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Iran

Instagram sperrt Konten von Revolutionsgarden

Mehrere Kommandeure der iranischen Revolutionsgarden können nicht mehr auf Instagram posten. Das Unternehmen sperrte die Konten - offenbar weil die USA die Eliteeinheit als Terrororganisation eingestuft haben.

Vahid Salemi/DPA

Mitglieder der Iranischen Revolutionsgarden

Mittwoch, 17.04.2019   12:19 Uhr

Die Facebook-Tochter Instagram hat die Konten von mehreren Kommandeuren der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gesperrt. Betroffen seien IRGC-Chef Mohammed Ali Dschafari und zwei weitere hochrangige Generäle, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr. Die Maßnahme der amerikanischen Plattform sei im Einklang mit dem Beschluss von US-Präsident Donald Trump erfolgt, die Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen.

Laut Mehr wurde auch die englischsprachige Seite von Anhängern des obersten iranischen Führers, Ajatollah Ali Chamenei, gesperrt. Das US-Unternehmen selbst gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Als Nächstes könnten Twitter und Facebook reagieren

Irans Telekommunikationsminister kritisierte Instagram mit einem Zitat des amerikanischen Schriftstellers George R.R. Martin: "Wenn Du einem Mann die Zunge herausreißt, beweist Du damit nicht, dass er ein Lügner ist, sondern teilst der Welt mit, dass Du davor Angst hast, was er sagen könnte", schrieb er auf seiner Twitter-Seite.

Beobachter in Iran glauben, dass die Konten der IRGC-Generäle demnächst auch in anderen sozialen Medien wie Twitter und Facebook gesperrt werden. Instagram ist neben Twitter die beliebteste App in Iran.

Die Revolutionsgarden sind die Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte und weitaus wichtiger als die klassische Armee. Sie wurden für den Machterhalt des Regimes gegründet und unterstehen direkt dem obersten Führer des Landes. Die Einheit hat auch großen politischen und wirtschaftlichen Einfluss im Land. Die Garden stehen den Hardlinern ideologisch zwar näher, aber auch die Reformer um Präsident Hassan Rohani respektieren und schätzen sie als Sicherheitsgarant des Landes.

Der Iran hat Trumps Entscheidung verurteilt und seinerseits die US-Regierung zum Förderer von Terrorismus erklärt. Das iranische Parlament setzte außerdem das US-Zentralkommando Centcom, das die amerikanischen Truppen im Nahen Osten führt, auf eine Liste mit Terrororganisationen.

Update, 15.15 Uhr: Von Instagram heißt es auf SPIEGEL-Nachfrage , man agiere unter den Beschränkungen der US-amerikanischen Sanktionsgesetze. Man arbeite mit den zuständigen Regierungsbehörden zusammen, um sicherzustellen, dass man den gesetzlichen Verpflichtungen nachkommt.

pbe/dpa

insgesamt 9 Beiträge
Ein_denkender_Querulant 17.04.2019
1. Wider der Meinungsfreiheit
Und wieder ein Angriff der aktuellen Faschisten in den USA gegen westliche Werte. Meinungsfreiheit mag manchmal schwer zu ertragen sein, sie ist in einer Demokratie aber grundlegend. Das scheinen bestimmte Kreise der [...]
Und wieder ein Angriff der aktuellen Faschisten in den USA gegen westliche Werte. Meinungsfreiheit mag manchmal schwer zu ertragen sein, sie ist in einer Demokratie aber grundlegend. Das scheinen bestimmte Kreise der "ältesten Demokratie", und damit vermutlich der rückständigsten mit ihrem gewählten König, nicht mehr auf der Höhe der Zeit zu sein. Schade, als Kind war ich den amerikanischen Soldaten zu unendlichem Dank verpflichtet, ohne Carepakete wäre ich vemutlich gestorben, aber seit vierzig Jahren bröckelt dieses kindliche Bild immer mehr.
FinnSimmons 17.04.2019
2. Meinungsfreiheit?
Instagram und andere Plattformen sind kein öffentlicher Raum. Dort gelten Regeln und Vorschriften des Unternehmens. Wer sich nicht daran hält oder unangenehm auffällt wird gesperrt. Hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun [...]
Instagram und andere Plattformen sind kein öffentlicher Raum. Dort gelten Regeln und Vorschriften des Unternehmens. Wer sich nicht daran hält oder unangenehm auffällt wird gesperrt. Hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun sondern mit AGB und Nutzungsbestimmungen. Genauso wie wenn SPON Beiträge erst freigibt. Niemand ist verpflichtet den Meinungen anderer als Megafon zu dienen. Wenn jemand frei sprechen will, soll er auf die Straße gehen. Denn es gibt kein Recht auf eine größtmögliche Reichweite für die eigene Meinung.
Nonvaio01 17.04.2019
3. stimmt
viele vergessen das es alles private Firmen sind, wenn mir eine meinung von gast in meinem Haus nicht passt, kann ich den auch rauswerfen. Es haelt keiner den Iran davon ab eine eigenen plattform zu erstellen. Schlimm [...]
Zitat von FinnSimmonsInstagram und andere Plattformen sind kein öffentlicher Raum. Dort gelten Regeln und Vorschriften des Unternehmens. Wer sich nicht daran hält oder unangenehm auffällt wird gesperrt. Hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun sondern mit AGB und Nutzungsbestimmungen. Genauso wie wenn SPON Beiträge erst freigibt. Niemand ist verpflichtet den Meinungen anderer als Megafon zu dienen. Wenn jemand frei sprechen will, soll er auf die Straße gehen. Denn es gibt kein Recht auf eine größtmögliche Reichweite für die eigene Meinung.
viele vergessen das es alles private Firmen sind, wenn mir eine meinung von gast in meinem Haus nicht passt, kann ich den auch rauswerfen. Es haelt keiner den Iran davon ab eine eigenen plattform zu erstellen. Schlimm ist es wenn der Staat mit gesetzten die meinungsfreiheit einschraenkt. Das ist hier nicht der fall. Hausrecht gilt auch im internet
ambulans 17.04.2019
4. ich
vermisse hier den üblichen #aufschrei: wenns um die neue urheberrechtslinie (filter im netz!) der EU geht, überschlagen sie sich - irgendsowas wie gleich-behandlung verstehen wohl einige gar nicht mehr?
vermisse hier den üblichen #aufschrei: wenns um die neue urheberrechtslinie (filter im netz!) der EU geht, überschlagen sie sich - irgendsowas wie gleich-behandlung verstehen wohl einige gar nicht mehr?
frankfurtbeat 17.04.2019
5. bei ...
bei gleicher Wertung der Greueltatenund kriegerischen Auseinanderstzungen initiert durch die USA dürfte in Europa weder Instagramm, noch Fratzenbuch oder whatsapp möglich sein zumal die dahinter stehenden Konzerne kaum Steuern [...]
bei gleicher Wertung der Greueltatenund kriegerischen Auseinanderstzungen initiert durch die USA dürfte in Europa weder Instagramm, noch Fratzenbuch oder whatsapp möglich sein zumal die dahinter stehenden Konzerne kaum Steuern abführen und die Gehemdienste absaugen was möglich ist. Wenn Europa nur ein bisschen konsequent wäre müsste die Nutzung diese Medien schon gestern rigoros verboten werden!

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