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Netzwelt

Suche nach Sicherheitslücken

900.000 Dollar Belohnung für Tesla-Hacks

Auf einer Sicherheitskonferenz sollen Hacker ein Elektroauto von Tesla attackieren. Wer Sicherheitslücken in besonders kritischen Systemen entdeckt, kann dafür Hunderttausende Dollar kassieren.

REUTERS

Tesla Model 3

Dienstag, 15.01.2019   12:42 Uhr

Auf der Sicherheitskonferenz CanSecWest im kanadischen Vancouver können Hacker sich im März zum ersten Mal auch an einem Auto austoben: Bei dem "Pwn2Own" genannten Wettbewerb sollen die Teilnehmer einen Tesla Model 3 hacken.

Insgesamt sind für Sicherheitslücken, die die Hacker dabei aufdecken, Preisgelder von 900.000 Dollar ausgelobt worden. Um zu gewinnen, muss man beispielsweise die Kontrolle über Komponenten wie das eingebaute WLAN, die Unterhaltungssysteme oder den Autopiloten gewinnen, die Türen per Fernsteuerung öffnen oder den Motor des Elektroautos starten.

Die Höhe der Preisgelder richtet sich nach den betroffenen Systemen und dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad der Angriffe.

Ein Tesla für den schnellsten Hacker

Die höchste Preisklasse: Hacks auf die für das Funktionieren des E-Autos besonders kritischen Systeme Gateway, Autopilot und das etwa für die Alarmanlage zuständige System VCSEC (Vehicle Controller Secondary).

Sicherheitsforscher, die eine Schwachstelle in einem dieser Systeme aufdecken, können dafür bis zu 250.000 Dollar kassieren. Angriffe auf WLAN oder Bluetooth bringen bis zu 60.000 Dollar ein. Der Hacker, dem es gelingt, im Wettbewerb die erste Sicherheitslücke aufzudecken, bekommt zudem einen neuen Tesla.

Bei dem US-Autohersteller sind die Sicherheitsvorkehrungen zwar hoch, in der Vergangenheit war es Hackern dennoch immer wieder gelungen, Schwachstellen aufzudecken - allerdings bei anderem Modellen als dem Model 3, das im Wettbewerb im Fokus steht.

So hatten beispielsweise chinesische Studenten 2014 die Bord-Elektronik eines Tesla Model S übernommen und öffneten während des Fahrens Türen und Schiebedach, hupten und schalteten die Scheinwerfer ein. Andere Sicherheitsforscher hatten die Schlüsselanhänger für das Elektroauto ausgelesen und kopiert. Auch beim Tesla Model X waren Schwachstellen aufgedeckt worden.

sop

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