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Netzwelt

Demokratiefeinde

Meinungsfreiheit ist nicht Deinungsfreiheit

Ein satirisches "Generalrezept zur Zerstörung der liberalen Demokratie" hat Sascha Lobo zusammengestellt. In seinem Podcast stellt er nun die Frage, wie man verhindert, selbst zu dieser Zerstörung beizutragen.

Monika Skolimowska/DPA

Des Dackels Kern: AfD-Sympathisant

Sonntag, 03.11.2019   14:14 Uhr

Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #117 - Wahl in Thüringen: So können auch Sie zum Dumpfbürger werden

Rechte Ressentiments normalisieren, von Alexander Gauland lernen und ansonsten alles geschehen lassen, solange man selbst nicht betroffen ist: Das sind laut Sascha Lobo einige wichtige Schritte, wenn man "die freie und offene Gesellschaft wirklich vernichten" will. Seine jüngste Kolumne "So können auch Sie zum Dumpfbürger werden" ist auch, aber keineswegs nur als Reaktion auf den Wahlausgang in Thüringen zu verstehen.

Lobo analysiert, wie Bürger zu Sympathisanten und Verbündeten von Faschisten werden: indem sie zum Beispiel die alleinige Deutungshoheit darüber beanspruchen, was moralisch legitim ist. Oder indem sie Meinungsfreiheit immer nur auf die eigene Meinung beziehen. "Des Dackels Kern" sei, die Würde eines Menschen von dessen Ähnlichkeit zu einem selbst abhängig zu machen.

Der Kolumnist legt rhetorische Kniffe von Rechten bloß, aber eben auch die fehlende Gegenwehr der Nichtrechten. Im Podcast stellt er deshalb die Frage, wie man gegen seine eigene Dumpfbürgerlichkeit kämpft.

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insgesamt 67 Beiträge
phantasierender... 03.11.2019
1. wie war das von S. Lobo ...
"die fehlende Gegenwehr von Nichtrechten" :-( ruft da jemand zur Gegenwehr auf ? und wen ja wann ist man eigentlich "Rechts" ?
"die fehlende Gegenwehr von Nichtrechten" :-( ruft da jemand zur Gegenwehr auf ? und wen ja wann ist man eigentlich "Rechts" ?
Nonvaio01 03.11.2019
2. wi eman es verhindert
alles hinterfragen, nichts pauschal glauben was in den zeitungen steht, Mit Googel und Internet gibt es genug moeglichkeiten hintergruende zu erfahren und nicht nur eine sichtweise serviert zu bekommen. Social Media ist zum glueck [...]
alles hinterfragen, nichts pauschal glauben was in den zeitungen steht, Mit Googel und Internet gibt es genug moeglichkeiten hintergruende zu erfahren und nicht nur eine sichtweise serviert zu bekommen. Social Media ist zum glueck sehr gut um ereignisse die nicht im Staats TV gezeigt werden zu sehen, meist handelt es sich um Demos, oder sonstiges wo der Staat nicht will das man bestimmte sachen sieht. Von vielem wird garnicht berichtet weil es nicht in die gewuenschte sichtweise passt. So sichert man Demokratie.
Pauline123 03.11.2019
3.
ich denke selbst. Ich lasse mich nicht lenken, ich lenke selbst. Ich gebe auch nicht anderen die Schuld, wenn ich mich falsch entschieden habe. Ich bin besorgter Vater und Ehemann und sehe immer mehr diesen Staat vor die Hunde [...]
ich denke selbst. Ich lasse mich nicht lenken, ich lenke selbst. Ich gebe auch nicht anderen die Schuld, wenn ich mich falsch entschieden habe. Ich bin besorgter Vater und Ehemann und sehe immer mehr diesen Staat vor die Hunde gehen, weil aus meiner Sicht links-grüne Phantasten und Weltenretter glauben, uns vorschreiben zu können, was gut und was böse ist. Genau auch deshalb trat ich aus der Kirche aus. Ich will den Staat zurück, der den Bürger schützt, den Menschen an erste Stelle stellt, wo unabhängige Presse unser aller Sprachrohr ist. Wo respektvoll gestritten wird und man seine politische Meinung ohne Repressalien privat oder im Beruf äußern kann. Anscheinend nur ein Traum...
payton_m 03.11.2019
4. Auch Sascha Lobo hat das Problem...
...dass jeder sich bei diesem Thema entscheiden muss, ob alle Menschen das gleiche Recht haben, ihre beliebige Meinung zu äußern und ernst genommen zu werden, oder ob manche Positionen ("rechts", [...]
...dass jeder sich bei diesem Thema entscheiden muss, ob alle Menschen das gleiche Recht haben, ihre beliebige Meinung zu äußern und ernst genommen zu werden, oder ob manche Positionen ("rechts", "linksradikal") inakzeptabel sind und man sich dagegen "wehren" darf oder gar soll, gar diese verboten werden können oder sollen. Um die Beantwortung dieser Frage drücken sich fast alle, denn einerseits ist man für das Recht auf freie Meinungsäußerung, was nur einen Wert hat, wenn es bedeutet, dass niemand dafür angegriffen, bedroht oder entlassen wird, andererseits sollen sich die Demokraten/die Liberalen /die Guten gegen die Rechten/Linken ja wehren, durch Verbote, Sanktionen etc. ("keine Toleranz den Intoleranten"). In D haben wir ja auch eine Reihe von Gesetzen, die diverse Äußerungen und Verhaltensweisen unter Strafe stellen, am Bekanntesten davon ist die Leugnung des Holocausts und das Zeigen nationalsozialistischer Symbole.
ruhepuls 03.11.2019
5. "Deinungen" gab es schon immer...
Es ist ja grundsätzlich nichts Neues, dass Menschen generell dazu neigen, die eigene Meinung für die "richtige" zu halten. Was schon deshalb logisch ist, weil niemand von sich selbst glaubt "falsch" zu liegen [...]
Es ist ja grundsätzlich nichts Neues, dass Menschen generell dazu neigen, die eigene Meinung für die "richtige" zu halten. Was schon deshalb logisch ist, weil niemand von sich selbst glaubt "falsch" zu liegen - sonst würde man seine Meinung nämlich sofort ändern. Neu ist vielleicht, dass zum einen die Meinungen extremer auseinander klaffen als früher - und vehementer (bis gewaltsam) vertreten werden. Da sind Grenzen von Anstand und Respekt schlicht gefallen.

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