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Netzwelt

Kollabierte Handelsplattform

Mt.-Gox-Betreiber entdecken 84 Millionen Euro in Bitcoin

Die Bitcoin-Handelsplattform Mt. Gox vermisst deutlich weniger Geld als bislang bekannt. Wie der Geschäftsführer der Bitcoin-Börse mitteilt, wurden 200.000 Bitcoin in einer leer geglaubten digitalen Geldbörse entdeckt. Eine Meldung, die die Glaubwürdigkeit der Firma erneut erschüttert.

REUTERS

Mt.-Gox-Geschäftsführer Mark Karpeles: 200.000 Bitcoin gefunden

Freitag, 21.03.2014   13:48 Uhr

Gefühlt vergeht derzeit kaum ein Tag ohne Neuigkeit zum Fall Mt. Gox: Seit Wochen hält sich die insolvent gemeldete Bitcoin-Börse in den Schlagzeilen. Es geht um frustrierte Kunden, um selbsternannte Ermittler, die sich als Betrüger entpuppen, und um die seltsame Informationspolitik der Firma selbst.

850.000 Bitcoin, Krypto-Geld im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar, hatte Mt. Gox als gestohlen gemeldet - ein Diebstahl, der auch außerhalb der Bitcoin-Branche Aufsehen erregte. Der Chef eines deutschen Bitcoin-Marktplatzes kommentierte die Geschichte kürzlich damit, dass sie vielleicht mal Stoff für Hollywood werde.

Nun hat der Mt.-Gox-Geschäftsführer eine Erklärung veröffentlicht, die jedes künftige Drehbuch schmücken dürfte: Mark Karpeles meldete am Donnerstag, dass sein Unternehmen Anfang März doch noch rund 200.000 verschollen geglaubte Bitcoin gefunden habe. Die Zahl der noch vermissten Bitcoins sinke damit auf 650.000.

Die Bitcoin im Wert von umgerechnet derzeit 84 Millionen Euro hätten sich in einer digitalen Geldbörse befunden, die vor Juni 2011 genutzt wurde, heißt es in Karpeles' Erklärung. Im Unternehmen sei man davon ausgegangen, dass die Börse leer sei, so wie weitere, die zur selben Zeit untersucht wurden. Nachdem das Geld entdeckt wurde, habe man es von Online- in Offline-Speicher transferiert.

Ein Eingeständnis, das die Kritik befeuert

Die ohnehin angeschlagene Glaubwürdigkeit von Mt. Gox dürfte die Nachricht weiter erschüttern. Vor allem Reddit-Nutzer hatten das Unternehmen zuletzt immer wieder beschuldigt, als gestohlen gemeldetes Krypto-Geld nach wie vor zu besitzen. Auch mangelnde Sicherheitsmaßnahmen und eine chaotische Geschäftsführung waren Mt. Gox schon häufig vorgeworfen worden.

Insgesamt sollen von der Mt.-Gox-Insolvenz weltweit rund 127.000 Kunden betroffen sein. Die Plattform, bis vor Kurzem der größte Bitcoin-Marktplatz weltweit, hatte Anfang Februar den Tausch von Bitcoin in reale Währungen ausgesetzt. Kurze Zeit später verschwand sie aus dem Internet.

mbö/dpa/AFP

insgesamt 13 Beiträge
Na Sigoreng 21.03.2014
1. "Kurze Zeit später verschwand sie aus dem Internet."
Oh, dann ist sie wohl aus einem Loch des Internets raus gefallen!
Oh, dann ist sie wohl aus einem Loch des Internets raus gefallen!
sudiso 21.03.2014
2. optional
man nehme die Verbindung zwischen router und internetserver, bastle eine fasswand um diese Verbindung, und schon hat man ein fass ohne Boden ;)
man nehme die Verbindung zwischen router und internetserver, bastle eine fasswand um diese Verbindung, und schon hat man ein fass ohne Boden ;)
kategorien 21.03.2014
3. Hypekunden
127.000 naive Kunden, die auf einen Hype hereingefallen sind. Ich ahne, dass sich diese Kunden bei Bitcoin obendrein für besonders zeitgemäß gehalten haben.
127.000 naive Kunden, die auf einen Hype hereingefallen sind. Ich ahne, dass sich diese Kunden bei Bitcoin obendrein für besonders zeitgemäß gehalten haben.
shardan 21.03.2014
4. Letzten Endes
... sind Bitcoins und Co keine echten Zahlungsmittel, sondern eine Abart der Pyramiden- und Schneeballsysteme. Wer sehr schnelle Rechner und entsprechende Internetverbindungen hat, kann dazu noch "schürfen" gehen... [...]
... sind Bitcoins und Co keine echten Zahlungsmittel, sondern eine Abart der Pyramiden- und Schneeballsysteme. Wer sehr schnelle Rechner und entsprechende Internetverbindungen hat, kann dazu noch "schürfen" gehen... alles in allem etwas, wo man eher kein Geld hineinsteckt, auf dass man nicht völlig schmerzlos verzichten kann. Wer kann das schon? ;) Aber auch hier gilt wie so oft: Gier frisst Hirn.
adazaurak 21.03.2014
5. lol
ein blick auf Mark Karpeles reicht doch, wer solchen Gestalten traut, ist selber schuld.
ein blick auf Mark Karpeles reicht doch, wer solchen Gestalten traut, ist selber schuld.

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