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Netzwelt

Shitstorms in Deutschland

"In der Ferne bellt ein Adorno-Zitat"

Die Reaktion auf ein Interview mit dem CDU-Abgeordneten Carsten Linnemann hat Sascha Lobo inspiriert, den typischen Verlauf eines Shitstorms in Deutschland nachzuzeichnen. Im Podcast reagiert er auf Leserkommentare.

Michael Gottschalk/ photothek / imago images

Carsten Linnemann (CDU)

Sonntag, 11.08.2019   15:54 Uhr

Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #105 - Social Media: Anatomie eines deutschen Shitstorms

Das Zitat in der Überschrift stammt aus Sascha Lobos jüngster Kolumne "Anatomie eines deutschen Shitstorms". Die war, wie das Zitat vielleicht zeigt, nicht ganz ernsthaft - und dafür aber ganz schön nah an der Wahrheit.

In 15 Schritten, von der "Ausgangslage" über den "Zündfunken" und die spätere "Medienerhitzung" bis hin zum "Finale", wird eine Empörungswelle in den sozialen Medien nachgezeichnet, überspitzt und trotzdem treffend. Im Podcast reagiert der Autor nun auf das Leser-Feedback zu seinem Text.

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insgesamt 15 Beiträge
zeichenkette 11.08.2019
1. Sascha Lobo
bzw. seine Artikel und Podcasts kranken immer an ihrer schlechten Optimierung: Sie sind umständlich, langatmig und während er oft sehr wohl alles richtig erkannt hat, gibt er sich entweder zuwenig Mühe, sich kurz zu fassen oder [...]
bzw. seine Artikel und Podcasts kranken immer an ihrer schlechten Optimierung: Sie sind umständlich, langatmig und während er oft sehr wohl alles richtig erkannt hat, gibt er sich entweder zuwenig Mühe, sich kurz zu fassen oder er bekommt von SPON ein Zeilenhonorar. Auf jeden Fall limitiert das seine Wirkung doch sehr.
Actionscript 11.08.2019
2. Der Auslöser
Einen Punkt hat Herr Lobo in seinem Podcast nicht kommentiert, nämlich war eine bestimmte Aussage eines zweit/drittklassigen Politikers bewusst gemacht worden, um bekannt zu werden und vielleicht in der Hierarchie aufzusteigen? [...]
Einen Punkt hat Herr Lobo in seinem Podcast nicht kommentiert, nämlich war eine bestimmte Aussage eines zweit/drittklassigen Politikers bewusst gemacht worden, um bekannt zu werden und vielleicht in der Hierarchie aufzusteigen? Herr Lobo hat die Worte "zweitklassig, drittklassig" am Anfang seines Kommentares betont. Von daher nahm ich an, dass das von Bedeutung ist. Herr L. ist jetzt bekannt. Man ist auf ihn aufmerksam geworden und wird ihn vielleicht wohl weiterhin beobachten. Hat Herr L. bewusst diesen Kommentar von sich gegeben? Was wissen wir über Herrn L., was frühere Äusserungen angehen?
Schartin Mulz 11.08.2019
3. Herr L.
hat ein Problem angesprochen, das vor Ort auf den Nägeln brennt, aber in der Politik eigentlich nicht vorkommt. Herr L. hat sich auch nicht soi geäußert, wie das in vielen Medien transportiert wurde. So wg, [...]
Zitat von ActionscriptEinen Punkt hat Herr Lobo in seinem Podcast nicht kommentiert, nämlich war eine bestimmte Aussage eines zweit/drittklassigen Politikers bewusst gemacht worden, um bekannt zu werden und vielleicht in der Hierarchie aufzusteigen? Herr Lobo hat die Worte "zweitklassig, drittklassig" am Anfang seines Kommentares betont. Von daher nahm ich an, dass das von Bedeutung ist. Herr L. ist jetzt bekannt. Man ist auf ihn aufmerksam geworden und wird ihn vielleicht wohl weiterhin beobachten. Hat Herr L. bewusst diesen Kommentar von sich gegeben? Was wissen wir über Herrn L., was frühere Äusserungen angehen?
hat ein Problem angesprochen, das vor Ort auf den Nägeln brennt, aber in der Politik eigentlich nicht vorkommt. Herr L. hat sich auch nicht soi geäußert, wie das in vielen Medien transportiert wurde. So wg, Grundschulverbot etc. Da man das Problem, das man nicht gerne sieht, dass nämlich in der Tat, gerade in den Brennpunktsstadtteilen, immer mehr Kinder in der Grundschule nicht einmal ansatzweise Deutsch verstehen, weder einfach lösen kann noch es überhaupt wahrnehmen will (passt aaj nicht in das Bild der gelungenen Inegration), wird dann einfach der Überbringer der Botschaft diskreditiert. Der macht das ja nur, um bekannt zu werden. Selbst wenn es so wäre, würde das an de Richtigkeit der Aussagen nichts ändern.
lorgar 11.08.2019
4. Ich verstehe die Kritik an Hern Linnemann nicht
Gut, wie allgemein bekannt sind wir Deutschen ja die Gutesten der Gutesten, allein schon aufgrund der Erbsünde des 2. Weltkriegs, zu dessen Zeit weder meine Eltern, noch ich geboren waren. Aber ich bin natürlich schuldig. Und [...]
Gut, wie allgemein bekannt sind wir Deutschen ja die Gutesten der Gutesten, allein schon aufgrund der Erbsünde des 2. Weltkriegs, zu dessen Zeit weder meine Eltern, noch ich geboren waren. Aber ich bin natürlich schuldig. Und mit solch einer Mentalität sind solche Äußerungen wie die von Herrn Linnemann natürlich untragbar. Ich kenne kein Land, indem jemand dafür angegriffen wird, wenn er sagt, dass Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse nicht in die Schule können. Ich kenne sehr viele Länder, wo zuvor aufbauende Sprachkurse stattfinden. Denn dass die Integration, bzw. erfolgreiche Vermittlung von Wissen nicht ohne ausreichende Kenntnis der Landessprache erfolgen kann, ist außer Deutschland seltsamer fast allen Staaten weltweit klar. Hingegen kenne ich ausschließlich aus Deutschland die Idee, die Nationalhymne doch einfach mal in andere Sprachen zu übersetzen. Demnächst kommt wahrscheinlich folgerichtig die Anregung, dass ich mich doch auch in existierende Parallelgesellschaften Deutschlands integrieren könne, indem ich als Deutscher doch einfach deren Sprache lernen könnte. "Den Deutschen" gibt es ja laut Merkel eh nicht mehr. Laut Merkel-Rhetorik sind Deutsche nun "Leute, die hier schon länger wohnen". So, nun weiß ich, wo ich stehe. Ich bin kein Deutscher, ich wohne hier einfach nur "etwas länger" als Migranten, die es somit ebensowenig gibt. Hierbei handelt es sich offensichtlich um Menschen, die ganz einfach "noch nicht so lange hier wohnen". Und Ende. Um wieder auf den Boden der Ernsthaftigkeit zurückzukommen: Ohne Kenntnisse der vorherrschenden Landessprache (und die ist nunmal Deutsch, so sehr so mancher nun schmerzverzerrt das Gesicht verzerren wird), kann Bildung nicht erfolgreich sein. Integration ist ein beidseitiger Prozess. Es kann jedenfalls nicht sein, dass als Lösungskonzepte absurde Vorschläge zu Felde geführt werden, die Nationalhymne für Leute, die "noch nicht so langsam hier wohnen" in andere Sprachen zu übersetzen. Der Prozess ist beidseitig deshab, weil beide Seiten an sich arbeiten. Wenn jemand als integrationswillige Person, die "noch nicht so lange hier wohnt", erwarte ich - genau wie Herr Linnemann, dass man sich dazu aufmacht, die vorherrschende Landessprache zu erlernen, und an meine Kinder weiterzugeben, und dass gleichzeitig der Staat die dafür nötige Infrastruktur schafft. Das klappt in jedem Land, was ich kenne, außer Deutschland. Dass er für seine Aussagen angegriffen wird, finde ich daher erscheckend, und desillusionierend.
aurelis 11.08.2019
5. Mangel
Ich teile die Meinung von Lorgar "4. Ich verstehe die Kritik an Herrn Linnemann nicht." Von mancher Seite wurde gesagt, eine separate Behandlung der Kinder ohne Deutschkenntnisse würde eine 2-Klassengesellschaft [...]
Ich teile die Meinung von Lorgar "4. Ich verstehe die Kritik an Herrn Linnemann nicht." Von mancher Seite wurde gesagt, eine separate Behandlung der Kinder ohne Deutschkenntnisse würde eine 2-Klassengesellschaft schaffen. Nun, Kinder ohne Deutschkenntnisse zu Beginn der Grundschule driften mit Sicherheit in den Mangel. Macron hat mit guten Grund die Kindergartenpflicht ab 3 eingeführt. In Thailand ist der Kindergarten schon länger ab 3 Pflicht und samt Essen umsonst. In einem (angeblich) der reichsten Länder der Welt kann das nicht geleistet werden. Vermutlich weil das Chaos der 16 Bundesländer zu teuer kommt.

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