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Netzwelt

Mobilfunkfrequenzen

5G-Auktion bringt Deutschland knapp 6,6 Milliarden Euro

Die Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen ist abgeschlossen. Die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch bezahlen insgesamt knapp 6,6 Milliarden Euro an den Staat - deutlich mehr als erwartet.

JENS SCHLUETER/EPA-EFE/REX

Mittwoch, 12.06.2019   18:47 Uhr

Die Auktion endete nach 497 Runden: Der Bund hat mit der Versteigerung der neuen 5G-Mobilfunkfrequenzen insgesamt 6,55 Milliarden Euro eingesammelt. Vier Anbieter kamen bei der Versteigerung zum Zuge: Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonicaund Drillisch Chart zeigen.

Die Auktion lief über mehrere Monate - und damit länger als jede andere Mobilfunkauktion in Deutschland. Sie brachte auch deutlich mehr Geld ein als erwartet. Fachleute hatten nur mit drei bis fünf Milliarden Euro gerechnet. Mit dem Ende der Auktion ist die Einführung der fünften Mobilfunkgeneration (5G) ein Stück näher gerückt. Der Standard ist der Nachfolger von 4G, auch LTE genannt. 5G ist wesentlich schneller im Download und verfügt über eine geringere Reaktionszeit (Latenz) - Daten können nahezu in Echtzeit übertragen werden.

"Startschuss für 5G in Deutschland"

Dies ist immens wichtig für Techniken wie das autonome Fahren oder die Telemedizin - Geräte können nahezu ohne Verzögerung auf Anweisungen aus dem Netz reagieren. Dadurch bremst ein Auto schnell genug, wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug in einer Kurve ins Rutschen kommt - und diese Info an den Verkehr hinter sich weitergibt. Zudem könnte ein Chirurg dank 5G aus der Ferne übers Internet Operationen durchführen. Auch für die Industrie ist 5G wichtig, weil dadurch Maschinen vernetzt und Produktionsabläufe effizienter gestaltet werden können.

In der umkämpften Versteigerung um die hierfür wichtigen Frequenzen hatte die Bundesnetzagentur zuletzt das Mindestzusatzgebot deutlich erhöht. In der nach Hunderten Runden festgefahrenen Auktion mussten die Bieter mehr Geld aufrufen, um bei einzelnen Blöcken erfolgreich zu sein. So wollte die Behörde die Auktion beschleunigen.

Am meisten zahlt nun die Deutsche Telekom Chart zeigen, und zwar rund 2,17 Milliarden Euro. Vodafone Chart zeigen zahlt 1,88 Milliarden Euro und Telefónica Chart zeigen 1,42 Milliarden Euro. Der Preis für Drillisch beläuft sich auf 1,07 Milliarden Euro - die Tochterfirma des rheinland-pfälzischen Konzerns United Internet hat bisher kein eigenes Netz, stattdessen nutzt sie bisher die Antennen der Konkurrenz. Versteigert wurden Blöcke im 2-Gigahertz- und im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich. Die 2-Gigahertz-Blöcke waren deutlich teurer, da man in diesem Frequenzbereich höhere Reichweiten erzielen kann. Diese Blöcke sind allerdings erst ab 2021 oder sogar erst ab 2026 nutzbar.

Lesetipp aus dem Archiv

Der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach nach dem Ende der Auktion von einem "Startschuss für 5G in Deutschland". "Ich freue mich, dass vier Unternehmen Frequenzen ersteigert haben und beim 5G-Netzausbau in Wettbewerb treten", teilte der Behördenchef mit. "Die Frequenzen sollen nicht nur für den neuen Mobilfunkstandard 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland eingesetzt werden."

Bei der bislang jüngsten Mobilfunkauktion 2015 waren 5,08 Milliarden Euro erlöst worden. Ein Grund für den höheren Wert: Diesmal nahmen vier und nicht wie 2015 nur drei Netzbetreiber teil. Das Geld, auch von Neueinsteiger Drillisch, geht an den Bund, der es in die Digitalisierung stecken will.

apr/dpa/Reuters

insgesamt 185 Beiträge
el_jefe 12.06.2019
1. Gut für die Staatskasse, aber
schlecht für die Verbraucher. Noch heute bezahlen wir für die EUR 50 Milliarden, die die (damals) sechs Mobilfunkunternehmen im Jahre 2000 hinblättern mussten. Und der 5G-Ausbau wird nocheinmal mindestens soviel kosten. Kein [...]
schlecht für die Verbraucher. Noch heute bezahlen wir für die EUR 50 Milliarden, die die (damals) sechs Mobilfunkunternehmen im Jahre 2000 hinblättern mussten. Und der 5G-Ausbau wird nocheinmal mindestens soviel kosten. Kein Wunder, dass so viele für sich günstigere Auslandstarife nehmen. Wäre Deutschland klug, würde mit dem Geld den Ausbau zu Günsten der unterversorgten Gebiete subventionieren, aber das wird leider nicht passieren.
Otto Blitz 12.06.2019
2. Wo wird das Geld bleiben?
6,55 Millarden, die die künftigen Kunden und Nutzer zahlen werden. Bei der letzten großen Versteigerung mussten sie das natürlich auch, zur Freude des Finanzministers. Folge: Telekom und Co. sparten beim Ausbau der [...]
6,55 Millarden, die die künftigen Kunden und Nutzer zahlen werden. Bei der letzten großen Versteigerung mussten sie das natürlich auch, zur Freude des Finanzministers. Folge: Telekom und Co. sparten beim Ausbau der Infrastruktur, wo sie nur konnten. Deutschland, nach wie vor ein großes Funk- und Datenloch. Ob das diesmal anders sein wird?
Solid 12.06.2019
3.
Na da können die neuen 5G-Tarife ja mal wieder so richtig sauteuer werden. Aber das macht nichts, in den nächsten zehn Jahren kann man sie eh nicht nutzen, weil es so lange dauert, den Nutzern erst mal das Geld für den [...]
Na da können die neuen 5G-Tarife ja mal wieder so richtig sauteuer werden. Aber das macht nichts, in den nächsten zehn Jahren kann man sie eh nicht nutzen, weil es so lange dauert, den Nutzern erst mal das Geld für den Netzausbau aus der Tasche zu zocken.
Joachim Kr. 12.06.2019
4. Wer steckt hinter Drillisch?
Wo ingottesnamen hat Drillisch so viel Geld her? Ansonsten: die üblichen Verdächtigen. Das Geld müsste nun definitiv zweckgebunden werden - Die digitalen Defizite sind enorm! Nicht dass die Einnahmen am Ende zur [...]
Wo ingottesnamen hat Drillisch so viel Geld her? Ansonsten: die üblichen Verdächtigen. Das Geld müsste nun definitiv zweckgebunden werden - Die digitalen Defizite sind enorm! Nicht dass die Einnahmen am Ende zur Verlängerung der Kohleabbau-Zeiten verwendet werden!
darthkai 12.06.2019
5. Korrekter Titel
"5G Auktion wird Mobilfunkkunden mindestens 6,6 Milliarden Euro kosten" Plus Steuern, Zinsen und ein paar weiteren Schritten hin zum Infrastruktur-Entwicklungsland...
"5G Auktion wird Mobilfunkkunden mindestens 6,6 Milliarden Euro kosten" Plus Steuern, Zinsen und ein paar weiteren Schritten hin zum Infrastruktur-Entwicklungsland...

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