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Leben und Lernen

Ranking des Hochschulverbands

Ministerin Karliczek schneidet miserabel ab

Platz 15 von 17 - die deutsche Wissenschaftsministerin landet in einem Ranking des Deutschen Hochschulverbandes auf einem ungenügenden Platz. Was hat ihre Peergroup auszusetzen?

Kay Nietfeld/ dpa

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU)

Freitag, 01.03.2019   12:45 Uhr

Platz 15 von 17 - für mehr reicht es nicht: Die Mitglieder des Deutschen Hochschulverbands haben Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) von allen Wissenschaftsministern in einem Ranking auf den drittletzten Rang gewählt.

Erstmals wurden die Verbandsmitglieder zur Arbeit Karliczeks befragt, die seit einem Jahr im Amt ist. Mehr als 3300 von ihnen stimmten ab und stellten der Ministerin ein schlechtes Zeugnis aus. Über zwei Drittel der Befragten (68,4 Prozent) hielten Karliczek auf dem Posten für ungeeignet. Elf Prozent urteilten, sie sei "die denkbar schlechteste Besetzung".

Die Befragten begründeten ihre Ansicht damit, dass die Ministerin unauffällig sei, ihr die bildungspolitische Erfahrung fehle, sie den Uni-Betrieb nicht gut genug kenne und auch nicht wisse, welche Bedürfnisse die Hochschulen hätten. Karliczek würde mit ihrem Ressort fremdeln.

Der Deutsche Hochschulverband vertritt die beruflichen Interessen der Wissenschaftler in Deutschland. Er informiert Universitätslehrer und den wissenschaftlichen Nachwuchs. Einmal im Jahr fordert der Verband seine Mitglieder auf, Uni-Rektoren und Wissenschaftsminister zu bewerten.

Die Unsichtbare

Der Verband stimmte auch über die Bildungsminister der Länder ab. An der Wahl zum Wissenschaftsminister des Jahres nahmen mehr als 3600 Mitglieder teil. Hier belegte Armin Willingmann aus Sachsen-Anhalt den ersten Platz. Er mache den Job sehr gut und schnörkellos sachgetrieben, heißt es im Kommentar eines Teilnehmers. Zum schlechtesten Wissenschaftsminister des Jahres wurde Konrad Wolf aus Rheinland-Pfalz gewählt.

kha

insgesamt 36 Beiträge
ichbinich2011 01.03.2019
1. Wen wunderts
Wer so plump gegen Digitalisierung Argumentiert wie Frau Karliczek und Ausbildungsberufe quasi mit Studienabschlüssen gleichsetzen will, hat bei den Unis zu recht einen schweren Stand.
Wer so plump gegen Digitalisierung Argumentiert wie Frau Karliczek und Ausbildungsberufe quasi mit Studienabschlüssen gleichsetzen will, hat bei den Unis zu recht einen schweren Stand.
ollimorp 01.03.2019
2.
Ich denke die Bewertung wird höchstens förmlich zur Kenntnis genommen.
Ich denke die Bewertung wird höchstens förmlich zur Kenntnis genommen.
Nordstadtbewohner 01.03.2019
3. Falsche Personalauswahl
"(...) sie den Uni-Betrieb nicht gut genug kenne und auch nicht wisse, welche Bedürfnisse die Hochschulen hätten." Dass Frau Karliczek den Uni-Betrieb nicht gut kennt, liegt vor allem daran, dass sie keine [...]
"(...) sie den Uni-Betrieb nicht gut genug kenne und auch nicht wisse, welche Bedürfnisse die Hochschulen hätten." Dass Frau Karliczek den Uni-Betrieb nicht gut kennt, liegt vor allem daran, dass sie keine Absolventin einer regulären Hochschule ist, also wenn man den Besuch einer Fernuniversität mal außen vorlässt. Das macht es ihr natürlich schwer in diesem Amt. Dazu kommt dann noch die geplante Einführung des sogenannten "Berufsbachelor" und "Berufsmaster" für einfache Ausbildungsberufe. Diese damit verbundene Abwertung von Hochschulabschlüssen führt natürlich zur Ablehnung durch Akteure, die seit vielen Jahren im Hochschulsektor beschäftigt sind.
dr_gb 01.03.2019
4. 'peer-reviewing' per se
ist kein Garantie, überhaupt keine, eine qualifizierte Entscheidungsgrundlage zu gewinnen. Im Gegenteil, denn im Wissenschaftskontext hier könnte dazu exemplarisch auf Twitter auf @RetractionWatch als nur einiziges unter recht [...]
ist kein Garantie, überhaupt keine, eine qualifizierte Entscheidungsgrundlage zu gewinnen. Im Gegenteil, denn im Wissenschaftskontext hier könnte dazu exemplarisch auf Twitter auf @RetractionWatch als nur einiziges unter recht vielen und vielfältigen prominenten Disskussions-Boards dazu verwiesen werden. Aber dennoch : Frau Karliczek scheint auf ein wenig glückliches Medien- und Presse-Management zurückgreifen zu können bzw sich anleiten/informieren/beraten zu lassen. Und inhaltlich ist es auch wirklich besser, in breiter Öffentlichkeit weniger als selten von ihr Notiz zu nehmen zu müssen.
Ottobrunner 01.03.2019
5. Einordnung in christliches Welt- und Menschenbild
Und wenn die Video-Zitate der Heute-Show vom 22. Februar korrekt sind (was anzunehmen ist), und dort von Frau Karliczek in einer Bundestags-Aussprache gefordert wird, dass sich " ... jeder technische Fortschritt hinter dem [...]
Und wenn die Video-Zitate der Heute-Show vom 22. Februar korrekt sind (was anzunehmen ist), und dort von Frau Karliczek in einer Bundestags-Aussprache gefordert wird, dass sich " ... jeder technische Fortschritt hinter dem christlichen Menschenbild einzureihen hat ...", dann haben wir hier ein Wissenschaftsverständnis der Vor-Aufklärung , das man sogar auf seine Verfassungskonformität abprüfen müsste. Unerträglich für den Wissenschaftsstandort Deutschland!

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