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Leben und Lernen

Oer-Erkenschwick

Abiturienten mit Waffenattrappen sorgen für Polizeieinsatz

Ihren Schulabschluss wollten zehn Schüler aus Oer-Erkenschwick auf besondere Weise feiern: Sie trafen sich zum Videodreh. Doch ihre Requisiten riefen die Polizei auf den Plan.

Mittwoch, 03.04.2019   14:43 Uhr

Sie wollten spektakuläre Szenen, aber wohl nicht diese: Ein Videodreh von Jugendlichen im nordrhein-westfälischen Oer-Erkenschwick hat die Polizei auf den Plan gerufen. Die Schüler des örtlichen Willy-Brandt-Gymnasiums wollten einen Film für ihre Abifeier drehen und benutzten Waffenattrappen als Requisiten.

Der Polizei sei am Montag zunächst eine Person gemeldet worden, die in der Nähe einer Schule und eines Kindergartens in einem Auto sitze und bewaffnet sei, sagte eine Sprecherin. Hochalarmiert fuhren die Beamten mit mehreren Wagen zur Schule.

Dort trafen sie zehn Jugendliche, die tatsächlich Waffen dabei hatten - allerdings keine echten. Ihre Erklärung: Es handle sich doch nur um einen Filmdreh für das Abitur. "Das war vielleicht nicht ganz bis zu Ende gedacht", sagte die Polizeisprecherin.

Gymnasiasten sind einsichtig

Die Spielzeugwaffen mussten die Schüler abgeben. Zudem wurde eine Anzeige gegen einen 17-Jährigen erstattet, der vermeintlich eine Handfeuerwaffe und ein Sturmgewehr getragen hatte. Auch das Tragen von Nachahmungen könne ein Verstoß gegen das Waffengesetz sein, erklärte die Polizei.

"Erst als klar war, dass es sich um einen Filmdreh handelte, hat sich die Situation etwas entspannt", sagte der Leiter der nahegelegenen Hauptschule, Volkmar Schäpers, der "Stimberg Zeitung".

Die Gymnasiasten hätten sich später auch in einem Gespräch mit ihm einsichtig gezeigt, dass der Auftritt alles andere als filmreif gewesen sei. Auch gegenüber der eigenen Schulleitung mussten sie sich dem Bericht zufolge rechtfertigen.

mes/dpa

insgesamt 13 Beiträge
camshaft_in_head 03.04.2019
1. schade schade
früher konnten wir als Kids noch gefahrlos mit solchen Spielzeugwaffen durchs Viertel laufen und nix ist passiert. Aber aufgrund der heutigen Terrorlage ist das kindliche Verhalten leider verboten worden. Die Schüler hätten [...]
früher konnten wir als Kids noch gefahrlos mit solchen Spielzeugwaffen durchs Viertel laufen und nix ist passiert. Aber aufgrund der heutigen Terrorlage ist das kindliche Verhalten leider verboten worden. Die Schüler hätten sich halt vorher besser informieren und das notfalls bei der Polizei anmelden müssen.
alfons11:45 03.04.2019
2. Reifezeugnis
Das Abitur ist nicht unbedingt ein solches, auch wenn ich es ebenfalls in der Tasche habe. Würde ich mich heute so verhalten, wie ich das zu meiner Schulzeit noch durfte, hätte ich u.U. bereits Kontakt mit dem [...]
Das Abitur ist nicht unbedingt ein solches, auch wenn ich es ebenfalls in der Tasche habe. Würde ich mich heute so verhalten, wie ich das zu meiner Schulzeit noch durfte, hätte ich u.U. bereits Kontakt mit dem Strafgesetz gehabt. Meine Eltern würden vielleicht Besuch bekommen, der Nächtens (durch) die geschlossene Tür eintritt. Zutaten für u.a. Schwarzpulver habe ich damals noch völlig legal in der Drogerie nebenan erhalten, bei freundlicher Bedienung, müllvermeidend abgewogen im Papiertütchen. Die Spielzeugwaffen waren damals aber überwiegend auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Das Drehen von Videos war mit erheblichem Aufwand verbunden. Und man konnte Super-8 - Filme und danach Videos - wenn überhaupt - nur dort vorführen, wo Papi das entsprechende Hobby pflegte ...
sh.stefan.heitmann 04.04.2019
3. Lächerlich....
...und dann noch zu sagen die Jugendlichen waren einsichtig. Einsichtig wofür? Das sie mit Spielzeug gespielt haben und irgendwelche Idioten die Polizei gerufen haben und Steuergelder verschwenden? Ja das hätte ich auch [...]
...und dann noch zu sagen die Jugendlichen waren einsichtig. Einsichtig wofür? Das sie mit Spielzeug gespielt haben und irgendwelche Idioten die Polizei gerufen haben und Steuergelder verschwenden? Ja das hätte ich auch eingesehen. Einen Fehler sehe ich hier bei jedem ausser den Schülern
laurent1307 04.04.2019
4. @sh.stefan.heitmann
Wenn sie wüssten, wie originalgetreu Waffen, im Internet oder in Waffenfachgeschäften angeboten, aussehen und wie Amokläufe weltweit immer mehr zunehmen, dann wären sie vielleicht etwas mehr sensibilisiert für solche [...]
Wenn sie wüssten, wie originalgetreu Waffen, im Internet oder in Waffenfachgeschäften angeboten, aussehen und wie Amokläufe weltweit immer mehr zunehmen, dann wären sie vielleicht etwas mehr sensibilisiert für solche Lagebilder.
klein_andy 04.04.2019
5. Anzeige?
"Auch das Tragen von Nachahmungen könne ein Verstoß gegen das Waffengesetz sein, erklärte die Polizei." Das Verbot gilt nicht für die Verwendung bei Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen. Steht [...]
"Auch das Tragen von Nachahmungen könne ein Verstoß gegen das Waffengesetz sein, erklärte die Polizei." Das Verbot gilt nicht für die Verwendung bei Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen. Steht direkt im Gesetz und es ist nichts von einer notwendigen Anmeldung/Genehmigung zu lesen. Aber 2019 mit Waffenattrappen in der Nähe von Schulen oder Kindergärten zu spielen, also angehenden Abiturienten müsste da schon etwas aufleuchten.

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