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Netzwelt

Betrugsmasche

Android-Nutzer werden von Fake-Navis in die Irre geführt

Mit gefälschten Navi-Apps machen Betrüger im Google Play Store offenbar fette Gewinne. Zig Millionen Mal sollen die kostenpflichtigen Programme heruntergeladen worden sein. Ihr Nutzen ist fraglich.

ESET

Fake-Navi-Apps

Von
Freitag, 25.01.2019   17:00 Uhr

Die auf Sicherheitssoftware spezialisierte Firma ESET warnt vor Abzocke mit falschen Navi-Apps. Einer Mitteilung des Unternehmens zufolge hat der Malware-Forscher Lukas Stefanko 15 kostenpflichtige Apps im Google Play Store entdeckt, die gegenüber dem kostenlosen Google-Service Google Maps keinerlei Zusatznutzen bieten. Die fraglichen Programme seien trotzdem mehr als 50 Millionen Mal installiert worden, heißt es.

Der ESET-Mitteilung zufolge handelt es sich bei den Apps nicht etwa um Neuentwicklungen, sondern lediglich um sozusagen umverpackte Versionen von Google Maps. Dass es sich eigentlich um Google-Software handelt, werde "lediglich durch kosmetische Anpassungen kaschiert". Gemeint ist damit, dass die Programme eine veränderte Benutzeroberfläche haben - so fällt der Betrug nicht sofort auf.

Einige der von ESET genannten Apps hätten nicht mal ein eigenes App-Icon, heißt es weiter: "Sie verschleiern also noch nicht einmal ihre Herkunft." In den App-Beschreibungen angepriesene Zusatzfunktionen, wie Kartografiemöglichkeiten, Kompass oder Tacho, würde es entweder nicht geben oder sie seien derart rudimentär umgesetzt, dass sie keinen Zusatznutzen bringen.

Sehr positive und sehr negative Bewertungen

Erstaunlich ist die Vielzahl positiver Bewertungen, mit denen die Apps im Play Store für sich werben. Die App "GPS Route Finder - GPS Karten, Navigation und Ver" beispielsweise kommt auf eine Durchschnittsbewertung von 4,3 bei 5 möglichen Sternen. Der Grund hierfür dürfte eine Vielzahl meist kommentarloser Fünf-Sterne-Bewertungen sein.

ESET

Android-App "GPS Route Finder - GPS Karten, Navigation und Ver"

Auffällig ist dabei, dass diesen Lobpreisungen zum einen viele extrem schlechte Ein-Stern-Bewertungen gegenüberstehen, in denen vor allem kritisiert wird, dass die App mit Werbung überladen ist.

Andere Bewertungen verwundern durch Schreibfehler und thematisch vollkommen unpassende Kommentare wie: "Es gibt gute für Sicherheit en fürs Hendi".

Allein für den "GPS Route Finder" weist der Play Store dennoch mehr als zehn Millionen Downloads aus.

ESET

In-App-Kauf zum Stummschalten von Werbung

Gleich zwei Mal bezahlen

Lukas Stefanko vermutet, dass die Apps nur hergestellt werden, damit über die in ihnen eingespielte Werbung Einnahmen generiert werden. Einen Entwickler bezeichnet er als "besonders dreist", da dieser nicht nur für die App selbst Geld verlangt, sondern den Nutzer zudem ein zweites Mal zur Kasse bittet, indem er ihm anbietet, gegen Bezahlung die In-App-Werbung auszublenden.

Der Malware-Forscher kritisiert außerdem, dass ein Teil der Apps vom Anwender Zugriff auf die Kontakte und das Telefonbuch verlangt, was er als einen Hinweis auf Datenschutzprobleme wertet.

Wie kann man sich vor solchen Abzock-Apps schützen? Stefanko empfiehlt, dass man die App-Beschreibungen sowie die Anwender-Wertungen aufmerksam durchliest. Außerdem sollte man prüfen, ob die App, die Bewertungen und das App-Icon in der Übersicht legitim aussehen." Dass eine App im Google Play Store verfügbar sei, sei als Qualitätskriterium "zweifellos nicht ausreichend".

insgesamt 20 Beiträge
krautrockfreak 25.01.2019
1. Wer braucht das denn? Google Maps reicht oder Open Street map und
ansonsten sollte man seinen Verstand noch benutzen, wenn man Auto fährt und sich die Route vorher mal ansehen. Eine extra App, die dann noch Geld kostet ist total unnötig.
ansonsten sollte man seinen Verstand noch benutzen, wenn man Auto fährt und sich die Route vorher mal ansehen. Eine extra App, die dann noch Geld kostet ist total unnötig.
patrick.ruediger 25.01.2019
2. Mit dem Begriff "Betrug" wäre ich vorsichtig...
... den der hat nach Strafgesetzbuch eine klar definierte Bedeutung. Es muss eine Täuschung vorliegen. Das könnte bei der beschriebenen Fallgestalltung der Fall sein, aber scheint manchmal zweifelhaft. Dass der Datensatz von [...]
... den der hat nach Strafgesetzbuch eine klar definierte Bedeutung. Es muss eine Täuschung vorliegen. Das könnte bei der beschriebenen Fallgestalltung der Fall sein, aber scheint manchmal zweifelhaft. Dass der Datensatz von Google verwendet wird, stellt allein keine Täuschung dar, wenn nichts anderes behauptet wurde. Wenn wieder besseres Wissens Zusatzfunktionen beworben warden, die es gar nicht gibt, dann dürfte das eine Täuschung darstellen. Werden Zusatzfunktionen beworben, die ziemlich nutzlos sind, dürfte eine Täuschung schwer zu begründen sein - den die behaupteten Funktionen sind ja da. Kein Gesetz verlangt, dass nur Software mit sinnvollen funktionen verkauft warden darf ^^ Da es kostenpflichtige Apps sind, wird eine Vermögensverfügung vorliegen, i.e. dass ist erstmal so wie für Betrug erforderlich.
mapcollect 25.01.2019
3. Es gibt durchaus sinnvolle Alternativen zu Google Maps
z.B. Apps für Outdoor Navigation mit topografischen Karten und Offline Funktionalität wie z.B. US Topo Maps (gibt es für verschiedene Länder). OpenStreetMap Daten sind in vielen Regionen mittlerweile besser als die Google [...]
Zitat von krautrockfreakansonsten sollte man seinen Verstand noch benutzen, wenn man Auto fährt und sich die Route vorher mal ansehen. Eine extra App, die dann noch Geld kostet ist total unnötig.
z.B. Apps für Outdoor Navigation mit topografischen Karten und Offline Funktionalität wie z.B. US Topo Maps (gibt es für verschiedene Länder). OpenStreetMap Daten sind in vielen Regionen mittlerweile besser als die Google Daten, insbesondere für Radfahrer oder Wanderer.
Das Pferd 25.01.2019
4.
es gibt durchaus noch kostenpflichtige Alternativen, die bestimmte Zusatzfunktionen bieten. TomTom go nutze ich zuweilen. Aber für den Normalfall reicht Maps. Hier geht es aber um das Ausnutzen unbedarfter Nutzer, die [...]
Zitat von krautrockfreakansonsten sollte man seinen Verstand noch benutzen, wenn man Auto fährt und sich die Route vorher mal ansehen. Eine extra App, die dann noch Geld kostet ist total unnötig.
es gibt durchaus noch kostenpflichtige Alternativen, die bestimmte Zusatzfunktionen bieten. TomTom go nutze ich zuweilen. Aber für den Normalfall reicht Maps. Hier geht es aber um das Ausnutzen unbedarfter Nutzer, die einfach nicht wissen, daß Maps schon vorinstalliert ist.
xysvenxy 25.01.2019
5. Here
Es gibt eine deutlich bessere Navigationsapp: 'Here we go'. Komplett kostenlos, kostenlose Karten für die ganze Welt. Offline!
Es gibt eine deutlich bessere Navigationsapp: 'Here we go'. Komplett kostenlos, kostenlose Karten für die ganze Welt. Offline!

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