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Leben und Lernen

Studie zur Digitalisierung

Zwei von drei Schulen warten auf stabiles Internet

Die Digitalisierung kommt nur schrittweise in deutschen Klassenzimmern an: Gerade einmal jede dritte Schule verfügt über schnelles Internet und WLAN. Das zeigt eine neue Umfrage.

imago images/Westend61

Eher nichts zu lachen: Nur in jeder dritten Schule gibt es in allen Klassen- und Fachräumen Zugang zu schnellem Internet und WLAN.

Montag, 06.05.2019   16:14 Uhr

Lernen für die digitale Zukunft sieht anders aus: Nur in jeder dritten Schule (36 Prozent) gibt es in allen Klassen- und Fachräumen Zugang zu schnellem Internet und WLAN. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Befragt wurden 1.232 Schulleitungen allgemeinbildender Schulen.

Nur jede dritte Schulleitung gab an, mindestens einen Klassensatz an digitalen Endgeräten wie Tablets für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung zu haben. Und gerade mal an 19 Prozent der Schulen besitzen alle Lehrer einen dienstlichen PC.

"Wenn sich die Digitalisierung an Schulen in der gleichen Geschwindigkeit vollzieht wie in den letzten 5 Jahren, werden wir erst 2034 erreicht haben, dass es an allen Schulen einzelne Klassensätze an digitalen Endgeräten gibt", sagte Udo Beckmann, der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Lehrerverband fordert mehr Geld

Im Vergleich zu 2014 zeigt die aktuelle Umfrage allerdings auch Fortschritte: Die Zahl der Schulen, die für ihre Schüler ganze Klassensätze an Tablet-Computern oder Smartphones bereitstellen können, hat sich seitdem von zwölf Prozent auf 34 Prozent nahezu verdreifacht.

Damit Schulen schneller digitalen Unterricht anbieten können, fordert Udo Beckmann mehr Geld von Ländern und Kommunen. Der Bedarf liege dabei auch weitaus höher als im Digitalpakt Schule vorgesehen.

Der Pakt, der Mitte März beschlossen wurde, sieht schrittweise eine flächendeckende Digitalisierung der Schulen vor. Dafür investiert der Bund innerhalb der nächsten fünf Jahre fünf Milliarden Euro.

faq/dpa

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