Schrift:
Ansicht Home:
Leben und Lernen

Studie

Kinder gebildeter Mütter leben länger

Wie gesund Erwachsene sind, hängt vom Bildungsgrad ihrer Mütter ab. Haben die mindestens einen Realschulabschluss, leben ihre Söhne oder Töchter länger - egal, welche Schule diese selbst besucht haben.

FatCamera / Getty Images

Eine Mutter im Abschlussgewand mit ihrer Tochter (Symbolbild)

Donnerstag, 21.03.2019   12:25 Uhr

Ein höherer Bildungsgrad von Müttern wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung der Kinder aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

Die Forscher untersuchten die Daten von rund 6000 Menschen aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) und fanden heraus: Hatte eine Mutter ab den Vierzigerjahren mindestens einen Realschulabschluss, haben ihre erwachsenen Kinder ab 65 Jahren eine im Durchschnitt zwei Jahre höhere Lebenserwartung als Kinder, deren Mütter damals höchstens einen Volksschulabschluss hatten.

Dieses Ergebnis blieb auch bestehen, wenn die Wissenschaftler die eigene Bildung der Kinder und deren Einkommen berücksichtigten.

Mehr zur Studie

Wer hat die Studie durchgeführt?
Die Untersuchung wurde von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin durchgeführt. Das Institut wird als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die Studie wurde unter dem Titel "Menschen mit niedriger gebildeter Mutter haben geringere Lebenserwartung" im "DIW Wochenbericht" veröffentlicht.
Welche Daten wurden genutzt?
Für die Studie wurden Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) von 1984 bis 2016 genutzt. In der Langzeituntersuchung werden Haushalte in Deutschland wiederholt befragt. Die Hauptanalyse beruhte auf Informationen zu 6003 beobachteten Personen, von denen 1086 als Verstorbene identifiziert wurden.

Einen Hauptgrund für den Zusammenhang sehen die Forscher darin, dass besser gebildete Mütter auf eine gesündere Lebensweise ihrer Kinder achten, zum Beispiel mit Blick auf eine ausgewogene Ernährung, Rauchverhalten, Alkoholkonsum und Bewegung.

In früheren Untersuchungen hatte sich bereits gezeigt, dass sich die eigene Bildung ebenfalls positiv auf die Lebenserwartung auswirkt - ebenfalls um durchschnittlich zwei Jahre. Hier stellen die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Bildung und den wirtschaftlichen und sozialen Lebensumständen her: Wer wenig verdient und schlecht qualifiziert ist, hat demnach ein kürzeres Leben.

Den Zusammenhang von Armut und Lebenszeit bestätigte jüngst eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Der Untersuchung zufolge sterben 13 Prozent der Frauen aus der niedrigsten Einkommensgruppe vor ihrem 65. Geburtstag, jedoch nur acht Prozent aus der höchsten.

Bei Männern starben 27 Prozent aus der niedrigsten Einkommensgruppe vor ihrem 65. Geburtstag, während es nur 14 Prozent aus der höchsten Einkommensgruppe traf. Soziale Ungleichheit wirkt sich demnach massiv auf die Gesundheit aus.

sun/dpa

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP