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Leben und Lernen

Reise zum Dschungelcamp

Nathalies Mutter muss Strafe zahlen

Nathalie Volks Mutter flog mit zum "Dschungelcamp" nach Australien. Allerdings nahm die Lehrerin dafür keinen Urlaub, sondern ließ sich krankschreiben. Nun muss sie fast 10.000 Euro Strafe zahlen.

DPA

"Dschungelcamp"-Teilnehmerin Nathalie Volk (links) mit ihrer Mutter

Donnerstag, 30.03.2017   18:09 Uhr

Die Mutter von Model und Dschungelcamp-Teilnehmerin Nathalie Volk ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Richterin am Amtsgericht Soltau in Niedersachsen befand sie am Donnerstag für schuldig, ein falsches Gesundheitszeugnis benutzt zu haben.

Das Gericht verurteilte die Angeklagte Viktoria Volk zu 140 Tagessätzen von jeweils 70 Euro und folgte damit im Wesentlichen der Staatsanwaltschaft. Volks Anwalt hatte auf Freispruch plädiert und kündigte an, in die nächste Instanz zu gehen.

Die 47-jährige Lehrerin hatte ihre Tochter im Januar 2016 zur RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" nach Australien begleitet. Laut Anklage hatte sie zunächst vergeblich Sonderurlaub beantragt.

Wenig später meldete sie sich für drei Wochen krank, eine Ärztin hatte ihr einen Erschöpfungszustand attestiert. In dieser Zeit flog sie zum Dschungelcamp. "Ich dachte, ich könnte mich in Australien etwas erholen", sagte die Pädagogin am Montag vor Gericht. "Mir hat die Reise sehr gut getan."

Seit Jahresanfang suspendiert

Zu Jahresbeginn hatte Volk, die Mathe- und Physiklehrerin am Gymnasium Soltau ist, ihren Job verloren. Das Amtsgericht Soltau hatte im Dezember einen Strafbefehl von 7000 Euro gegen die Pädagogin verhängt, den die Staatsanwaltschaft Lüneburg "wegen Gebrauchs eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses" beantragt hatte. Das Gericht war davon ausgegangen, dass die Lehrerin ihre Ärztin durch wahrheitswidrige Angaben dazu veranlasst hatte, ihr die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen. Die Beamtin weigerte sich; zu zahlen. Daraufhin sei Volk mit sofortiger Wirkung vom Schuldienst suspendiert worden, teilte die Schulbehörde Mitte Januar mit.

mja/dpa

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