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Leben und Lernen

Kinderbetreuung

Giffey sagt Ländern 300 Millionen für Ausbildungsoffensive zu

An Kitas fehlen Tausende Erzieherinnen und Erzieher. Damit der Beruf attraktiver wird, soll die Ausbildung einem Bericht zufolge künftig vergütet werden. Das Familienministerium unterstützt das finanziell.

DPA

Kita (Symbolbild)

Montag, 17.12.2018   10:58 Uhr

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat den Ländern rund 300 Millionen Euro zugesagt, um mehr Fachkräfte für Kitas zu gewinnen. "Ab dem neuen Ausbildungsjahr im Sommer 2019 werden wir bis 2022 rund 300 Millionen Euro als Impuls für die Länder zur Verfügung stellen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das Geld soll dem Bericht zufolge unter anderem dazu verwendet werden, die Erzieherausbildung künftig zu vergüten. Derzeit werden die ersten beiden Ausbildungsjahre im Erzieherberuf, die an einer Fachschule stattfinden, nicht bezahlt.

"Es gibt Interesse an diesem Beruf, aber für zu viele ist er nicht attraktiv genug", sagte Giffey. "Solange wir keine bessere Bezahlung und Anerkennung erreichen, dürfte sich daran auch nichts ändern."

In Deutschland gibt es einen verheerenden Kitaplatzmangel. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln fehlen aktuell rund 270.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige. Der Betreuungsschlüssel ist in einigen Bundesländern zudem sehr niedrig.

Im Video: Die 24-Stunden-Kita

Foto: SPIEGEL TV

Die Funke-Zeitungen zitieren aus einer aktuellen Prognose-Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, nach der bis zum Jahr 2025 in deutschen Kitas 191.000 Fachkräfte fehlen, bis zum Jahr 2030 seien es 199.000. Der Studie zufolge ließen sich durch die Einführung einer Ausbildungsvergütung 50.000 zusätzliche Schulabgänger für eine Erzieherausbildung gewinnen.

Giffey sagte: "Wenn wir die Qualität in den Kitas nachhaltig verbessern und den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen sicherstellen wollen, dann brauchen wir dringend auch mehr gut qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher."

sun/dpa

insgesamt 31 Beiträge
pejoachim 17.12.2018
1. Betreuer fehlen?
Oh nein! Wie ist das denn möglich bei dieser prächtigen Bezahlung, bei der ein Mensch sich ohne Bedenken ein Fahrrad und ein möbliertes Zimmer leisten kann? Mal Spaß beiseite: Ich habe meinen Schülern (zwischen 16 und 20 [...]
Oh nein! Wie ist das denn möglich bei dieser prächtigen Bezahlung, bei der ein Mensch sich ohne Bedenken ein Fahrrad und ein möbliertes Zimmer leisten kann? Mal Spaß beiseite: Ich habe meinen Schülern (zwischen 16 und 20 Jahren alt) stets empfohlen, den zukünftigen Beruf nicht NUR nach dem Interesse zu wählen, sondern auch nach dem Einkommen, das sie erwartet. Vor allem habe ich dabei an die jungen Frauen appelliert, dass sie nie vom Einkommen des Mannes abhängig sein dürfen - gerade nach dem neuen Scheidungsrecht kann sich das verhängnisvoll auswirken. Was mich interessieren würde: Wie viele meiner Schülerinnen wurden dennoch Krankenschwester, Altenpflegerin, Erzieherin?
Teile1977 17.12.2018
2. Erzieher
Ich würde vor allem keinem jungen Mann empfehlen Erzieher zu werden, als Mann mit kontakt zu Kindern steht man immer unter Generalverdacht der übelsten Sorte, und unter scharfer Beobachtung vieler Mütter. Eine Windel würde [...]
Ich würde vor allem keinem jungen Mann empfehlen Erzieher zu werden, als Mann mit kontakt zu Kindern steht man immer unter Generalverdacht der übelsten Sorte, und unter scharfer Beobachtung vieler Mütter. Eine Windel würde ich in einer Kita nur in Anwesenheit mindestens zweier Erzieherinnen und einer Anwältin wechseln.
Info&Hilfe 17.12.2018
3. Totale Schieflage
Mein Stiefsohn befindet sich in der Ausbildung zum Erzieher. 5 lange Jahre an einer guten (kirchlicher Träger) Schule bis zum Examen. Bis dahin nicht nur keine Vergütung, sondern Kosten. Danach kann er sich den Job zwar [...]
Mein Stiefsohn befindet sich in der Ausbildung zum Erzieher. 5 lange Jahre an einer guten (kirchlicher Träger) Schule bis zum Examen. Bis dahin nicht nur keine Vergütung, sondern Kosten. Danach kann er sich den Job zwar aussuchen, aber die Verdienstmöglichkeiten sind auch eher bescheiden. Im ÖD könnte er unterkommen, viel mehr als eine Stufe 6 (Hessen) ist da aber nicht drin. Wie man da die 5 Jahre wieder reinholen soll, ist mir schleierhaft. So etwas sehen die Neider des ÖD leider nicht.
hausfeen 17.12.2018
4. Das sollte eher so etwas wie ein Lehrberuf sein.
Dazu müssten doch nur die Berufsschulen etwas passendes anbieten. Vielleicht in Kooperation mit den Studiengängen füär die Grundschullehrerausbildung. Außerdem fehlen attraktive Aufstiegsmöglichkeiten. Nach Ende der [...]
Dazu müssten doch nur die Berufsschulen etwas passendes anbieten. Vielleicht in Kooperation mit den Studiengängen füär die Grundschullehrerausbildung. Außerdem fehlen attraktive Aufstiegsmöglichkeiten. Nach Ende der "Lehre" sollte, wer will, in einem Dualen Studium, also neben halbtags, auch akademische Würden erringen können. Neben Sozialpädagogik wären auch Fremdsprachen für die zweisprachige Früherziehung oder gar BWL (ja, auch so etwas wird vor Ort benötigt) denkbar.
ohjeee 17.12.2018
5. Polemik
Das ist Polemik, was Sie da ablassen. Hier die durchschnittlichen Einstiegsgehälter bei ein paar ausgewählten Ausbildungsberufen: https://www.gehalt.de/news/uebersicht-einstiegsgehaelter-nach-abgeschlossener-ausbildung [...]
Zitat von pejoachimOh nein! Wie ist das denn möglich bei dieser prächtigen Bezahlung, bei der ein Mensch sich ohne Bedenken ein Fahrrad und ein möbliertes Zimmer leisten kann? Mal Spaß beiseite: Ich habe meinen Schülern (zwischen 16 und 20 Jahren alt) stets empfohlen, den zukünftigen Beruf nicht NUR nach dem Interesse zu wählen, sondern auch nach dem Einkommen, das sie erwartet. Vor allem habe ich dabei an die jungen Frauen appelliert, dass sie nie vom Einkommen des Mannes abhängig sein dürfen - gerade nach dem neuen Scheidungsrecht kann sich das verhängnisvoll auswirken. Was mich interessieren würde: Wie viele meiner Schülerinnen wurden dennoch Krankenschwester, Altenpflegerin, Erzieherin?
Das ist Polemik, was Sie da ablassen. Hier die durchschnittlichen Einstiegsgehälter bei ein paar ausgewählten Ausbildungsberufen: https://www.gehalt.de/news/uebersicht-einstiegsgehaelter-nach-abgeschlossener-ausbildung Zumindest für Baden-Württemberg gilt: klassisch: 2 Jahre Fachschule SozPäd, 1 Jahr Anerkennungspraktikum. (idR für) Quereinsteiger: PiA (Praxisintegrierte Ausbildung), komplett vergütet, 3 Jahre, 3 Tage Schule/2 Tage KiTa. Als Erzieherin, TVöD-SuE, Entgeltgruppe S8a Stufe 2 (1 Jahr Berufserfahrung liegt vor, aufgrund bezahltem Anerkennungspraktikum als Ausbildngsbestandteil) beträgt derzeit 2.917 Euro/Monat. Welche Ausbildungsberufe können da bitte mithalten? Das hat die Erzieher-Lobby gut hinbekommen. Ein Bild von unter- und schlechtbezahlten Mitarbeitern in prekären Arbeitsverhältnissen zu zeichnen. In der Realität schaut das dann doch ein bisschen anders aus. Welche Argumente haben Sie, um Ihre Behauptungen zu stützen?

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