Schrift:
Ansicht Home:
Leben und Lernen

Russland

Lehrerin verliert Job wegen Foto in kurzem Kleid - und bekommt viel Zuspruch

Weil sie im Internet Fotos von sich in Kleidchen und Stöckelschuhen postete, musste eine Lehrerin an ihrer Schule in Sibirien kündigen. Der Fall löste eine Debatte aus - und brachte der Frau einen neuen Job ein.

Tatjana Kuwschinnikowa

Eltern beschwerten sich über dieses Foto von Tatjana Kuwschinnikowa

Dienstag, 02.04.2019   18:47 Uhr

Im Internet zeigt sich Tatjana Kuwschinnikowa, passionierte Eisschwimmerin, gern im Badeanzug. Bis vor Kurzem arbeitete sie im sibirischen Barnaul als Russischlehrerin. Doch als sich Eltern über ein Foto beschwerten, sei sie von der Direktorin ihrer Schule einbestellt worden, sagt Kuwschinnikowa.

Örtlichen Medienberichten zufolge wurde das Foto der 38-Jährigen im kurzen Kleid und Stöckelschuhen während einer Sportveranstaltung aufgenommen. Kuwschinnikowa veröffentlichte es auf einem russischen Internetportal. Ihre Vorgesetzte habe ihr Verhalten mit dem einer "Prostituierten" verglichen und ihr vorgeworfen, zur Pädophilie zu ermutigen, sagte Kuwschinnikowa. Man habe sie gedrängt, zu kündigen.

Womit die Schule wohl nicht gerechnet hat: Seit dem Bekanntwerden des Falls vor einigen Tagen protestieren zahlreiche Russinnen und Russen in sozialen Medien gegen die offenbar erzwungene Kündigung. Unter dem Motto "Lehrerinnen sind auch Menschen" bringen sie ihre Unterstützung zum Ausdruck.

"Das ist Mobbing. Die ewige Debatte darüber, ob ein Lehrer ein guter Mensch sein muss, hat sämtliche Grenzen überschritten", schrieb eine Nutzerin auf Instagram. Sie ist nach eigenen Angaben selbst Lehrerin in Kasan in der Region Tatarstan und zeigt öffentlich sichbar ihre Tattoos. "Wir haben das Recht auf ein Privatleben, auf Badeanzüge, Piercings und Tätowierungen."

Die Frau postete - wie auch mehrere andere Russinnen - aus Solidarität ein Bild von sich im Badeanzug:

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Диплом педагога даёт мне право встать на защиту учителя Татьяны Кувшинниковой из Барнаула. Я сама мама двоих детей. И я, и мои дети любим отдыхать, купаться и иногда даже фотографируемся. У каждого из нас есть права и свободы, которые предусмотрены не только Конституцией, но и правом от природы. Каждый из нас имеет право на личную жизнь. Как и Татьяна Кувшинникова. Фото в купальнике стало настолько пошлым? Господа родители, очнитесь! Что движет такими яжематерями, которые интересуются не успехами своих детей, а тем, чем живет учитель? Заняться нечем? Так займитесь собой! Право слово)) #учительтожечеловек #учителятожелюди

Ein Beitrag geteilt von Пронина Елена (@elenarf_nail) am

Als Lehrerin habe sie das Recht, für Tatjana Kuwschinnikowa einzutreten, schreibt eine weitere Nutzerin. "Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern, und wir lieben es, zu entspannen, zu schwimmen und manchmal auch Fotos zu machen."

Wie Lehrerinnen sich kleiden müssten, wenn die Schule über ihre Outfits bestimmen würde, war Thema dieses scherzhaften Posts:

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Педагоги поддержали учительницу Татьяну Кувшинникову из Барнаула, которую вынудили уволиться за якобы откровенное фото в платье. Педагоги запустили хэштег #учителятожелюди. На фото: образцовый учитель на отдыхе, который порадует каждого родителя, следящего за моральным обликом педагогов. #барнаул

Ein Beitrag geteilt von ��Афиша Барнаула�� (@go_barnaul) am

Angesichts der Debatte bot Kuwschinnikowas alter Arbeitgeber ihr offenbar an, sie wieder einzustellen - doch die 38-Jährige lehnte ab. Der Bildungsminister der Altai-Region in Sibirien, Maxim Kostenko, erklärte, er habe Kuwschinnikowa eine andere Stelle offeriert: Sie soll Lehrern künftig Kurse über den "sicheren Umgang" mit sozialen Netzwerken geben.

mes/AFP

insgesamt 18 Beiträge
Kritik 02.04.2019
1.
Ich finde es gut, daß den Foristen die Möglichkeit gegeben wird, dieses für unser aller Zukunft so wichtige Thema ausgiebig zu diskutieren. Allerdings habe ich die Eilmeldung vermisst, war bestimmt ein Versehen.
Ich finde es gut, daß den Foristen die Möglichkeit gegeben wird, dieses für unser aller Zukunft so wichtige Thema ausgiebig zu diskutieren. Allerdings habe ich die Eilmeldung vermisst, war bestimmt ein Versehen.
larsmach 03.04.2019
2. Club der anonymen Diskutanten ...in Deutschland
Schön und gut... doch weshalb kommentieren mutmaßlich in Deutschland lebende DiskutantInnen selbst harmlose SPON Artikel versteckt mit einer Papiertüte auf dem Kopf und einem mehr oder weniger kindischen "Nicknamen" [...]
Schön und gut... doch weshalb kommentieren mutmaßlich in Deutschland lebende DiskutantInnen selbst harmlose SPON Artikel versteckt mit einer Papiertüte auf dem Kopf und einem mehr oder weniger kindischen "Nicknamen" drauf. Sind wir in Russland!?? Wähnen sich viele dorthin!? Oder ist es die ganz normale Einflüsterei hinter einer Hecke versteckt, während auf der anderen Seite Persönlichkeiten ihre Meinungen äußern und dazu stehen? Man möge sich das einmal vorstellen: Da hat man dem kleinen Mann endlich und erstmal in der Menschheitsgeschichte eine Plattform gegeben, seine werte Meinung öffentlich zu äußern - so wie es vorher nur die Großen tun konnten, Politiker, Unternehmer, Filmstars und andere Prominente... und was macht der kleine Mann damit? Er bleibt, was er immer schon war, was er ist - und was er immer sein wird.
observerlbg 03.04.2019
3. @Manche Nachricht dient eher der Unterhaltung
Und ein ingerichtetes Forum dazu dient auch mehr der Unterhaltung. Den "Pflegern" des betreffenden Forums wird es hier leicht gemacht. Zumal hier weniger Bot-Poster auftauchen. Wir müssen ja nicht mit jeder Nachricht [...]
Und ein ingerichtetes Forum dazu dient auch mehr der Unterhaltung. Den "Pflegern" des betreffenden Forums wird es hier leicht gemacht. Zumal hier weniger Bot-Poster auftauchen. Wir müssen ja nicht mit jeder Nachricht den Weltuntergang diskutieren. Wer sich natürlich genötigt fühlt, ALLE Berichte und Nachrichten zu lesen....
fatherted98 03.04.2019
4. Meldungen wie diese...
....geben ein Gesellschaftsbild ab....das zu diskutieren und darüber zu lesen ist durchaus sinnvoll. Wer nicht mag, kann sich auf die Bezahlseiten von FAZ oder Süddeutscher begeben...oder wenn es beim Niveau nicht [...]
Zitat von KritikIch finde es gut, daß den Foristen die Möglichkeit gegeben wird, dieses für unser aller Zukunft so wichtige Thema ausgiebig zu diskutieren. Allerdings habe ich die Eilmeldung vermisst, war bestimmt ein Versehen.
....geben ein Gesellschaftsbild ab....das zu diskutieren und darüber zu lesen ist durchaus sinnvoll. Wer nicht mag, kann sich auf die Bezahlseiten von FAZ oder Süddeutscher begeben...oder wenn es beim Niveau nicht reicht...zur BILD.
Hupert 03.04.2019
5. Totales Unverständniss...
...bezüglich der Kündigung. Wo doch Stilettos, einhübsches Äußeres und möglichst knappe Bekleidung in der russischen Gesellschaft quasi Grundvorrausetzung sind um als Frau überhaupt etwas Geltung zu bekommen.
...bezüglich der Kündigung. Wo doch Stilettos, einhübsches Äußeres und möglichst knappe Bekleidung in der russischen Gesellschaft quasi Grundvorrausetzung sind um als Frau überhaupt etwas Geltung zu bekommen.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP