sobald es [...]
Mann gegen Frau - sowas kann man sich sparen. In solchen Wettkämpfen gewinnen Männer immer. Muskelkraft ist stärker beim Msnn nun mal stärker ausgeprägt. Frauen haben Vorteile in puncto emotionaler Intelligenz. Sobald es um körperliche Aspekte geht sind Frauen zweitklassig.
ruhepuls 09.12.2018
2. Echt jetzt?
Und so eine Sendung ist einen Spiegel-Online-Beitrag wert...? Na, dann...
Und so eine Sendung ist einen Spiegel-Online-Beitrag wert...? Na, dann...
dasfred 09.12.2018
3. Hauptsache Alessio geht es gut
Eine gemischte Paarung also mal zur Abwechslung. Ich fand frühere Ausgaben auch schon recht gemischt, wenngleich auch nicht nach Geschlecht sortiert. Das hat hier zwischen diesen beiden vielleicht den einzigen Unterschied [...]
Eine gemischte Paarung also mal zur Abwechslung. Ich fand frühere Ausgaben auch schon recht gemischt, wenngleich auch nicht nach Geschlecht sortiert. Das hat hier zwischen diesen beiden vielleicht den einzigen Unterschied ausgemacht. Beide sind sich sonst doch in Bezug auf ihre mediale Öffentlichkeit recht ähnlich. Sie sind mir im TV schon oft untergekommen, jedoch kann ich mit keinem auch nur irgendein Vokal Stück verbinden. Nun ist allerdings bei Pro 7 auch kaum noch was dabei, was mein Humorzentrum trifft oder sonstwie unterhaltsam erscheint. Ich bin wohl zu alt dafür. Außerdem finde ich, dass man Frau Rützel nicht über Stunden an den Fernseher binden darf, nur damit sie uns eine lustige Sonntagmorgen Kolumne liefern kann. RTL schafft das in kürzerer Zeit mit höherwertigem Output.
RalfHenrichs 09.12.2018
4. Da ist aber jemand beleidigt
1. Es ist nun mal so, dass es eigentlich unspannend ist, wenn in einer solchen Show Mann gegen Frau antreten, da es in einigen Spielen meistens auch auf Kraft ankommt Diese hatte man in dieser Show wohlweislich nicht drin. Dennoch [...]
1. Es ist nun mal so, dass es eigentlich unspannend ist, wenn in einer solchen Show Mann gegen Frau antreten, da es in einigen Spielen meistens auch auf Kraft ankommt Diese hatte man in dieser Show wohlweislich nicht drin. Dennoch gewann der Mann klar, was aber wohl weniger am Geschlecht lag, als daran, dass Sarah nicht cool genug und oft zu zappelig für dieses Format war. Das hat weniger mit ihrem Alter als mit ihrem Charakter zu tun. Das macht sie sympathisch, aber eben nicht geeignet für dieses Format. 2. Interessant ist, dass Anja drei Spiele nennt, die Sarah am Ende trotz Führung versemmelt haben soll. Dabei sind gerade die einzigen zwei Spiele, die Sarah am Ende auch gewonnen hat. Den Vierkampf auf dem Eis hat im Gegenteil Eco unglücklich verloren.
klogschieter 09.12.2018
5. Dümmlich hin oder her
Ich mag es leiden, wenn eine Vertreterin einer jüngeren Generation einen wie Merz gar nicht erst erkennt.
Ich mag es leiden, wenn eine Vertreterin einer jüngeren Generation einen wie Merz gar nicht erst erkennt.
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