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Leben und Lernen

Abiturprüfung angeblich zu schwierig

Schüler wehren sich gegen Matheaufgaben

Zehntausende Schüler in neun Bundesländern protestieren gegen die diesjährigen Abituraufgaben im Fach Mathematik. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands rät zu mehr Gelassenheit.

Getty Images/Tetra images RF

Bundesweit sind Schüler und Schülerinnen an den Abituraufgaben im Fach Mathematik verzweifelt

Montag, 06.05.2019   16:17 Uhr

Waren die Abiturprüfungen im Fach Mathematik zu anspruchsvoll oder nicht? Zehntausende Schüler und Schülerinnen protestieren seit den Abiturprüfungen am vergangenen Freitag gegen die Matheaufgaben. In Bayern, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und dem Saarland sowie in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt beschwerten sie sich mit Onlinepetitionen darüber.

So hatten bis zum Montagmorgen bereits mehr als 50.000 Menschen eine Petition an das bayerische Kultusministerium unterschrieben. "Wir Abiturienten bitten darum, den Notenschlüssel des Mathematik-Abiturs in Bayern 2019 zu senken und dem Schwierigkeitsgrad anzupassen", heißt es darin.

Die Schüler begründen ihren Protest mit Aufgabenstellungen, die vorher kaum im Unterricht vorgekommen seien. Vor allem die Aufgaben in Geometrie und Stochastik seien so schwer gewesen "wie in keiner der vergangenen Abiturprüfungen". In Bayern und Niedersachsen kündigten die Kultusministerien an, die Aufgaben zu überprüfen.

"Keine Anzeichen" für zu schwere Aufgaben

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, hält die Proteste jedoch für überzogen. Es gebe bisher keine Belege dafür, dass die Aufgaben zu schwierig gewesen seien. Im Interview mit der "Rhein-Neckar-Zeitung" plädierte er dafür, erst einmal abzuwarten: "Ohne dem endgültigen Bewertungsergebnis vorwegzugreifen: Die Tendenz zeigt für Bayern, die Notenresultate bewegen sich im durchschnittlichen Bereich der Abi-Prüfungen in Mathematik." Wenn es Anzeichen für eine erschwerte Prüfung gebe, müsse man über eine Neubewertung nachdenken. "Aber derzeit gibt es dafür keine Anzeichen."

Bereits vor drei Jahren hatten die Matheaufgaben in Niedersachsen für Ärger gesorgt. Damals hatten Schüler gegen den Schwierigkeitsgrad und die Zahl der gestellten Aufgaben protestiert. Als Konsequenz wurde der Bewertungsmaßstab damals durch das Kultusministerium um 12,5 Prozent abgesenkt.

faq/dpa

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