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Netzwelt

Apple stellt neue Produkte vor

Das iPhone wird so grün wie Mitternacht

Das neue iPhone 11 wird es in einer normalen und in einer "Pro"-Version geben, die eine Dreifach-Kamera bekommt. Als Dreingabe für neue Geräte spendiert Apple Jahresabos für seinen neuen TV-Streamingdienst.

Foto: AFP
Aus Cupertino und Berlin berichten und
Dienstag, 10.09.2019   21:14 Uhr

Apple gibt sich einen grünen Anstrich. Nicht nur betonte das Unternehmen bei der Vorstellung seiner neuen Hardware in Cupertino immer wieder, dass es auf recycelte Materialien zurückgreift und auf ansonsten oft verwendete giftige Stoffe verzichtet. Das neue Top-iPhone wird es auch in einem Grünton geben, den Apple "Midnight Green" nennt. Die grüne Mitternacht, wer kennt sie nicht?

Das Gerät heißt iPhone 11 Pro und in der größeren Version 11 Pro Max, ihre Bildschirme sind 5,8 Zoll beziehungsweise 6,5 Zoll groß und bis zu 1200 Nits hell - ein Wert, den man bisher eher von HDR-Fernsehern kennt. Im Pro-Modell geht es eben um Superlative.

Neben einem Weitwinkel- und einem Ultraweitwinkel- hat es auch ein Teleobjektiv, es ist Apples erstes Dreifachkamerasystem. Aus der Android-Welt kennt man so etwas allerdings schon länger. Dafür soll ein Software-Update die Kamera mit künstlicher Intelligenz zu neuen Höchstleistungen bringen. "Deep Fusion" nennt Apple die Funktion, die mithilfe von maschinellem Lernen aus neun Einzelbildern ein einzelnes, qualitativ angeblich überragendes Foto zusammensetzen soll.

Justin Sullivan/ Getty Images/ AFP

Das iPhone 11

Unterhalb des iPhone 11 Pro wird es ein normales iPhone 11 geben. Der auffälligste Unterschied ist das fehlende Teleobjektiv. Aber zumindest bekommt die Kamera einen Nachtmodus für bessere Aufnahmen bei sehr schlechten Lichtverhältnissen - Google und andere Android-Smartphonehersteller lassen grüßen. Und auch die Frontkamera wird aufgewertet, unter anderem mit einem erweiterten Sichtfeld und einem Zeitlupenmodus für Selfievideos.

Die Displaygröße des iPhone 11 beträgt 6,1 Zoll, das entspricht der Größe vom iPhone XR. In allen neuen iPhones steckt der A13 genannte Prozessor mit 8,5 Milliarden Transistoren. Der soll nicht nur schneller als sein Vorgänger, sondern auch weniger leistungshungrig. Apple-Manager Phil Schiller versprach für das iPhone 11 eine Stunde mehr Laufzeit, als das iPhone XR hatte. Das iPhone 11 Pro Max soll sogar bis zu fünf Stunden länger durchhalten als sein Vorgänger, das iPhone XS Max.

Für großzügigen Speicherplatz verlangt Apple weiterhin viel Geld

Die neuen iPhones sind bereits vorbestellbar, erhältlich sollen sie ab dem 20. September sein. Die Grundversion des iPhone 11 kostet 799 Euro und hat 64 Gigabyte Speicher. Damit ist es 50 Euro billiger, als es ein ebenso ausgestattetes iPhone XR bisher war. Mit 128 Gigabyte Speicher kostet das Gerät 849 Euro, mit 256 Gigabyte sind es 969 Euro.

Teurer sind die Pro-Versionen, mit Preisen zwischen 1149 und 1549 Euro respektive 1249 und 1649 Euro für das größere iPhone 11 Pro Max.

Das iPhone Xs wird nicht länger verkauft, das XR und das iPhone 8 hingegen bleiben, deutlich im Preis gesenkt, im Handel. Das XR bekommt man künftig ab 699 Euro, das schon etwas in die Jahre gekommene iPhone 8 ab 529 Euro.

Außerdem hat Apple am Dienstag ein neues 10,2-Zoll-iPad für 379 bis 619 Euro sowie die fünfte Generation der Apple Watch vorgestellt. Die Smartwatch bekommt erstmalig ein Always-on-Display, bisher musste man das Handgelenk bewegen, um das Display zu aktivieren und die Zeit ablesen zu können. Auf die Akkulaufzeit soll sich das aber nicht auswirken.

Stephen Lam/ REUTERS

Die Apple Watch 5 kostet je nach Gehäusematerial zwischen 449 und 1449 Euro

Die Apple Watch 5 bekommt einen Kompass und einen Höhenmesser. Die Notruf-Funktion funktioniert auch ohne iPhone in der Nähe in über 150 Ländern. Die Alu-Gehäuse werden ab jetzt aus Recycling-Material hergestellt, alternativ gibt es teurere Gehäuse aus Titan oder Keramik. Die neuen Uhren kommen am 20. September auf den Markt, sie kosten ab 449 Euro, die Keramikausführung allerdings 1000 Euro mehr.

Streaming und Games zum Kampfpreis

Zunehmend wichtig für Apple sind die Dienste. Zwei neue starten demnächst: das Streaming-Angebot Apple TV+ als Konkurrenz für Netflix, Amazon und Disney, sowie die Games-Flatrate Apple Arcade.

Letztere wird mehr als 100 Spiele enthalten, wenn sie am 19. September erhältlich ist. Einen Probemonat bekommt man kostenlos, danach muss man für das Abo 4,99 Euro pro Monat zahlen. Zum gleichen Kampfpreis geht am 1. November auch der TV-Streamingdienst an den Start.

Auch wenn einige über solche Preise spekuliert hatten und man Apple vorhalten kann, dass das TV-Angebot anfangs vergleichsweise dünn sein wird, dürften die Preise helfen, schnell viele Kunden zu gewinnen. Noch mehr Kunden wird Apple TV+ allerdings dadurch bekommen, dass man künftig beim Kauf eines iPhones, iPads, MacBooks oder Apple TVs eine Jahresmitgliedschaft für den Dienst dazu bekommt.

insgesamt 52 Beiträge
sosume 10.09.2019
1. Lineup ist 8, Xr, 11 und 11 Pro/Max
Fehlerteufel im Zitat: vom iPhone XR, das aus dem Verkauf genommen wird. Stimmt nicht.
Fehlerteufel im Zitat: vom iPhone XR, das aus dem Verkauf genommen wird. Stimmt nicht.
Alter Falter 10.09.2019
2. Gute Güte! Noch ein Streaming Dienst!
Wieviel Filme und Serien sollen wir noch anschauen? Hilfe!
Wieviel Filme und Serien sollen wir noch anschauen? Hilfe!
tommix68 10.09.2019
3. Einen neuen und schnelleren
Prozessor erleben wir jedes jahr. Bei den nun vorgestellten Modellen steht eher das Improvement der Kameras im Fordergrund. Das braucht aber nicht jeder der einfach nur Schnappschüsse machen will. Insofern glaube ich das die [...]
Prozessor erleben wir jedes jahr. Bei den nun vorgestellten Modellen steht eher das Improvement der Kameras im Fordergrund. Das braucht aber nicht jeder der einfach nur Schnappschüsse machen will. Insofern glaube ich das die neuen Modelle am Konsumenten vorbeigehen. Da bleibt am Ende nichts, was mein X nicht auch hat. Schade, ich hatte auf 3D-Aufnahmen gehofft...
fatum 10.09.2019
4. Xiaomi
Die Preise sind längst nicht mehr zeitgemäß, Xiaomi bietet Smartphones bei gleicher Qualität zu weniger als dem halben Preis an und deren Betriebssystem (MIUI) ist genau so intuitiv wie iOs und man bekommt ebenfalls noch über [...]
Die Preise sind längst nicht mehr zeitgemäß, Xiaomi bietet Smartphones bei gleicher Qualität zu weniger als dem halben Preis an und deren Betriebssystem (MIUI) ist genau so intuitiv wie iOs und man bekommt ebenfalls noch über Jahre updates... Kein wunder dass die Verkaufszahlen bei Apple einbrechen und Apple auf dem Weg ist ein exklusives Nischenprodukt zu werden. Schon 2020 vermuten Experten wird Apple vom aktuell 3ten Platz weltweit von Xiaomi auf Platz 4 verdrängt. Schade eigentlich denn ich bin absoluter Apple freak mit Macbook pro neusten iPhones und ich liebe Apple, aber sie halten leider nicht mehr mit sowohl innovativ als auch preislich... (Zumindest einen in-display Fingerabdruck sensor hätte es doch diesmal geben sollen... bin echt enttäuscht)
pejäh 10.09.2019
5. Nichts revolutionäres neues...
....hat Apple meiner Ansicht nach präsentiert. Mal abgesehen von der Spiele-flat und dem Streaming-Dienst. Der Rest...hier und da etwas gepimpt..mehr Kameras..ich habe mehr erwartet. Da bleiben Huawei und Samsung um Längen vor [...]
....hat Apple meiner Ansicht nach präsentiert. Mal abgesehen von der Spiele-flat und dem Streaming-Dienst. Der Rest...hier und da etwas gepimpt..mehr Kameras..ich habe mehr erwartet. Da bleiben Huawei und Samsung um Längen vor Apple in Technik und Innovation.

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