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Netzwelt

5G

Keine Intel-Modems für künftige iPhones

Eigentlich wollte Intel 2020 einen 5G-Chip für Smartphones auf den Markt bringen. Doch das Unternehmen macht einen Rückzieher. Das erste 5G-fähige iPhone wird deshalb wohl ein Qualcomm-Modem haben.

Marcio Jose Sanchez/DPA

iPhone XS im Steve Jobs Theater

Mittwoch, 17.04.2019   10:18 Uhr

Intel stoppt die Entwicklung von Modem-Chips für Smartphones und überlässt das Feld damit weitgehend dem Rivalen Qualcomm. Man sehe keinen klaren Weg, in dem Geschäft profitabel zu sein, erklärte Intel-Chef Bob Swan.

Intel-Modems für die aktuellen Netze des Mobilfunk-Standards 4G/LTE sollen zwar weiterhin an die Hersteller geliefert werden. Den für 2020 angekündigten Chip für den superschnellen 5G-Datenfunk werde es aber nicht geben. (Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu 5G.)

Wenige Stunden zuvor hatten Apple und Qualcomm ihren mehr als zwei Jahre andauernden Patentstreit mitten in einem wichtigen Prozess beendet. Apple nimmt eine Patentlizenz von Qualcomm auf und wird auch Chips bei Qualcomm beziehen. Wenn, wie vermutet wird, 2020 das erste 5G-fähige iPhone auf den Markt kommt, dürfte es also ein Qualcomm-Mobilfunkmodem haben.

Lesetipp aus dem Archiv

In den jüngsten iPhones kamen Modem-Chips von Intel zum Einsatz. Unklar blieb zunächst, ob die Aussicht auf den Verlust von Apple als Kunden Intel zum Rückzug aus dem Geschäft bewog - oder ob umgekehrt Apple Frieden mit Qualcomm schließen musste, weil der iPhone-Konzern schon wusste, dass es keinen 5G-Chip von Intel geben wird.

Qualcomm hat bereits Smartphone-Modems für den 5G-Standard im Angebot. Intel wäre im kommenden Jahr also ohnehin spät dran gewesen. Das Unternehmen will sich bei seinen 5G-Anstrengungen nun stattdessen auf die Netzwerk-Infrastruktur konzentrieren.

pbe/dpa

insgesamt 4 Beiträge
Mario Nette 17.04.2019
1. Aus für Standort München?
Das ist dann wohl das aus für den Intel-Standort München, der nach Übernahme der Wireless-Truppe von Infineon aufgebaut worden ist. Die anderen Chipentwickler in München wird's freuen: Es werden Ingenieure frei.
Das ist dann wohl das aus für den Intel-Standort München, der nach Übernahme der Wireless-Truppe von Infineon aufgebaut worden ist. Die anderen Chipentwickler in München wird's freuen: Es werden Ingenieure frei.
wexelweler 17.04.2019
2. Schweiz
Swisscom hat heute 5G in 54 Städten und Gemeinden aufgeschaltet. Bis Ende Jahr flächendeckend. Ein Smartphone von Oppo dazu ist ebenfalls ab Mitte Mai für Fr. 999 erhältlich.
Swisscom hat heute 5G in 54 Städten und Gemeinden aufgeschaltet. Bis Ende Jahr flächendeckend. Ein Smartphone von Oppo dazu ist ebenfalls ab Mitte Mai für Fr. 999 erhältlich.
2cv 17.04.2019
3. ...und Nürnberg auch...
In Nürnberg - und das war in den einschlägigen Medien zu lesen - gibt es ebenfalls ein großes Entwicklungszentrum, das vermutlich sich auch mit den 5G Chips beschäftigt. . Was aber die deutlich interessantere Frage ist: in [...]
In Nürnberg - und das war in den einschlägigen Medien zu lesen - gibt es ebenfalls ein großes Entwicklungszentrum, das vermutlich sich auch mit den 5G Chips beschäftigt. . Was aber die deutlich interessantere Frage ist: in wieweit haben ehemalige Qualcomm-Manager daran schuld, Intel hier in die "Todeszone" zu reiten? Klar ist, daß einige der Top-Manager und auch aus dem Mittel-Management zu Intel gewechselt haben. Wenn die in den entscheidenden Positionen sowohl Entwicklungen verzögert haben, bewusst oder unbewusst Fehlentscheidungen getroffen haben, dann hat das schon ein Geschmäckle... es wäre nicht das erste Mal (siehe Nokia / Microsoft in Finnland), daß so der Markt konsolidiert wurde, bzw. die Competition weggeräumt wurde.
heimatminister 17.04.2019
4. Frage
Aus reinem Interesse: Welche Hersteller bleiben denn sonst noch übrig - weltweit und auf europ. Märkten? Für den Westen bleibt aus politischen Gründen (und Zwängen) also nur noch Intel übrig? Für den Rest der noch Huawei [...]
Aus reinem Interesse: Welche Hersteller bleiben denn sonst noch übrig - weltweit und auf europ. Märkten? Für den Westen bleibt aus politischen Gründen (und Zwängen) also nur noch Intel übrig? Für den Rest der noch Huawei und ZTE? Oder gibt es noch mehr? Vielleicht Nokia oder Ericsson?

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