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Netzwelt

Games-Streaming und Spiele-Flatrates auf der E3

Alles nur gecloud

Spiele-Monatsabos locken mit zahlreichen Titeln. Dank Streaming sollen Blockbuster-Games sogar auf Handys laufen. Die Gaming-Messe E3 zeigt, wo die Branche hinwill. Ob der Plan auch für Spieler gut ist?

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Aus Los Angeles berichtet
Donnerstag, 13.06.2019   15:51 Uhr

Wer ein neues Computerspiel kaufen wollte, für den stellte sich jahrelang dieselbe Frage: Gebe ich zum Release 50 bis 60 Euro aus? Oder warte ich, bis das Spiel als Sonderangebot auftaucht, für 30 Euro? Oder gar solange, bis es für zehn verramscht wird?

Mit Spiele-Flatrates bringen einige Branchengrößen solche Rechnungen jetzt durcheinander. Gamer werden mit Monatsabos gelockt, die in Aussicht stellen, dass man statt bislang ein oder zwei Titeln pro Monat Dutzende spielen kann. Das Motto: Warum für eines entscheiden, wenn du für weniger Geld ein ganzes Paket bekommen kannst?

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Spielemesse in Los Angeles: Die E3 2019 in Bildern

Angesichts dessen, wie Netflix, Spotify und Co. das Geschäft mit Musik und Videos aufgemischt haben, überrascht es kaum, dass sich nun der Spielebereich in eine ähnliche Richtung wandelt. Spiele-Flatrates sind aber nur einer der Trends, die die Branche derzeit beschäftigen. Ein weiterer ist das Game-Streaming. Die Spiele laufen dabei nicht mehr lokal auf dem Gerät des Nutzers, sondern - in der stets neuesten Version - auf Rechnern der Tech-Konzerne. Das Spielgeschehen wird dabei via Internet auf den Bildschirm des Spielers übertragen. Die sonst üblichen Downloads riesiger Installationsdateien sind dabei nicht mehr nötig.

Casey Rodgers/AP

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Problemfall Deutschland

Praktisch könnte sich diese Zukunft aber auch als wenig berauschend erweisen. Denn während die Spiele-Flatrates wohl echte Schnäppchen sind - der Game Pass für PC etwa lockt derzeit mit einem Einstiegspreis von einem Euro -, dürfte sich die Cloud-Vision in vielen Bereichen Deutschlands nicht sonderlich gut mit dem vielerorts schlecht ausgebauten Breitband- und Mobilfunknetz vertragen.

Spiele-Streams könnten gute Games für alle zugänglich machen, auch für Menschen ohne teuren Gaming-PC oder Konsole. Praktisch aber ist die Internetverbindung eine Hürde. Google etwa empfiehlt für Stadia in 4K-Auflösung einen Internetanschluss, der mindestens 35 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) schafft. Selbst für Stadia-Gaming in Full-HD sind 20 Mbit/s notwendig. Mobiles Cloud-Gaming ergibt angesichts der Datenmengen eigentlich nur mit einer eine echten- und damit teuren - Mobilfunk-Flatrate Sinn.

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Und selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, muss sich zeigen, ob nicht doch die Latenzen ein größeres Problem sind, als es die Cloud-Anbieter behaupten. Offen ist auch, ob und wie gut die Interfaces von Streaming-Games für die neue Nutzungssituation angepasst werden: Manche Spiele haben schon auf Riesenfernsehern schwer lesbare Menüs. Eins zu eins aufs Smartphone übertragen könnte sich der ein oder andere Titel wie ein Sehtest anfühlen.

Das Prinzip des goldenen Käfigs

Zudem könne Spiele-Flatrates noch ganz andere Tücken haben. Zum Beispiel, wenn es die Branche es Netflix und Amazon Prime-Video nachtut und aufwendige Eigenproduktionen nur zahlenden Flatrate-Kunden zugänglich macht. Schon jetzt segmentiert sich der Markt: Die EA-Titel gibt es nur in dem einem Paket, die Ubisoft-Spiele in dem anderen. Man muss sich entscheiden. Oder doppelt zahlen.

Von den eigenen Games der Flatrate-Anbieter abgesehen, fehlt auch Planungssicherheit: Es ist schwer vorauszusagen, wie viel Neues die Pakete auf Dauer bieten werden. Zudem können und werden manche Spiele von Drittfirmen aus einem Paket wie dem Xbox Game Pass nach einem bestimmten Zeitraum auch wieder verschwinden. Auch das haben die Videoanbieter vorgemacht. Doch statt einen Film nicht mehr sehen zu können, kann man dann vielleicht ein Spiel nicht mehr zu ende durchspielen - und muss es am Ende doch kaufen.

Bei beiden Modellen, beim Abo und beim Cloud-Gaming, machen sich Spieler stark vom Anbieter abhängig: Fällt beispielsweise der Streaming-Dienst mal aus oder wird ein Abo irgendwann vom Anbieter eingestellt, war es das mit dem unkomplizierten und günstigen Spielerlebnis. Was einem nicht gehört, was man nicht auf Disk hat oder auf der Festplatte sichern kann, ist dann womöglich außer Reichweite.

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