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Motocross-Game "Trials Rising"

Leicht kompliziert

"Trials Rising" ist mehr Geschicklichkeits- als Rennspiel: Ein falscher Tastendruck und der Fahrer liegt unterm Motorrad. Das ist so anstrengend, wie es klingt - dafür macht jeder fehlerfreie Lauf glücklich.

Ubisoft
Von
Dienstag, 26.02.2019   21:03 Uhr

Zum Schluss fällt man immer auf die Nase. Weil man mit dem Motocross-Motorrad gegen eine Wand rast, in einen Haufen explodierender Fässer springt oder von einem Krankenwagen überfahren wird. Der Zieleinlauf in "Trials Rising" ist eine Art Panorama tödlicher Unfälle: je absurder, desto besser.

Man fällt aber auch davor sehr häufig hin. Und leider weiß man auch immer, warum: Weil man etwas falsch gemacht hat. Zu viel Gas gegeben, falsch gebremst, einen Sprung falsch eingeschätzt.

Aber man wird es wieder versuchen. "Trials Rising" ist eines der Spiele, die einen nicht aufgeben lassen - weil man ahnt, dass man sie beherrschen könnte.

"Trials Rising" ist der neueste Teil der vom finnischen Redlynx-Studio entwickelten "Trials"-Reihe. In ihr geht es darum, ein Motocross-Motorrad über eine Strecke zu bringen, die mit Hindernisparcours nur unzureichend beschrieben wäre. Eher ist es eine in der Realität unmögliche Ansammlung von Hindernissen, Loopings, Schanzen und tiefer Löcher, deren Reihenfolge man am besten auswendig lernt.

Herausfordernd, aber nie unfair

Das klingt erstmal nach einem Spiel für eine sehr spezielle Zielgruppe, schließlich ist Motocross nicht unbedingt der populärste Sport der Welt. Auf den zweiten Blick aber wird klar, warum die Reihe so beliebt ist und weshalb so viele Fans darauf gewartet haben: "Trials Rising" ist extrem herausfordernd, aber nie unfair. Und die Motocross-Bikes sind auch nur Mittel zum Zweck.

Es geht darum, einen Spielfluss zu entwickeln, einen fehlerfreien Lauf zu schaffen und über die Knöpfe des Controllers zu tanzen, um zwischendurch immer wieder hektisch herumzustochern, weil man einen Unfall vermeiden will und dann doch ganz unelegant auf der Schnauze landet.

Fotostrecke

Motocross-Game "Trials Rising": Loopings, Schanzen und tiefer Löcher

Eingabemöglichkeiten gibt es nicht viele: Gas geben, bremsen, den Oberkörper der Fahrer nach vorn und hinten bewegen, in der Spur bleibt das Bike von allein. Viel mehr Möglichkeiten hat man nicht. Eigentlich aber sind das mehr als genug. Schließlich spricht das Motocross-Bike sehr schnell an, mit leichtem Knopfdrücken schafft man sehr viel Bewegung. Erst mit der Zeit lernt man, über die Strecken zu kommen und Gegner zu besiegen.

Die Strecken von "Trials Rising" sind anspruchsvoll: Hohe Sprünge wechseln sich mit Bodenwellen ab, die mit schnellen Bewegungen ausgeglichen werden müssen. Ein tiefer Fall fordert höchste Konzentration, denn man will, dass die Maschine auf beiden Rädern landet, nicht, dass der Fahrer unter dem Gefährt liegen bleibt.

Auch die Strecken sind immer wieder in Bewegung

Für die eigentlich interessante Umgebung hat man erst einmal wenig Sinn. Ob man durch eine alte russische Raketenbasis steuert, ein Hollywood-Filmset zerstört oder in Spanien ein Tomatenfest durchspringt: Zuerst einmal zählt das Durchkommen, die Umgebung sickert erst nach und nach ins Bewusstsein. Und wird dadurch eigentlich noch spektakulärer. Die Strecken sind immer wieder in Bewegung, Teile fallen um, Plattformen bewegen sich und auf alles muss reagiert werden.

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Ubisoft:
Trials Rising - Gold Edition

PC, Playstation, X-Box, Nintendo Switch; 39,99 Euro

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Etwas penetrant ist das ständige Aufploppen von Lootboxen, also Schatzkisten mit digitalen Belohnungen, die man gefühlt nach jedem Rennen bekommt und die man alternativ kaufen kann, was bei einem 40-Euro-Spiel ein fragwürdiges Nebengeschäft ist. Da es aber beim Inhalt um rein kosmetische Dinge ohne direkt Einfluss aufs Spiel geht - Kleidung für den Fahrer, Siegermoves oder Verzierungen für das Bike etwa - kann man sie auch einfach ignorieren. Das Spiel wird durch diesen Zusatzinhalt nicht besser oder leichter.

Alles in allem ist "Trials Rising" ein Fest, wenn man Spiele mag, die bislang unentdeckte Fähigkeiten fordern. Und es ist einer der selten gewordenen Titel, die aus einer sehr schlichten Steuerung maximalen Spielspaß herausholen.


"Trials Rising", für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC, circa 40 Euro, USK: ab 12 Jahren

insgesamt 2 Beiträge
chrismuc2011 27.02.2019
1.
Das SPiel mag ja anspruchsvoll sein, nur realistisch ist es nicht, wenn man den Oberkörper oder den Lenker nicht nach links und rechts bewegen kann. Das ist wie bei einem Flgsimulator, wo man Seitenruder und Querruder automatisch [...]
Das SPiel mag ja anspruchsvoll sein, nur realistisch ist es nicht, wenn man den Oberkörper oder den Lenker nicht nach links und rechts bewegen kann. Das ist wie bei einem Flgsimulator, wo man Seitenruder und Querruder automatisch verbindet und trotzdem glaubt ein guter Pilot zu sein.
gaminggirl 27.02.2019
2.
Das Spiel will auch zu keinem Zeitpunkt Simulation sein. Es bietet 2D-gameplay und ist ein reiner Arcade-Titel. Bei den 2D-Marios beanstandet man ja auch nicht, dass man sich nur von links nach rechts bewegt und das [...]
Zitat von chrismuc2011Das SPiel mag ja anspruchsvoll sein, nur realistisch ist es nicht, wenn man den Oberkörper oder den Lenker nicht nach links und rechts bewegen kann. Das ist wie bei einem Flgsimulator, wo man Seitenruder und Querruder automatisch verbindet und trotzdem glaubt ein guter Pilot zu sein.
Das Spiel will auch zu keinem Zeitpunkt Simulation sein. Es bietet 2D-gameplay und ist ein reiner Arcade-Titel. Bei den 2D-Marios beanstandet man ja auch nicht, dass man sich nur von links nach rechts bewegt und das Level-Design "unlogisch" ist ;-)

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