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Kultur

Streaming-Müll bei Netflix und Co.

Gucken Sie das bloß nicht!

Netflix und Amazon Prime gelten als Streaming-Musterschüler, aber Trash gibt es auch hier. Damit Sie nicht versehentlich in einen Kreativ-Unfall geraten: Diese zehn Serien und Filme sollten Sie meiden.

INTERTOPICS/ LMKMEDIA/ ddp

Renee Zellweger in "What/If".

Von
Sonntag, 23.06.2019   21:05 Uhr

Im Wochentakt veröffentlichen Streamingdienste wie Amazon Prime und vor allem Netflix neue Serien und Filme. Ungeheure 15 Milliarden Dollar pumpt Netflix in diesem Jahr in seine Inhalte, getrieben von einem Markt, der im Herbst mit dem Eintritt von Apple, Disney und Warner erst so richtig heiß laufen wird.

Masse geht also über Klasse, und beileibe nicht jedes neue Original hat das Zeug zum Überflieger wie "Stranger Things", "The Crown" oder "The Marvelous Mrs. Maisel". Und selbst große Namen schützen nicht vor einem Absturz in die glitschigen Untiefen der TV-Grütze.

Aktuelles Beispiel: Die Netflix-Miniserie "What/If" mit Renee Zellweger in der Hauptrolle. Die Unwucht dieser auf Hochglanz polierten Schmonzette wird schon in der ersten Szene deutlich: Da stiefelt Zellweger als schwerreiche Kapitalgeberin Anne durch ihr Arbeitszimmer und spricht Sätze wie diesen in ihr Aufnahmegerät: "Entferne die lästigen Fesseln, die die Gesellschaft geschaffen hat, um uns zu limitieren: Liebe, Ehe Kinder, die Moralvorstellungen minderwertiger Menschen."

Klingt vage nach Shakespeare, ist von Zellweger mit der Verve großer Schauspielkunst gespielt - und landet doch auf dem Niveau einer Edel-Soap. Warum Anne überhaupt ihre durchtriebenen Pläne als Notiz an sich selbst aufnehmen muss, erschließt sich genauso wenig wie ihre Motivation, ein Paar für seine Geschäftsidee zunächst finanziell zu unterstützen und es dann ins Unglück laufen zu lassen. Darüber gießen die Macher dann noch eine Bildersoße in Glamour-Optik. Wenigstens war "What/If" von vornherein als Miniserie geplant, von einer Fortsetzung bleiben die Zuschauer wohl verschont.

Aber es gibt ja schon ein großes Arsenal in Sachen Trash. Sehen Sie hier, welche Film- und Serien-Flops sich noch bei Netflix und Amazon verstecken.

insgesamt 85 Beiträge
dosmundos 23.06.2019
1. So weit, so treffend.
Allerdings lassen sich Alan-Sandler-Netflix-Filmchen schlichtweg nicht mit europäische-cineastischen Maßstäben bewerten :-)
Allerdings lassen sich Alan-Sandler-Netflix-Filmchen schlichtweg nicht mit europäische-cineastischen Maßstäben bewerten :-)
krautrockfreak 23.06.2019
2. Auf Streaming kann man eh verzichten, es kommt genug im Fernsehen, wem
das nicht reicht, dem ist nicht zu helfen. Allein der Energieverbrauch ist gigantisch, das Internet wird zugemüllt durch die riesigen Datenmengen. Und die Leute wissen gar nicht mehr, was sie alles schauen sollen, so ein [...]
das nicht reicht, dem ist nicht zu helfen. Allein der Energieverbrauch ist gigantisch, das Internet wird zugemüllt durch die riesigen Datenmengen. Und die Leute wissen gar nicht mehr, was sie alles schauen sollen, so ein Überfluss an Filmen und Serien herrscht schon. Ich frage mich, wie wir vor 30 Jahren mit 3 Programmen überleben konnten...
MissMorgan 23.06.2019
3. Mrs Maisel
Nun, außer tollen Bildern, einem angenehmen Ambiente hat aber diese Serie inhaltlich auch nicht viel zu bieten.. Eine verlassene jüdische Ehefrau kotzt sich auf der Bühne aus, wird verhaftet und will Komikerin werden. Kein [...]
Nun, außer tollen Bildern, einem angenehmen Ambiente hat aber diese Serie inhaltlich auch nicht viel zu bieten.. Eine verlassene jüdische Ehefrau kotzt sich auf der Bühne aus, wird verhaftet und will Komikerin werden. Kein einziger Witz ist witzig, und viele Piep-Wörter peppen den Inhalt auch nicht auf. Im zweiten Teil wird über mehrere Folgen hinweg an "Dirty Dancing" erinnert. Und selbst bei den "Gilmore Girls" aus der gleichen Feder wird abgekupfert. Das Ambiente ist sehr schön, aber reicht das?
Fritz.A.Brause 23.06.2019
4. Na, wenn Sie das sagen,...
...dann werden die Streamingdienste wohl morgen alle ihr Geschäft einstellen.
...dann werden die Streamingdienste wohl morgen alle ihr Geschäft einstellen.
michaelhellweg 23.06.2019
5. Da hat der Rezensent wohl nicht richtig aufgepasst
Vieles ist ja Geschmackssache. Wenn der Rezensent dann aber eine Serie wie What/If runtermacht und als Bsp. für die Minderwertigkeit die Szene anführt in der Anne angeblich Sätze, die (für mich gar nicht) an Shakespeare [...]
Vieles ist ja Geschmackssache. Wenn der Rezensent dann aber eine Serie wie What/If runtermacht und als Bsp. für die Minderwertigkeit die Szene anführt in der Anne angeblich Sätze, die (für mich gar nicht) an Shakespeare erinnern, zu sich selber sagt, so hat er einfach oberflächlich zugeschaut. Anne diktiert in der Szene eine Passage für ihr Ratgeberbuch. Das ist völlig stimmig. Aus dem Buch wird später immer wieder zitiert. In der Szene wird es eingeführt. Völlig einleuchtend und gut gelöst.

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