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Netzwelt

Nazi-Todeslisten

Kleinreden, verharmlosen, ignorieren - bis es zu spät ist

Manche Feindeslisten gewaltbereiter Nazis mögen dilettantisch wirken, schrieb unser Kolumnist Sascha Lobo. Hier im Podcast fragt er, ob sie deshalb nur Panikmache sind - oder doch echter Terror.

Swen Pförtner/dpa

"Menschenrechte statt rechte Menschen" - Demonstration in Kassel

Sonntag, 28.07.2019   12:29 Uhr

Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #103 - Feindeslisten von Rechtsextremen: Das Problem der deutschen Politik heißt Nazi-Ignoranz

Wer auf einer Todesliste gewaltbereiter Nazis steht, erfährt davon nur, wenn er im richtigen Bundesland wohnt - oder durch Zufall, schrieb Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne "Das Problem der deutschen Politik heißt Nazi-Ignoranz".

Insbesondere die konservative Politik nehme "die neuen Formen des Rechtsterrorismus nicht ausreichend ernst". Statt von terroristischen Strukturen werde von Einzeltätern geredet, mutmaßliche Rechtsterroristen würden als "Prepper" romantisiert, und eine mögliche Verstrickung von Polizisten und Soldaten "verharmlost oder ignoriert", ebenso wie explizite Terrorpläne und eben die Todeslisten.

Diese Listen sollen die Gegner der Nazis einschüchtern, und einige seien eher dilettantisch geführt. Aber wenn man sie als "dezentrale Datensammlung für den Tag X" ansieht, könnten sie trotzdem gefährlich sein, glaubt Lobo.

Im Debatten-Podcast reagiert er auf Leserzuschriften und beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die Listen eher Panikmache oder echter Terror sind.

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insgesamt 69 Beiträge
Sotnik 28.07.2019
1. Das Problem "Nazi-Ignoranz"...
...betrifft bei weitem nicht nur die Politik! Nazi-Aktivitäten werden von (unterwanderten) Sicherheitsbehörden und deren (mit Rechten sympathisierenden Chefs) ebenso ignoriert wie auch unwissentlich oder vorsätzlich gedeckt [...]
...betrifft bei weitem nicht nur die Politik! Nazi-Aktivitäten werden von (unterwanderten) Sicherheitsbehörden und deren (mit Rechten sympathisierenden Chefs) ebenso ignoriert wie auch unwissentlich oder vorsätzlich gedeckt (NSU-Morde). Und wenn ich mir allein die Beiträge im Forum zu dem heutigen SPON-Gastkommentar von Frau Leuthäuser-Schnarrenberger so anschaue, dann hat die Rechtsfront der Verharmloser und Gutheißer inzwischen ein Ausmaß erreicht, das an den Beginn der 30er-Jahre erinnert. Die Polizei - zumal im braunen Sachsen - verhaftet lieber Journalisten als gegen die Hetzer vorzugehen. Breite Teile der Bevölkerung wünschen sich - gar nicht mehr klammheimlich, sondern inzwischen ganz offen - einen autoritären "völkischen" Staat zurück, der nur noch etwas für "die Deutschen" tut und alles "fremdartige" (oder "undeutsche", wie linke, Schwule etc.) entweder abschiebt, einsperrt - oder umbringt. Und trotzdem gibt es immer noch Leute, die von der NSAfD als von einer "demokratisch gewählten" Partei sprechen und ihnen bereitwillig ein Podium in Parlamenten und den Medien bietet, wo sie ihre Hetzparolen verbreiten können. Auch Hitler und seine Mörderbande sind durch demokratische Wahlen an die Macht gekommen. Auf dieser Welle surfen die NSAfD und ihr außerparlamentarischer Arm, die gewaltbereiten Rechzsextremisten! Und das Bindeglied zwischen beiden ist Höcke und sein brauner Flügel! Wenn man wirklich wollte, könnte man gegen die braune Pest etwas unternehmen - so wie man in den 60er Jahren was gegen die - heute verbotene - KPD unternommen hat. Das Problem ist nur: Man WILL nichts nichts unternehmen! Die Politik beschäftigt sich lieber mit sich selbst, die Unternehmer halten still, weil sie hoffen, dass ein autoritärer Staat - wie in den 30er Jahren - etwas gegen die Gewerkschaften unternehmen wird, die Ostdeutschen sympathisieren mit Rechts, weil sie gelernt haben, dass ein autoritärer Staat sichere Arbeitsplätze, billige Wohnungen und auskömmliche Sozialleistungen bedeutet, und ein Großteil der Uniformträger in unserem Land ist ohnehin autoritätsaffin fixiert. Im kommenden Herbst wird die NSAfD drei Bundesländer durch Wahlen übernehmen. Und dann dürfen wir uns auf "Chemnitzer Zustände" in toto "freuen"...
erbebraun 28.07.2019
2. Knapp verfehlt Sascha Lobo...
...das Problem der deutschen Politik heißt zunehmend: mehr und mehr Deutsche, die nicht länger bereit sind sich diese Asylpolitik als sinnig aufschwatzen zu lassen
...das Problem der deutschen Politik heißt zunehmend: mehr und mehr Deutsche, die nicht länger bereit sind sich diese Asylpolitik als sinnig aufschwatzen zu lassen
pink15 28.07.2019
3. Todeslisten?
Wie wäre es mal mit verbaler Abrüstung und etwas mehr Gelassenheit? Der ehemalige Kollege Fleischhauer stand doch oder steht noch ebenfalls auf einer Liste (einer linken Organisation), ohne deshalb gleich von [...]
Wie wäre es mal mit verbaler Abrüstung und etwas mehr Gelassenheit? Der ehemalige Kollege Fleischhauer stand doch oder steht noch ebenfalls auf einer Liste (einer linken Organisation), ohne deshalb gleich von "Todeslisten" zu schreiben. Dieser Alarmismus ist echt peinlich und verharmlost die Verbrechen der Nazizeit.
sozialismusfürreiche 28.07.2019
4. Und damit rechtfertigen sie rechten Terror?
Schreiben Sie doch ihren Beitrag zuende. Sie rechtfertigen und befürworten damit den rechten Terror! Sie gutheißen Straftaten?
Zitat von erbebraun...das Problem der deutschen Politik heißt zunehmend: mehr und mehr Deutsche, die nicht länger bereit sind sich diese Asylpolitik als sinnig aufschwatzen zu lassen
Schreiben Sie doch ihren Beitrag zuende. Sie rechtfertigen und befürworten damit den rechten Terror! Sie gutheißen Straftaten?
PH-sauer 28.07.2019
5. Wo ist die wehrhafte Demokratie nach Art. 20GG?
Der Staat muss es richten, oder die Zivilgesellschaft ist von Verfassung her dazu aufgerufen!
Der Staat muss es richten, oder die Zivilgesellschaft ist von Verfassung her dazu aufgerufen!
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