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Amazon Kindle 2019 im Test

Endlich Licht!

In seiner zehnten Generation bekommt Amazons günstigster Kindle einen beleuchteten Bildschirm. Unser Test klärt, ob er damit eine Alternative zu teureren E-Readern wird.

SPIEGEL ONLINE
Von
Freitag, 03.05.2019   11:22 Uhr

Die Tage der Nachttischlampe sind gezählt. Zumindest bei jenen, die abends im Bett gern noch ein bisschen lesen. Der Grund: Amazon baut endlich auch beim Einstiegs-Kindle eine Bildschirmbeleuchtung ein. Bis dahin war das günstigste E-Reader-Modell des US-Internetkonzerns auch das einzige, dessen Bildschirm noch auf externe Lichtquellen wie Lampe oder Sonne angewiesen war, um lesbar zu sein.

Das letzte Hardware-Update dieses Modells liegt allerdings auch schon fast drei Jahre zurück. In der Zwischenzeit hat Amazon mit dem Kindle Oasis und dem Oasis 2 ein Highend-Lesegerät mit deutlich höher auflösendem Bildschirm auf den Markt gebracht und den Paperwhite, der schon immer einen beleuchteten Bildschirm hatte, aktualisiert.

Nur sind die beiden mit Listenpreisen von 230 Euro für den Oasis und 120 Euro für den Paperwhite ganz schön teuer. Wer weniger ausgeben wollte, musste zwangsläufig zum 70 Euro teuren Kindle greifen, dem eine integrierte Beleuchtung bisher fehlte.

Amazon bezeichnet das neue Modell deshalb auch als den Kindle "mit integriertem Frontlicht". Das Frontlicht ist wichtig, weil die E-Ink-Technik des Kindle-Bildschirms darauf basiert, Licht zu reflektieren. Anders als bei LCD-Bildschirmen, die von hinten beleuchtet werden, muss die Helligkeit hier also von vorn kommen.

Beim neuen Kindle erledigen das vier LEDs. Beim Kindle Paperwhite sind es fünf, und der Kindle Oasis hat sogar zwölf solcher LEDs. Pragmatisch betrachtet reichen die vier Lampen im neuen Kindle aber vollkommen aus, um das Display gleichmäßig auszuleuchten. Schade ist dabei nur, dass die Helligkeit nicht automatisch geregelt wird, so wie im Oasis. So muss man immer manuell nachregeln - je nachdem, ob man in einem abgedunkelten Flugzeug sitzt oder in der Dämmerung auf dem Balkon lesen will.

Ohne WLAN geht's nicht

Ähnlich pragmatisch sollte man die Auflösung des Bildschirms betrachten. Während Paperwhite und Oasis jeweils 300 Punkte pro Zoll anzeigen, bringt es der neue Kindle nur auf 167 Punkte pro Zoll. Der zahlenmäßige Unterschied ist hier allerdings weit größer als der mit den Augen sichtbare. Klar, auf einem Paperwhite wirken die Buchstaben etwas schärfer, etwas feiner ziseliert. Wirklich auffällig wird der Unterschied aber nur bei einer direkten Gegenüberstellung mit Lupe oder Makroobjektiv (siehe Fotostrecke). Im Alltag stört die geringere Auflösung kaum.

Preisabfragezeitpunkt:
10.12.2019, 23:12 Uhr
Ohne Gewähr

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Kindle, mit integriertem Frontlicht
79,99 Euro

Selbst die Frage, ob die vier Gigabyte (GB) Speicher im neuen Kindle ausreichen, wage ich mit einem klaren Ja zu beantworten. Ich habe es jedenfalls über Jahre nicht geschafft, die zwei GB meines alten Kindle der fünften Generation zu füllen - trotz vieler Bücher. Was man gerade nicht liest, wandert ohnehin in die Cloud. Da allerdings kommen die Bücher nur hin, wenn man in einem WLAN ist. Eine Version mit Mobilfunkmodul gibt es vom neuen Kindle nicht.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Beleuchteter Bildschirm

Ausreichend Speicher

Günstiger Preis

Keine Mobilfunkanbindung möglich

Nicht wasserfest

Der einzige Grund, jetzt noch einen Kindle Paperwhite zu kaufen, wäre für mich eine Sonderaktion. So wie zu Ostern, als Amazon den Paperwhite für 80 statt 130 Euro im Angebot hatte. Ansonsten bietet der neue Kindle alles, was man bei einem Lesegerät für E-Books braucht: eine ausreichend hohe Auflösung, genug Speicher und einen Bildschirm, auf dem man auch im abgedunkelten Flugzeug oder im Schlafzimmer ohne zusätzliche Lampe lesen kann.

Natürlich bieten der Paperwhite und vor allem der Oasis mehr Speicher, teils größere und feinere Bildschirme und optional eine Mobilfunkanbindung. Aber dafür sind sie eben auch wesentlich teurer, mit LTE und 32 GB Speicher kostet der Paperwhite fast dreimal so viel wie der neue Kindle. Viel Geld, für das man auch viele E-Books kaufen könnte.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
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Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.
insgesamt 42 Beiträge
werner-xyz 03.05.2019
1. Na ja
der größte Nachteil nämlich die Bindung an Amazon sollte man nicht unerwähnt lassen. Da liebe ich mir dann doch die ePub Sammlung auf meinem Kindle 2 HD. Da bekomme ich einfach mehr für mein Geld und bin nicht auf nervige [...]
der größte Nachteil nämlich die Bindung an Amazon sollte man nicht unerwähnt lassen. Da liebe ich mir dann doch die ePub Sammlung auf meinem Kindle 2 HD. Da bekomme ich einfach mehr für mein Geld und bin nicht auf nervige DRM Gedöns gebunden.
der_seher59 03.05.2019
2. Ich hatte 2 Kindle...überflüssig
Ja, sie sind klein und der Stromverbrauch hält sich in Grenzen. ABER: Noch ein zusätzliches Gerät, um ebooks zu lesen ? Mit den AMZ-Beschränkungen ? Das kanns nicht sein. Ich verwende seit einigen Jahren ein kleines Ipad. [...]
Ja, sie sind klein und der Stromverbrauch hält sich in Grenzen. ABER: Noch ein zusätzliches Gerät, um ebooks zu lesen ? Mit den AMZ-Beschränkungen ? Das kanns nicht sein. Ich verwende seit einigen Jahren ein kleines Ipad. Nirgends lese ich so lange am Stück, dass dem Kasten der Saft ausgeht. Ich habe weniger Einschränkungen, ich habe Farbe, ich habe nur EIN Gerät, das erheblich universeller einzusetzen ist.
Henson 03.05.2019
3.
Der Kindle kann auch freie eBooks anzeigen. Die kann man sehr einfach an eine Mailadresse schicken, die man bei der Einrichtung bekommt und dann sind sie auf dem Gerät.
Zitat von werner-xyzder größte Nachteil nämlich die Bindung an Amazon sollte man nicht unerwähnt lassen. Da liebe ich mir dann doch die ePub Sammlung auf meinem Kindle 2 HD. Da bekomme ich einfach mehr für mein Geld und bin nicht auf nervige DRM Gedöns gebunden.
Der Kindle kann auch freie eBooks anzeigen. Die kann man sehr einfach an eine Mailadresse schicken, die man bei der Einrichtung bekommt und dann sind sie auf dem Gerät.
oliver_behre 03.05.2019
4. Vorteil?
Hmmmh. Ich habe mich damals bewusst für den "normalen" Kindle entschieden, eben *weil* ich die Anmutung an ein echtes Buch so weit als möglich erhalten wollte - insbesondere wollte ich nicht auf noch einen beleuchteten [...]
Hmmmh. Ich habe mich damals bewusst für den "normalen" Kindle entschieden, eben *weil* ich die Anmutung an ein echtes Buch so weit als möglich erhalten wollte - insbesondere wollte ich nicht auf noch einen beleuchteten Bildschirm starren (müssen), sondern eben - wie beim Buch - das Licht an- oder eben die Äuglein zumachen. Das war auch der Grund, weder mein iPad noch etwa einen Fire zum Lesen zu nehmen, ganz abgesehen davon, dass man beim normalen Kindle tatsächlich so gut wie nie auf den Akku achten musste. Amazon hatte früher ein Case mit einer ausklappbaren Leselampe, die vom Akku des Kindle mitversorgt wurde, die war für Notfälle besser geeignet. Leider seit langem aus dem Programm genommen ...
apotheka 03.05.2019
5. Bei der Größe aktueller Smartphones reicht mir
die kostenlose Kindle App. Tut und macht alles inkl. Übersetzung.
die kostenlose Kindle App. Tut und macht alles inkl. Übersetzung.

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