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Netzwelt

Ladematte AirPower

Apple scheitert an den Grenzen der Physik

Das hat es noch nie gegeben: Eineinhalb Jahre nach der Ankündigung der kabellosen Ladematte AirPower hat Apple eingestanden, das Produkt nicht bauen zu können.

REUTERS

AirPower bei einer Präsentation für Journalisten im Herbst 2017

Samstag, 30.03.2019   11:06 Uhr

Apple hat eine ungewöhnliche Niederlage eingeräumt und den Marktstart eines seit langem angekündigten Geräts absagen müssen. Die Ladematte AirPower zum drahtlosen Aufladen der Akkus von bis zu drei Geräten wird nun doch nicht erscheinen, wie der iPhone-Konzern am Freitag mitteilte.

Man habe nach großen Anstrengungen schließlich festgestellt, dass AirPower Apples "hohen Standards" nicht gerecht werde, erklärte der für Hardware-Entwicklung zuständige Top-Manager Dan Riccio dem Tech-Magazin "TechCrunch". Er entschuldigte sich bei den Kunden, die auf das Gerät gewartet hatten.

Apple hatte AirPower bereits im September 2017, zusammen mit den iPhone 8, 8 Plus und X präsentiert und damals ohne genauen Termin einen Marktstart für das Jahr 2018 angekündigt. Mit dem Gerät sollte man gleichzeitig beispielsweise ein iPhone, die Computer-Uhr Apple Watch und die AirPods-Ohrhörer aufladen können, indem man sie auf die Matte legt. Im Anschluss an die Präsentation wurden Journalisten ein funktionierender Prototyp gezeigt.

AFP

Apple-Manager Philip Schiller präsentiert 2017 die Ladematte AirPower

Apple stellt neue Technik traditionell erst vor, wenn der Konzern von der Marktreife überzeugt ist - bei AirPower müssen also nach der Präsentation unvorhergesehene Schwierigkeiten aufgetaucht sein.

Der Konzern experimentiert immer wieder mit Geräten, die am Ende nicht auf den Markt kommen. Dass jedoch ein bereits angekündigtes Produkt nicht erscheint, hat es so noch nicht gegeben. Zuletzt gab es bei neuen Geräten wie den AirPods oder dem vernetzten Lautsprecher HomePod zwar Verzögerungen - aber in den Handel kamen sie schließlich trotzdem.

Viel zu heiß

Schon länger gab es Medienberichte, wonach Apple bei AirPower mit massiven technischen Problemen zu kämpfen hatte. Das "Wall Street Journal" schrieb jetzt, Apple habe die Matte abrupt gestrichen, nachdem festgestellt worden sei, dass die Produktionskosten zu hoch seien, die Ladeunterlage überhitze und bestimmte Geräte, wie etwa die Apple Watch, nicht verlässlich auflade.

Auch der Finanzdienst "Bloomberg" berichtete von Überhitzung und Problemen mit der Software sowie beim Laden, wenn die Geräte frei auf der Matte platziert werden. Das Projekt scheiterte also schlicht und einfach an den physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die sich offenbar auch nicht mit ausgeklügelter Technik überlisten lassen.

Bis vor Kurzem noch daran geglaubt

Das Aus für AirPower muss kurzfristig beschlossen worden sein: Auf der Verpackung des gerade erst erschienenen kabellosen Ladecases für die AirPods ist eine symbolhafte Abbildung der Ladematte abgedruckt worden.

Das "Wall Street Journal" hatte vor kurzem auch berichtet, AirPower sei für die Produktion freigegeben worden. Zudem wurden in der jüngsten Beta-Version des iPhone-Betriebssystems iOS Hinweise auf eine Unterstützung des Geräts gefunden.

Apple selbst machte keine näheren Angaben zu den Problemen mit AirPower. Von anderen Herstellern gibt es inzwischen Ladematten für zwei Geräte. Allerdings muss man diese zum Aufladen recht genau auf bestimmten Stellen auf den Matten platzieren. Apple hatte versucht, die AirPower-Ladematte so mit sich überlappenden Ladespulen zu bestücken, dass man die Geräte überall auf der Matte ablegen konnte.

mak/dpa

insgesamt 29 Beiträge
zeichenkette 30.03.2019
1. War eigentlich eine gute Idee
Ladematten gibt es überall von vielen Herstellern. Wenn man aber regelmäßig mehrere Geräte aufladen will (wie iPhone, Uhr und AirPods) ist eine Matte, die mehrere Geräte aufladen kann, auch zu einem hohen Preis sinnvoll (weil [...]
Ladematten gibt es überall von vielen Herstellern. Wenn man aber regelmäßig mehrere Geräte aufladen will (wie iPhone, Uhr und AirPods) ist eine Matte, die mehrere Geräte aufladen kann, auch zu einem hohen Preis sinnvoll (weil sie drei andere Matten ersetzt) und wenn man die Dinger dann frei drauflegen kann, ist das noch komfortabler. Aber wenn es nicht richtig funktioniert, ist es besser, das ganz bleiben zu lassen. Und ja, ich finde auch, dass drahtloses Laden letztlich nur purer Luxus ist, brauchen tut das kein Mensch. Das gilt aber für viele Dinge im Leben.
noalk 30.03.2019
2. Man kann alles erreichen
Man muss nur fest genug daran glauben. So das Credo der ewigen Optimisten. Offenbar hat man bei Apple nicht richtig geglaubt.
Man muss nur fest genug daran glauben. So das Credo der ewigen Optimisten. Offenbar hat man bei Apple nicht richtig geglaubt.
Herr S aus O 30.03.2019
3. Ikea macht's schon lange vor
Seit langem gibt's das bereits von Ikea und es können sogar bis zu vier Geräte (drei induktiv) gleichzeitig geladen werden. Warum Apple das nicht packt, ist mir schleierhaft ... [...]
Seit langem gibt's das bereits von Ikea und es können sogar bis zu vier Geräte (drei induktiv) gleichzeitig geladen werden. Warum Apple das nicht packt, ist mir schleierhaft ... https://www.ikea.com/de/de/p/nordmaerke-dreifach-ladestation-weiss-50308318/
z1mz1m 30.03.2019
4. zu #2
Lesen hilft ! Apple wollte das genaue platzieren der Geräte überflüssig machen ! Irgendwo drauflegen sollte reichen, und das kann KEINE derzeitige Ladematte. Weder für eins noch für mehrere Geräte. Und erst recht nicht IKEA, [...]
Lesen hilft ! Apple wollte das genaue platzieren der Geräte überflüssig machen ! Irgendwo drauflegen sollte reichen, und das kann KEINE derzeitige Ladematte. Weder für eins noch für mehrere Geräte. Und erst recht nicht IKEA, dort muss man besonders präzise platzieren.
sonstwerge 30.03.2019
5. Eben nicht.
Bitte erst informieren und dann schreiben. Ikea und ähnliche Platten gestatten nicht die fvöllig freie Platzierung der Geräte. Die Position ist bei Ikea durch ein Kreuz kenntlich gemacht. Apple wollten Matten mit höchster [...]
Zitat von Herr S aus OSeit langem gibt's das bereits von Ikea und es können sogar bis zu vier Geräte (drei induktiv) gleichzeitig geladen werden. Warum Apple das nicht packt, ist mir schleierhaft ... https://www.ikea.com/de/de/p/nordmaerke-dreifach-ladestation-weiss-50308318/
Bitte erst informieren und dann schreiben. Ikea und ähnliche Platten gestatten nicht die fvöllig freie Platzierung der Geräte. Die Position ist bei Ikea durch ein Kreuz kenntlich gemacht. Apple wollten Matten mit höchster Flexibilität bei der Position.

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