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Netzwelt

Sprachassistenten

Innenminister wollen offenbar Daten von Alexa, Siri und Co. auswerten

Fernseher, Kühlschränke oder Sprachassistenten können teils permanent Informationen sammeln. Einem Bericht zufolge wollen die Innenminister diese "digitalen Spuren" als Beweismittel vor Gericht verwenden.

Daniel Reinhardt/dpa

Spracheingabe an Siri

Mittwoch, 05.06.2019   05:06 Uhr

Die Innenminister von Union und SPD wollen sogenannte digitale Spuren aus dem Bereich "Smart Home" als Beweismittel vor Gericht verwenden. Das gehe aus einer Beschlussvorlage Schleswig-Holsteins für die Innenministerkonferenz (IMK) hervor, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Nach der Beschlussvorlage des schleswig-holsteinischen Innenministers und IMK-Vorsitzenden Hans-Joachim Grote (CDU) sollten digitale Spuren künftig gesichtet und ausgewertet werden dürfen, heißt es in dem Medienbericht. Die Innenstaatssekretäre von Union und SPD haben sich demnach in der vergangenen Woche auf einer Vorkonferenz in Berlin darauf verständigt, den Antrag Schleswig-Holsteins unterstützen zu wollen.

Digitalen Spuren komme "eine immer größere Bedeutung" bei der Aufklärung von Kapitalverbrechen und terroristischen Bedrohungslagen zu, zitiert RND aus der Beschlussvorlage. Fernseher, Kühlschränke oder Sprachassistenten, die mit dem Internet verbunden sind, sammelten nach Auffassung der Innenminister permanent wertvolle Daten, die für Sicherheitsbehörden von Bedeutung sein könnten.

Bei Amazons System Echo (Alexa), dem Google Assistant oder dem Sprachassistenten Siri von Apple können Nutzer per Sprachbefehl Internetrecherchen oder Online-Einkäufe auslösen. Die daraus gewonnenen Daten sollen laut RND-Bericht nur mit richterlicher Anordnung ausgewertet werden dürfen. Die Innenminister rechneten mit Widerstand von Datenschützern in Bund und Ländern.

Die nächste Innenministerkonferenz findet vom 12. bis zum 14. Juni in Kiel statt.

Hinweis vom 14.6.2019: Hier steht, was die IMK wirklich beschlossen hat.

aar

insgesamt 98 Beiträge
mimas101 05.06.2019
1. Hmm Tja
Und mit wie viel Jährchen Knast / Erzwingungshaft muß ich denn rechnen wenn ich mir das IoT-Gefrickel nicht kaufe oder meinen Unterhaltungsgeräten entweder die Mikrofone ziehe / die Features einfach abstelle / Treiber [...]
Und mit wie viel Jährchen Knast / Erzwingungshaft muß ich denn rechnen wenn ich mir das IoT-Gefrickel nicht kaufe oder meinen Unterhaltungsgeräten entweder die Mikrofone ziehe / die Features einfach abstelle / Treiber deinstalliere oder gar im Router den Internetzugang ganz unterbinde. Und ist es dann strafverschärfend wenn ich über andere Protokolle als http Daten im LAN versende? Und werde ich gar haftbar gemacht wenn mein Provider einen internetten Aussetzer haben sollte oder mir die Verbindung kappt weil ich das überteuerte Internet nicht mehr haben will? Fragen über Fragen.
Chillmalbesser 05.06.2019
2. war doch klar
selbst schuld wer sich diese Überwachungstechnik ins Haus holt. Passt alles nicht, einerseits eine crasse Variante beim Datenschutzgesetz und dann so etwas. Bürgerrechte und Privatsphäre zählen in diesem Land und unter dieser [...]
selbst schuld wer sich diese Überwachungstechnik ins Haus holt. Passt alles nicht, einerseits eine crasse Variante beim Datenschutzgesetz und dann so etwas. Bürgerrechte und Privatsphäre zählen in diesem Land und unter dieser Regierung immer weniger.
hermann_huber 05.06.2019
3. mit richterlichen Beschluss
kein Problem da wir ein Rechtsstaat sind. Da sollten vollständige und aktuelle Beweismittel immer aufgenommen werden. Datenschutz darf nicht zum romantischen Täterschutz verkommen (dies nur kurz an alle Unker die hier [...]
kein Problem da wir ein Rechtsstaat sind. Da sollten vollständige und aktuelle Beweismittel immer aufgenommen werden. Datenschutz darf nicht zum romantischen Täterschutz verkommen (dies nur kurz an alle Unker die hier gleich den Hinweis bringen das wir in Kürze eine Diktatur oder ein Polizeistaat werden, was ja wohl nicht so ist)
snowstorm 05.06.2019
4.
Ich kann nicht begreifen warum sich irgendjemand so ein Gerät ins Haus stellt. Ist es so viel Arbeit das Licht anzumachen, die Lautstärke vom Fernseher zu regulieren oder ein paar Tasten zu tippen um irgendwas online zu [...]
Ich kann nicht begreifen warum sich irgendjemand so ein Gerät ins Haus stellt. Ist es so viel Arbeit das Licht anzumachen, die Lautstärke vom Fernseher zu regulieren oder ein paar Tasten zu tippen um irgendwas online zu bestellen? Das übliche Argument dass dies kein Problem ist weil man ja nichts zu verstecken hat zieht einfach nicht. Daten die entstehen werden genutzt. Aber vielen ist ihre Privatsphäre nicht wichtig genug wenn mehr Bequemlichkeit verspricht. Terroristen sind ja das Totschlagargument und die werden wieder zu handschriftlicher Kommunikation wechseln und Auge-zu-Auge-Gesprächen. Die unbescholtenen Bürger werden sich dagegen in ihren eigenen vier Wänden selber zensieren.
Frusti 05.06.2019
5. Ein echtes Kaufargument!
Musste den Artikel zweimal lesen um zu glauben wie unverhohlen das Thema inzwischen kommuniziert wird. "Smart-Home" kriegt da gleich eine neue Bedeutung. Warum werden Alexa und Co. denn nicht gleich kostenlos an die [...]
Musste den Artikel zweimal lesen um zu glauben wie unverhohlen das Thema inzwischen kommuniziert wird. "Smart-Home" kriegt da gleich eine neue Bedeutung. Warum werden Alexa und Co. denn nicht gleich kostenlos an die Haushalte verteilt? Achja, nicht nötig, solange freiwillig dafür bezahlt wird... Freunde der gepflegten Spionage; Nun aber ab in den Store, oder zum Elektroschrott-Sammelplatz!

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