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"Resident Evil VII: Biohazard"

Der Horror kehrt zurück

Alter Grusel in neuen Schläuchen: "Resident Evil VII: Biohazard" besinnt sich auf die Wurzeln der Serie. Allerdings nutzt das Spiel die Möglichkeiten der Virtual Reality nicht aus.

Capcom
Von
Mittwoch, 25.01.2017   12:56 Uhr

Ein abgelegenes Haus tief in den Wäldern, Türen, die sich knarzend öffnen, Geräusche von Wesen, die nicht zu sehen sind. Im Kühlschrank stapeln sich Eingeweide, in der Mikrowelle liegt eine tote Krähe. "Resident Evil VII: Biohazard" macht schon früh klar, wohin die Reise geht: zurück zu den Anfängen des Horrors.

"Resident Evil VII: Biohazard" ist nur auf dem Papier der siebte Teil der inzwischen zwanzig Jahre alten Serie. Neben den Hauptteilen gibt es eine nur für Fans überschaubare Zahl von Ablegern der Reihe, die in den Neunzigerjahren den Begriff des Survival Horror geprägt hat.

Nicht das Besiegen aller Gegner ist das Ziel, sondern das Überleben in einer Welt, die einem nur sehr wenige Möglichkeiten dafür gibt, in der man jeder verbrauchten Kugel oder Heilpflanze lange nachtrauert, in dem jedes Treffen mit einem Gegner das Aus bedeuten kann.

Zurück zu den Wurzeln

Zwischendurch hat die Serie immer wieder ihre Ausrichtung gewechselt. Mit dem vierten Teil wurde sie actionlastiger - bis zum sechsten Teil der Serie, der mit voller Wucht alle Action-Genres gleichzeitig einschließt und so zu einem kruden Mix aus allem wurde, was sich vermeintlich gut verkauft.

Mit "Biohazard" will Hersteller Capcom zu den Wurzeln zurückkehren. Deutlich macht das schon der Untertitel, schließlich läuft die Serie in Japan seit ihrem Beginn unter diesem Namen. Und so beschränkt sich das Spiel wie im ersten Teil auf einen zusammenhängenden Schauplatz, in dem sich mit der Zeit immer mehr Türen öffnen und neue Räume, neue Gegner enthüllen, und in das gegen Schluss zwei weitere fast konträre Areale eingebunden werden. Kompakt und weit zugleich: im Zentrum ein altes Herrenhaus in den Sümpfen Louisianas, schwül, sumpfig und düster.

Hierhin verschlägt es Ethan Winter auf der Suche nach seiner Frau Mia. Dort findet er eine dieser typischen Redneck-Horrorfilm-Familien, die schwitzend mit schlechten Zähnen und dreckigen Klamotten harmlose Menschen schlachten. Damit ist auch etwas anderes klar: Neu erfunden wird Horror hier nicht.

Fotostrecke

Fotostrecke: "Resident Evil VII": Der Horror kehrt zurück

"Resident Evil VII" arbeitet mit bekannten Mustern und Klischees. Das hat in unruhigen Zeiten natürlich etwas sehr Beruhigendes, doch fragt man sich, warum es eigentlich immer die gleichen Figuren sein müssen, die gruseln. Und ob es nicht an der Zeit wäre, die Standard-Unterschichtsmonster gegen die wahren Gruselfiguren der Welt zu tauschen.

Doch das Konzept funktioniert sehr effektiv. Auch weil das Spiel zum ersten Mal in der Reihe aus einer Ego-Perspektive gespielt wird. So wirken viele Schockmomente noch unmittelbarer, die Kämpfe werden intensiver. Eklige Szenen wirken noch widerlicher. Zudem hat die Ego-Perspektive einen weiteren Grund: Sie erlaubt es, dass "Resident Evil VII" das erste lange Spiel ist, das komplett in Virtual Reality gespielt werden kann. Zumindest dann, wenn man die Playstation-4-Version nutzt und die PSVR-Brille besitzt.

Problemloser Wechsel in die virtuelle Realität

Das klingt auf den ersten Blick spannend, ist aber bald ernüchternd. Der VR-Modus verursacht schnell Kopfschmerzen - was allerdings nicht bei allen Spielern so sein muss. Gerade die Option, sich per Controller weiter zu drehen, als es mit dem Kopf möglich ist, führt immer wieder zu flauem Magen und lässt einen bald die Brille abziehen.

Zum Glück ist der Wechsel recht problemlos auch mitten im Spiel möglich. Immer wieder kann man zurückkehren in die VR-Welt und sich an ein paar Schockmomenten ergötzen. Doch recht bald zeigt sich auch sehr deutlich, dass Spieleentwickler bei VR noch sehr viel lernen können. Auch wenn die Bilder schon prima auf die neue Technik abgestimmt sind: Das Erzählen wird sich ebenfalls ändern müssen.

Zwar wird man hervorragend in eine fremde Welt entführt, doch ebenso schnell wird man ihr auch wieder entrissen, wenn das Spiel Brüche zeigt, die Illusion von Immersion aufhebt. Lässt man zum Beispiel jemanden in eine verstopfte Toilette greifen, ist es klar, dass das ziemlich eklig ist. "Resident Evil VII" aber lässt dazu eine Stimme genau das sagen, was man als Spieler denken soll.

Zudem lässt das Spiel Protagonisten schnaufen und räuspern, macht einem immer wieder klar, dass man sich in einem fremden Körper befindet. Beziehungsweise: Dass man sich in keinem Körper befindet, man sieht nämlich nichts, wenn man an sich herunterschauen möchte. Nur in drastischen Szenen werden Arme und Beine plötzlich sichtbar. Trotz aller Kritik zeigt das Spiel doch, dass mit VR noch sehr viel möglich sein wird.

Fazit: Wichtiger Schritt für die Serie

"Resident Evil VII: Biohazard" erfindet das Genre nicht neu, ist aber ein wichtiger Schritt für die Serie. Das Spiel bedient sich wieder beim Grusel, beim Horror, hat sich den langjährigen Konkurrenten "Silent Hill" nochmal angeschaut, nimmt sich die "Amnesia"-Spiele als Vorbild und auch "Condemned" oder "F.E.A.R." und baut sie in die umspannende Erzählung der Serie ein.

Es betreibt Fanservice, wenn wieder Heilkräuter herumstehen, einzelne Schießpulverhäufchen verstreut sind und der Rucksack mal wieder so bemessen ist, dass er immer ein wenig zu klein ist. "Resident Evil VII" ist damit ein Spiel, das Spaß macht, das aber leider nicht das volle Potenzial dessen nutzt, was ihm Umgebung und Technik an die Hand geben.

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Gespielt auf PS4 Pro


"Resident Evil VII: Biohazard" von Capcom, für Playstation 4 (mit PSVR), Xbox One und PC, ab 45 Euro; USK: Ab 18 Jahren

insgesamt 43 Beiträge
tobifux78 24.01.2017
1. Meilensteine
RE 1 und RE 4 waren Meilensteine!!! Wäre super wenn CAPCOM endlich einen würdigen Nachfolger liefern würde...
RE 1 und RE 4 waren Meilensteine!!! Wäre super wenn CAPCOM endlich einen würdigen Nachfolger liefern würde...
dubsetter 24.01.2017
2. nen bisschen....
RE 1 ist auch miteingeflossen (herrenhaus und gartenhaus zb.) und der mangel an genug munition, bzw. heilung lässt auch die nerven flattern... dennoch für mich zu blutig /plakativ, plus zu viel backtracking... auch wenn [...]
RE 1 ist auch miteingeflossen (herrenhaus und gartenhaus zb.) und der mangel an genug munition, bzw. heilung lässt auch die nerven flattern... dennoch für mich zu blutig /plakativ, plus zu viel backtracking... auch wenn um meilen besser als teil 5+6.
Sponti@abwesend.de 24.01.2017
3.
Die ersten Teile von Resident Evil auf der Ps1 waren genial, knarrene Türen, schleif geräusche und das alles im dunklen Zimmer, war schon recht unheimlich. Das war ein tolles Spiel.
Die ersten Teile von Resident Evil auf der Ps1 waren genial, knarrene Türen, schleif geräusche und das alles im dunklen Zimmer, war schon recht unheimlich. Das war ein tolles Spiel.
Die Happy 24.01.2017
4.
Spaß für die ganze Familie, natürlich nur ab 18. Aber was interessiert das die Kids in Zeiten des unbeschränkten Zugang zu allem. Aber 18 ist es dann aber wirklich zu empfehlen. Einfach nur mal ab min. 12:50, dann kann man [...]
Spaß für die ganze Familie, natürlich nur ab 18. Aber was interessiert das die Kids in Zeiten des unbeschränkten Zugang zu allem. Aber 18 ist es dann aber wirklich zu empfehlen. Einfach nur mal ab min. 12:50, dann kann man sich den Rest sparen. https://www.youtube.com/watch?v=CsNt0D3IZIA Wenn sowas demnächst massenweise in brillanter VR Qualität gespielt werden kann, und genauso wird es kommen, dann wird man sich wohl vor einigen gesunden Zeitgenossen eher in Acht nehmen müssen. Förderlich ist das jedenfalls nicht. Die 14j. noch völlig unfertigen Frontalhirne werden sich freuen. Schaden fürs Leben. Kontrolle über Emotionen und Triebe wird einfach überbewertet. Und da wundern sich einige über die IS Videos. Ich kann da keinen Unterschied erkennen. Aber das hier ist dann natürlich Kunst.
jhea 24.01.2017
5.
Da kein 14 jähriger das in die Hand bekommen soll, ist der ganze Kommentar total für die Tonne. Srsly... Gibt auch Massenhaft Pornos, Snufffilme, Zombieslasher, Gore, whatever als Filme, aber die darf man dann verkaufen [...]
Zitat von Die HappySpaß für die ganze Familie, natürlich nur ab 18. Aber was interessiert das die Kids in Zeiten des unbeschränkten Zugang zu allem. Aber 18 ist es dann aber wirklich zu empfehlen. Einfach nur mal ab min. 12:50, dann kann man sich den Rest sparen. https://www.youtube.com/watch?v=CsNt0D3IZIA Wenn sowas demnächst massenweise in brillanter VR Qualität gespielt werden kann, und genauso wird es kommen, dann wird man sich wohl vor einigen gesunden Zeitgenossen eher in Acht nehmen müssen. Förderlich ist das jedenfalls nicht. Die 14j. noch völlig unfertigen Frontalhirne werden sich freuen. Schaden fürs Leben. Kontrolle über Emotionen und Triebe wird einfach überbewertet. Und da wundern sich einige über die IS Videos. Ich kann da keinen Unterschied erkennen. Aber das hier ist dann natürlich Kunst.
Da kein 14 jähriger das in die Hand bekommen soll, ist der ganze Kommentar total für die Tonne. Srsly... Gibt auch Massenhaft Pornos, Snufffilme, Zombieslasher, Gore, whatever als Filme, aber die darf man dann verkaufen oder wat? Es ist die Aufgabe der Eltern zu kontrollieren was der 14 jährige so auf seine PS/PC lädt... und wenn sie das nicht können, ist das nicht die Schuld von mir oder sonstwem aus der Allgemeinheit. Ich für meinen teil will das so spielen wie es angeboten wird, und ich will jeden einzelnen Darm sehen der aus einem Opfer gezogen wird (weil ich anatomisch sehr interessiert bin!). Und wenn ich es nicht will schalt ich es ab. Aber ich will auch nicht, dass mir 'besorgte Eltern' vorschreiben was ICH anzugucken habe und was nicht.

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