Schrift:
Ansicht Home:
Leben und Lernen

Klassenfoto im thüringischen Mihla

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen rechter Parole

Für ein Klassenfoto posierten Schüler in Thüringen mit einem Transparent samt Zitat einer rechtsextremen Rockband. Jetzt untersucht die Staatsanwaltschaft den Fall.

Marcel Kusch/ DPA

Symbolbild eines Schulhofs: Die Staatsanwaltschaft prüft, ob eine Straftat wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorliegt

Dienstag, 09.07.2019   19:50 Uhr

Schüler einer Abschlussklasse im thüringischen Mihla haben mit einer Parole aus der rechtsextremen Szene auf einem Klassenfoto posiert. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin Ermittlungen ein. Es gebe ein Verfahren wegen des Verdachts einer politischen Straftat, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. Zuvor hatte der MDR berichtet.

Auf dem Bild, das bereits Anfang Juni für Aufsehen gesorgt hatte, sieht man um die 40 Jugendliche. Sie stehen aufgereiht auf dem Schulhof und halten ein großes Stoffbanner vor sich. Darauf steht ein Zitat der Band Kraftschlag: "Trotz Verbot sind wir nicht tot". Im Thüringer Verfassungsschutzbericht 2014/2015 wird die Band als rechtsextremistisch bezeichnet.

Das Foto wurde auf der Facebook-Seite "Antifaschistische Linke Eisenach" veröffentlicht. In einem dazugehörigen Kommentar berichten unbekannte Autoren, dass die Schüler zusätzlich T-Shirts mit der Aufschrift "Raus mit die Viecher" getragen hätten.

Die "Thüringische Landeszeitung" berichtete am 5. Juni ebenfalls über die Parole und die T-Shirts. Demnach ist der Aufdruck rassistisch gemeint.

Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft wird nun geprüft, ob eine Straftat wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorliegt.

Der Schulleiter der Regelschule hatte sich nach dem Vorfall in einem Statement auf der Schulhomepage entschieden von dem Verhalten distanziert. Er ging nach eigenen Angaben davon aus, dass nur wenige Schüler die Herkunft der Parolen kannten.

Auch das Thüringer Bildungsministerium hatte sich zu dem Vorfall geäußert und gesagt, der Fall werde sehr ernst genommen.

lmd/sun/dpa

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP