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Nach einer Woche in Freiheit

Whistleblowerin Manning wieder in Haft

Erst vor einer Woche war Chelsea Manning aus der Beugehaft entlassen worden - nun ist die Whistleblowerin erneut im Gefängnis. Hintergrund ist ihre Weigerung, vor einer Grand Jury auszusagen.

Cliff Owen/ AP

Chelsea Manning spricht vor einem Gericht in Alexandria mit Reportern

Freitag, 17.05.2019   10:26 Uhr

Chelsea Manning ist am Donnerstag erneut inhaftiert worden. Sie sei wegen Missachtung des Gerichts in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher ihres Anwaltteams. Die Whistleblowerin hatte sich zuvor erneut geweigert, im Zusammenhang mit Militärdokumenten auszusagen, die sie an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben hatte.

Manning war Anfang März in Beugehaft genommen worden, weil sie sich weigerte, vor einer geheim tagenden Grand Jury eines Gerichts in Virginia auszusagen. Nach 62 Tagen in Haft war sie vor einer Woche freigekommen.

Ihr Anwaltsteam berichtete nun, Richter Anthony Trenga habe nun eine Geldstrafe von 500 Dollar (446 Euro) pro Tag gegen Manning verhängt, falls sie nicht binnen 30 Tagen aussage. Nach 60 Tagen solle sich die Strafe auf 1000 Dollar pro Tag erhöhen. Die "Washington Post" zitierte Manning mit dem Satz: "Ich würde lieber verhungern, als meine Meinung in dieser Hinsicht zu ändern."

Die Whistleblowerin hieß früher Bradley Manning und war als IT-Experte für das US-Militär tätig. 2013 war sie unter anderem wegen Spionage von einem Militärgericht zu 35 Jahren Haft verurteilt worden, da sie Tausende Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben hatte. Verhaftet worden war Manning bereits 2010.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hatte ihre Strafe verkürzt, sodass Manning 2017 nach knapp sieben Jahren Gefängnis freigelassen wurde.

Lesetipp aus dem Archiv

Die amerikanischen Grand Jurys sind umstritten. Sie sichten unter Ausschluss von Öffentlichkeit und öffentlicher Kontrolle von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Beweise für eine Anklage und können selbst Zeugen anhören. Auf dieser Grundlage entscheiden sie, ob eine Anklage zugelassen wird.

Ob die Gerichte, die eine Willkür des Staates ausschließen sollen, fair arbeiten, ist jedoch stark umstritten: Sie sind von Laien besetzt und gelten als nicht neutral - immer wieder wurden kontroverse Urteile gefällt.

aar/AFP/AP

insgesamt 37 Beiträge
andreika123 17.05.2019
1. #Freihet
genau hier sollte sich Merkel & Co. einschalten und für die Freiheit der Person werben und Besorgnis an der Demokratie aussprechen. Nicht nur Putin, Erdogan,Xi und die anderen feindlich gesinnten machen fehler.
genau hier sollte sich Merkel & Co. einschalten und für die Freiheit der Person werben und Besorgnis an der Demokratie aussprechen. Nicht nur Putin, Erdogan,Xi und die anderen feindlich gesinnten machen fehler.
modemhamster 17.05.2019
2. Willkürjustiz
und unsere Marionetten schauen geflissentlich weg. Und dann wundern sie sich, wenn niemand mehr diese Verfolgsparteien wählen will, und niemand mehr ihre Propaganda hören will.
und unsere Marionetten schauen geflissentlich weg. Und dann wundern sie sich, wenn niemand mehr diese Verfolgsparteien wählen will, und niemand mehr ihre Propaganda hören will.
pv51 17.05.2019
3. bleibe standhaft.
gibt es ein Spendenkonto?
gibt es ein Spendenkonto?
Thomas Kossatz 17.05.2019
4. Erstaunlich
Die Kritik an den "geheim" tagenden Grand Juries ist abgesehen von ihrer Zweifelhaftigkeit völlig fehl am Platze. Manning wurde nicht wegen Mißachtung der Jury, sondern wegen Mißachtung des Gerichtes in Beugehaft [...]
Die Kritik an den "geheim" tagenden Grand Juries ist abgesehen von ihrer Zweifelhaftigkeit völlig fehl am Platze. Manning wurde nicht wegen Mißachtung der Jury, sondern wegen Mißachtung des Gerichtes in Beugehaft genommen. Genau das gleiche Mittel sieht in Deutschland die Strafprozessordnung vor (§70 StPO). Eine Zeugenaussage ist keine Einladung zum Kaffeeklatsch, die man annehmen kann, oder auch nicht. Die Grand Jury ist nicht die Trial Jury. Das verwechselt offenbar der Autor. Sie entscheidet nicht über Schuld oder Unschuld, sondern ob für ein Verfahren ein hinreichender Tatverdacht vorliegt. Die Jury verurteilt und verhaftet niemand. Sie prüft, ob der Staat in Person des Staatsanwaltes über die Stränge schlägt. Deshalb auch ist die Anhörung nicht öffentlich: Unberechtigte Anschuldigungen sollen nicht nach außen dringen. Die Grand Jury ist oft das Gegengewicht zu über-eifrigen Ermittlern. Stimmt Sie einer
modemhamster 17.05.2019
5. Und immer noch nichts
über die Besetzung der venezolanischen Botschaft und den Bruch des Weiner Abkommens? Müssen wir jetzt alles auf alternativen Medien lesen? Hat die Brücke euch so im Griff?
über die Besetzung der venezolanischen Botschaft und den Bruch des Weiner Abkommens? Müssen wir jetzt alles auf alternativen Medien lesen? Hat die Brücke euch so im Griff?

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