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Actionspiel

Prüfstelle gibt "Fortnite" ab 12 Jahren frei

Das Actionspiel "Fortnite" ist ein Riesenerfolg - aber für wen ist es geeignet? Darüber streiten Lehrer, Eltern und Kinder seit Langem. Jetzt ist ein aktuelles Prüfergebnis der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle bekannt geworden.

SPIEGEL ONLINE

Szene aus "Fortnite: Battle Royale"

Donnerstag, 08.08.2019   19:16 Uhr

Ab wie viel Jahren ist eigentlich "Fortnite" freigegeben? Darüber herrschte lange Unklarheit. Nun aber hat das Actionspiel ein Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) bekommen, Hersteller Epic Games hatte das Werk augenscheinlich noch einmal komplett zur Prüfung eingereicht. Wie es "Gameswirtschaft" aufgefallen ist, ist "Fortnite" nun ab 12 Jahren freigegeben. Ihre Entscheidung erklärt die USK hier genauer.

Die in Deutschland für Alterskennzeichen zuständige USK hatte 2017 zunächst nur den "Rette die Welt"-Modus mit einem "ab 12 Jahren" gekennzeichnet. Der bald deutlich beliebtere, aber erst nachträglich veröffentlichte Onlinemodus "Battle Royale" - also jener Spielteil, den die meisten Menschen mit "Fortnite" verbinden - war ihr dagegen nicht zur Prüfung vorgelegt worden.

Die Prüfung war nicht notwendig, da das kostenlose "Fortnite: Battle Royale" nicht auf einem Datenträger in den Handel gekommen war, sondern in Form eines Downloads erschienen ist. Anbieter können solche Onlinetitel auf freiwilliger Basis zur Prüfung einreichen, ihre Pflicht oder die Regel ist dies aber nicht.

Viele Kinder und Eltern waren verwirrt

Die Tatsache, dass sich das USK-Kennzeichen nur auf den "Rette die Welt"-Modus bezog, sorgte bei vielen Kindern und Eltern für Verwirrung. Durch das sogenannte IARC-System nämlich hatte "Fortnite" auf der Nintendo Switch, wo es gar keine "Rette die Welt"-Spielvariante gibt, eine Empfehlung "ab 16 Jahren". Und der "Spieleratgeber NRW" hielt derweil 14 Jahre für das richtige Einstiegsalter für den "Battle Royale"-Modus.

Die USK trat der Verwirrung damals mit einem erklärenden Statement entgegen. Darin hieß es, "Fortnite: Battle Royale" sei zwar nicht für den stationären Handel geprüft worden, es habe aber dennoch auf einigen Plattformen eine Alterskennzeichnung erhalten. "Dies ist davon abhängig, ob sich die jeweilige Vertriebsplattform dem internationalen IARC-System angeschlossen hat oder nicht."

Fotostrecke

E-Sport-Titel: So funktioniert "Fortnite: Battle Royale"

Mitte Juli 2019 wurden von der USK nun drei Versionen des Spiels samt "Battle Royale"-Modus geprüft - die für PC, Xbox One und Playstation 4. Der "Battle Royale"-Modus spielt sich aber auch auf anderen Geräten - etwa auf dem Smartphone - genauso.

Marek Brunner, der Leiter des Testbereichs der USK, hatte die Grundzüge dieses Modus, bei dem bis zu hundert Spieler Waffen sowie Items sammeln und ums Überleben kämpfen, neulich im Podcast "Game of Phones" mit dem Spielprinzip des Klassikers "Bomberman" verglichen. Er sagte aber auch, bei Diskussionen über "Fortnite: Battle Royale" sei immer wieder die Frage, ob "ab 12 Jahren" oder "ab 16 Jahren" die angemessenere Einordnung sei.

Am besten selbst mal ausprobieren

Grundsätzlich ist es für Eltern sinnvoll, USK-Freigaben beim Computerspielkauf als Orientierung zu nutzen. Die USK selbst betont, der Staat regele mit den Alterskennzeichen zwar nicht, "wie und welche Medieninhalte Eltern zu Hause ihren Kindern zugänglich machen", sondern vielmehr, ob ein Computerspiel an Kinder und Jugendliche in der Öffentlichkeit abgegeben - sprich: zum Beispiel in einem Technik-Geschäft verkauft - werden darf. Sie rät aber auch: "Eltern sollten ihren Kindern jedoch nur solche Spiele geben oder erlauben zu spielen, die eine passende Altersfreigabe haben."

Noch besser, als sich nur auf Kennzeichen zu verlassen, ist es aber, sich selbst mit den Games seiner Kinder zu beschäftigen - sei durch Selbstspielen, durchs Zuschauen oder durch Online-Recherche zu den Spielen - und zu einem eigenen Urteil zu kommen, egal, ob es auf Titel auf Datenträgern oder auch mal um kostenlose Downloadspiele geht.

Das Portal "Schau hin" schreibt zu "Fortnite: Battle Royale", dass es für eine Einschätzung wichtig sei, "wie gut das Kind fiktive und reale Welten trennen" und die "Spannung im Spiel aushalten" könne: "Die ständige Bedrohung durch eine Vielzahl an Kontrahenten baut eine große Spannung auf. Sie macht den Reiz des Spiels aus, kann besonders für Kinder aber auch viel Stress bedeuten."

mbö

insgesamt 41 Beiträge
vinhatica 08.08.2019
1. Bahnhof
Ich verstehe in dem Artiekl leider nur Bahnhof. Dabei wäre mir sein Inhalt wichtig, da mein Sohn der einzige Junge von 15 in seiner 5. KLasse ist, der nicht Fortnite spielt mit entsprechender Stimmung zu Hause. Die [...]
Ich verstehe in dem Artiekl leider nur Bahnhof. Dabei wäre mir sein Inhalt wichtig, da mein Sohn der einzige Junge von 15 in seiner 5. KLasse ist, der nicht Fortnite spielt mit entsprechender Stimmung zu Hause. Die Fortnite-Kinder scheinen das Spiel täglich viele Stunden zu zocken, ohne aufhören zu können.
didnee 08.08.2019
2. Eigentlich ganz einfach...
Hallo vinhatica, es ist eigentlich ganz einfach, Fortnite ist nun ab 12 Jahren freigegeben. Die Verwirrung ist beim Lesen des Artikels wahrscheinlich entstanden, weil es nicht das eine Fortnite gibt. Es gibt das Spiel in [...]
Zitat von vinhaticaIch verstehe in dem Artiekl leider nur Bahnhof. Dabei wäre mir sein Inhalt wichtig, da mein Sohn der einzige Junge von 15 in seiner 5. KLasse ist, der nicht Fortnite spielt mit entsprechender Stimmung zu Hause. Die Fortnite-Kinder scheinen das Spiel täglich viele Stunden zu zocken, ohne aufhören zu können.
Hallo vinhatica, es ist eigentlich ganz einfach, Fortnite ist nun ab 12 Jahren freigegeben. Die Verwirrung ist beim Lesen des Artikels wahrscheinlich entstanden, weil es nicht das eine Fortnite gibt. Es gibt das Spiel in verschiedenen Modi ("Rette die Welt" und "Battle Royale") und auf verschiedenen Plattformen (Download, PC, Xbox, ...). Dadurch sind unterschiedliche Prüfer aktiv gewesen und es gab dann verschiedene Ergebnisse. Nun hat die USK aber nochmal umfangreich getestet und kam zum Ergebnis: Freigabe ab 12 Jahren. Ich kenne das Theater aus meinem Umfeld, alle Jungs wollen das spielen. Sogar die Jungs in der Grundschule unserer Tochter... Empfehlen würde ich den Ansatz aus dem Artikel, dass Sie mit Ihrem Sohn mal gemeinsam spielen. Gehen Sie offen an das Thema heran, schauen Sie sich das Spiel gemeinsam an. Wenn Sie ein gutes Gefühl haben (jedes Kind geht anders damit um), dann lassen Sie ihn spielen. Aber bitte nicht stundenlang! Grüße, didnee
deranalystiker 08.08.2019
3. Suchtpotential
Mein Sohn (10) war kognitiv sehr gut in der Lage die Fortnite-Welt von der Realität zu unterscheiden (was ja lt. Artikel eines der Hauptkriterien für die Alterszuordnung zu sein scheint). Allerdings stellten sich nach einer [...]
Mein Sohn (10) war kognitiv sehr gut in der Lage die Fortnite-Welt von der Realität zu unterscheiden (was ja lt. Artikel eines der Hauptkriterien für die Alterszuordnung zu sein scheint). Allerdings stellten sich nach einer gewissen Zeit suchtähnliche Verhaltensweisen ein, wobei man eigentlich auch das Wort "ähnlich" aus dem Satz streichen kann. Nach dem Löschen des Spiels zeigten sich deutliche Entzugserscheinungen mit Aggressionen und sogar ausgesprochenen Drohungen ggü. den Eltern. Wir kämpfen seit Wochen mit Alternative-Angeboten darum, unser vorher liebes Kind wieder zu kriegen...
josefkah 08.08.2019
4. ich sehe das genauso
ich kenne genügend 6-8-jährige, die täglich mehrere stunden Fortnite spielen und gleichzeitig Eltern haben, die so etwas wie Altersfreigaben nicht kennen und auch nicht verstehen. ich verstehe die aussage des Artikels oben auch [...]
ich kenne genügend 6-8-jährige, die täglich mehrere stunden Fortnite spielen und gleichzeitig Eltern haben, die so etwas wie Altersfreigaben nicht kennen und auch nicht verstehen. ich verstehe die aussage des Artikels oben auch nicht. Gibt es jetzt eine Altersfreigabe, welche Wirkung bzw Verbindlichkeit hat sie.
basileus97 08.08.2019
5.
Ziemlich witzig wie lange es gedauert hat eines der beliebtesten Spiele das jetzt schon eine ganze Weile auf dem Markt ist einzuordnen.
Ziemlich witzig wie lange es gedauert hat eines der beliebtesten Spiele das jetzt schon eine ganze Weile auf dem Markt ist einzuordnen.

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