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Leben und Lernen

Gefährlicher Trend

Jeder fünfte Schüler trinkt regelmäßig Energydrinks

Übergewicht, Schlafstörungen, Hyperaktivität: Jeder fünfte Schüler trinkt regelmäßig Energydrinks - mit negativen Folgen. Experten raten deshalb, die süßen Getränke besser zu kennzeichnen.

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Vor allem wegen des hohen Koffein- und Zuckergehalts schädlich

Dienstag, 03.09.2019   12:20 Uhr

Ob als Wachmacher oder als Mischgetränk auf Partys: Fast jedes fünfte Schulkind nimmt einer neuen Untersuchung zufolge regelmäßig Energydrinks zu sich. Das wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus: Bei den Mädchen und Jungen der fünften bis zehnten Klassen, die Energydrinks konsumieren, seien Übergewicht, Schlafstörungen und Hyperaktivität besonders häufig.

Demnach trinken 19 Prozent der Mädchen und Jungen in den genannten Jahrgangsstufen mindestens einmal im Monat Energydrinks. Sechs Prozent tun das wöchentlich, drei Prozent täglich. Die Zahlen stammen von der Krankenkasse DAK.

Zusammen mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) wurde die Studie in 13 Bundesländern durchgeführt. Rund 14.000 Mädchen und Jungen aus mehr als 900 Schulklassen wurden befragt, der DAK zufolge ist die Studie repräsentativ.

Von den täglichen Energydrink-Konsumenten sind demnach zwei Drittel männlich. "Gerade für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich", sagte der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm. "Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe."

Schlafstörungen bei täglichem Konsum

Dementsprechend können die Getränke auch zu massiven Gesundheitsproblemen führen: So berichteten fast zwei Drittel der Jungen und Mädchen mit täglichem Konsum von Schlafstörungen. In der Gruppe derjenigen, die nie oder nur selten Energydrinks trinken, hätten dagegen nur 41 Prozent Probleme beim Ein- oder Durchschlafen.

Erst vor Kurzem warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor den gesundheitlichen Risiken von Energydrinks: Schon zwei Dosen täglich können negative Folgen für das Herz-Kreislauf-System haben - vor allem wegen des hohen Koffeingehalts. Auch der Zucker ist schädlich: Verglichen mit anderen Softdrinks und Erfrischungsgetränken weisen Energydrinks mit durchschnittlich mehr als acht Prozent den höchsten Zuckergehalt auf. Das ergab ein Marktcheck der Verbraucherorganisation foodwatch.

IFT-Studienleiter Reiner Hanewinkel zufolge zeigen sich Übergewicht, Schlafstörungen oder Hyperaktivität bereits dann, wenn Kinder und Jugendliche etwa einmal im Monat regelmäßig einen Energydrink zu sich nehmen. Bei vieltrinkenden Jugendlichen würden sich die negativen Effekte besonders stark zeigen. Die DAK fordert deshalb, Energydrinks besser zu kennzeichnen. Bisher müssten die Hersteller über konkrete Gesundheitsrisiken nicht informieren.

faq/dpa

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