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Faktencheck

Instagram-Nutzer können Beiträge als "falsch" melden

Facebook weitet sein Faktencheck-Programm auf Instagram aus. Nutzer können Beiträge melden, die sie für inhaltlich falsch oder irreführend halten. Ob die Beschwerde Folgen hat, erfahren sie nicht.

SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Instagram will gegen Desinformation vorgehen

Freitag, 16.08.2019   09:57 Uhr

Um Desinformation auf Instagram besser zu bekämpfen, weitet Facebook sein Faktencheck-Programm auf die populäre App aus. Innerhalb der kommenden Wochen sollen weltweit alle Nutzer die Möglichkeit bekommen, auf Instagram mutmaßlich irreführende Botschaften zu melden, erklärte Facebook-Sprecherin Stephanie Otway. Bisher war das nur innerhalb eines seit Mai laufenden Pilotprojekts möglich.

Die Überprüfung der gemeldeten Botschaften werde durch externe Stellen vorgenommen - jene Faktencheck-Organisationen, die auch gemeldete Facebook-Beiträge untersuchen.

Beiträge, deren Inhalte zwar falsch seien, die aber nicht gegen die Richtlinien des Onlinediensts verstießen, werden den Angaben zufolge zwar nicht gelöscht. Allerdings sollen sie anderen Nutzern nicht mehr unter einem Hashtag angezeigt werden. Bereits dadurch könnten Falschinformationen "erheblich in ihrer Reichweite begrenzt werden".

Ob ein Beitrag überprüft wird, hängt von mehreren Faktoren ab

Der Meldevorgang soll über die drei Punkte oben rechts an jedem Beitrag möglich sein, über die man "unangemessene Inhalte" melden kann. Laut "Poynter" werden Nutzer aber nicht darüber informiert, ob ihre Beschwerde zu einer Überprüfung führt und wenn ja, mit welchem Ergebnis. Vermutlich soll das Nutzer davon abhalten, Beiträge aus Böswilligkeit zu melden. Ob ein Beitrag überprüft wird, soll unter anderem auch vom bisherigen Verhalten des betroffenen Nutzers abhängen. Instagram will die Nutzermeldungen auch zum Training seiner automatischen Erkennung von Desinformation nutzen.

Facebook investiere massiv in die Verhinderung von Falschnachrichten, fügte Otway hinzu. In diesem Zusammenhang kündigte sie für die kommenden Monate weitere Updates an. Facebook sieht sich seit Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, insbesondere in der Zeit von Wahlkampagnen nicht genug zu unternehmen, um die gezielte Verbreitung von Desinformationen zu stoppen.

pbe/AFP

insgesamt 1 Beitrag
h_jahn 16.08.2019
1. Eine Zensur findet nicht statt...
Nun ja, natürlich sind Falschmeldungen eine Plage und sollten nicht unkommentiert im Internet herumstehen. Andererseits mache ich mir in diesem Zusammenhang Sorgen, dass Satire-Angebote wie der Postillon massiv in Ihrer Arbeit [...]
Nun ja, natürlich sind Falschmeldungen eine Plage und sollten nicht unkommentiert im Internet herumstehen. Andererseits mache ich mir in diesem Zusammenhang Sorgen, dass Satire-Angebote wie der Postillon massiv in Ihrer Arbeit behindert werden. Die leben ja davon, Fake-News zur allgemeinen Erheiterung zu produzieren. Und da die Arbeitsweise der "Faktenprüfer" nicht wirklich transparent ist, besteht Grund zu der Annahme, dass auch hier wieder eher zuviel als zuwenig dem Zensor zum Opfer fällt. Schöne neue Welt...

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