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Leben und Lernen

Digitalpakt

Wann die Milliarden bei den Schulen ankommen

Der Digitalpakt ist in Kraft getreten - aber bis die Schulen das Geld für Computer und Lehrer-Fortbildungen bekommen, kann es noch dauern. NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer erklärt, wie es weitergeht - und wann.

Getty Images

Mädchen vor einer Sanduhr: Es dauert noch, bis Geld aus dem Digitalpakt fließt

Ein Interview von Lara Jäkel
Freitag, 17.05.2019   14:01 Uhr

Das Ringen um den Digitalpakt hat ein Ende: Am Freitag ist die mühsam ausgehandelte Vereinbarung zwischen Bund und Ländern in Kraft getreten. Über den "Digitalpakt Schule" fließen in den nächsten Jahren mehr als fünf Milliarden Euro für die digitale Ausstattung von Schulen und die Weiterbildung von Lehrern. Davor liegen aber noch einige Hürden.

Damit die Gelder ausgezahlt werden können, müssen die Bundesländer erst die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen. Dabei sind die jeweiligen Bildungsminister gefragt, so wie Yvonne Gebauer (FDP) in Nordrhein-Westfalen.

SPIEGEL ONLINE: Frau Gebauer, wann können die Schulen mit den ersten Geldern rechnen?

Yvonne Gebauer: Für Nordrhein-Westfalen habe ich die nötige Verwaltungsvereinbarung mit dem Bund in der vergangenen Woche unterzeichnet. Wir arbeiten bereits mit Hochdruck an einer Förderrichtlinie, auf deren Grundlage die Schulen das Geld aus dem Digitalpakt schnellstmöglich abrufen können. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier bald einen guten Vorschlag auf dem Tisch haben und hoffe, dass wir die ersten Förderbescheide noch dieses Jahr übermitteln können.

Zur Person

SPIEGEL ONLINE: Nordrhein-Westfalen soll durch den Digitalpakt gut eine Milliarde Euro in den nächsten Jahren bekommen. Reicht das?

Gebauer: Wer glaubt, dass es mit einem einmaligen Paket getan sein wird, der irrt. Die modernste Ausstattung von heute ist morgen schon ein Fall fürs Technikmuseum. Gerade die digitale Ausstattung muss regelmäßig erneuert werden. Digitalisierung ist daher eine Daueraufgabe für die Zukunft.

SPIEGEL ONLINE: Setzen Sie dabei weiter auf den Bund?

Gebauer: Um Bildung erfolgreich gestalten zu können, braucht es eine fortwährende Kraftanstrengung, an der sich auch der Bund beteiligen muss. Mit dem Digitalpakt haben wir deshalb die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Bund und Länder auch in Zukunft auf einer stabilen und verfassungsrechtlich abgesicherten Grundlage zusammenarbeiten können.

SPIEGEL ONLINE: Bis dahin war es ein mühsamer Weg. Erleichtert?

Gebauer: Es war nun wirklich an der Zeit. Die Bundesregierung hat sich beim Digitalpakt wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es Jahre dauert, bis das Geld bei den Schulen ankommt. Wir werden bei der Umsetzung zeigen, dass es uns ernst ist und den Startschuss für eine zeitgemäße digitale Ausstattung geben.

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